Thomas Modlinger, Betreiber des Foolskinos in Holzkirchen
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Wartet auf volle Belegung: Thomas Modlinger, Betreiber des Fools Kinos in Holzkirchen, kann seinen Saal mit Mindestabständen nicht wirtschaftlich betreiben. Er will zum 1. Juli öffnen.

Lichtspielhäuser im Landkreis Miesbach bleiben erst mal zu

„Wir brauchen rund vier Wochen“: So geht‘s in den Kinos weiter

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Eigentlich dürfen Kinos wieder öffnen. Doch die Cineasten im Landkreis Miesbach müssen sich noch gedulden. Erst am 1. Juli öffnen die Lichtspielhäuser in Holzkirchen, Hausham und am Tegernsee wieder.

Es war der 1. November 2020, als die letzten Filme im Landkreis Miesbach über die Kinoleinwände flimmerten. Katha Sohnius, Marketingleiterin der Kinobetriebe Wolf, hat nachgezählt: 217 Tage sind seitdem vergangen.. Mittlerweile dürfte das Oberland Kinocenter in Hausham ebenso wieder öffnen wie das Fools-Kino in Holzkirchen und das Kino am Tegernsee in Weißach. Doch noch immer sind die Säle leer, die Leinwände dunkel und die Lautsprecher stumm. Thomas Modlinger, Leiter des Fools-Kinos, erklärt: „Die Kinoverbände empfehlen eine bundesweit einheitliche Öffnung zum 1. Juli.“ Daran wolle er sich orientieren – auch, weil ein Alleingang wenig sinnvoll wäre. „Ich betreibe ein Landkino mit nur einem Saal und 76 Sitzplätzen.“ Er müsse diese voll auslasten, um das Kino halbwegs wirtschaftlich betreiben zu können. Wenn – wie aktuell verpflichtend – mindestens jeder zweite Stuhl frei bleiben müsse, brauche es viel Liebhaberei, um trotzdem zu öffnen. „Wer Kino im Blut hat, macht das vielleicht – aber es würde sich nicht rechnen.“ Da ab Ende Mai im Landkreis Miesbach die Regelungen für Inzidenzen unter 100 galten, hätte auch Carmen Obermüller, Inhaberin des Tegernseer Kinos, öffnen dürfen. Aber: Für einen Besuch wäre ein Termin, ein negativer Test, Maskenpflicht – auch am Platz und 1,5 Meter Abstand im Saal nötig gewesen. Das erforderliche Schutz- und Hygienekonzept lässt also weder Snacks und Getränke noch spontane Besuche oder eine volle Auslastung zu.

Holzkirchner Kino brauch die Möglichkeit voller Auslastung

Seit 3. Juni gelten für den Landkreis Regelungen für eine 7-Tage-Inzidenz unter 50. Deshalb würden zwar Test- und Terminpflicht und die Kontaktdatenerhebung entfallen – alle anderen Regelungen blieben aber weiterhin. Angesichts dieser Umstände sagt auch Obermüller: „Ich sperre auf, wenn die Mindestabstände geringer sind und die Maskenpflicht entfällt.“

Kein Flickenteppich wie beim ersten Lockdown

Auch wenn es soweit ist, klappt die Öffnung aber nicht am ersten Tag. „Wir brauchen rund vier Wochen Vorlauf, um Filme zu buchen“, meint Obermüller. Das gehe jetzt aber ohnehin noch nicht. Sohnius: „Mit der bundesweiten Eröffnungsperspektive soll ein Flickenteppich – wie nach dem ersten Lockdown – vermieden werden.“ Mit dem im Juli anberaumten Termin habe die gesamte Branche – so auch das Oberland Kinocenter – genug Vorlauf, sich darauf vorzubereiten. „Dann können auch neue Filme angeboten werden.“ Über die Vorbereitungen sagt Modlinger auch: „Ich brauche Zeit, um Flyer zu drucken.“ Und falls die Auflagen am ersten 1. Juli noch immer keinen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen, will der Holzkirchner in den August ausweichen. „Aber ich bin recht hoffnungsvoll, dass das nächsten Monat klappt.“

Betreiber hofft auf neuen Eberhofer-Krimi

Welche Filme dann in den Kinos landen, ist bis dato noch weitgehend unklar. Sohnius: „Das ist in Planung und wird schnellstmöglich kommuniziert.“ Modlinger hofft auf den neuen Eberhofer-Krimi „Kaiserschmarrndrama“ und „Catweazle“ mit Otto Waalkes. „Bis dahin haben die Kinoverbände die Hausaufgabe, sich für praxistaugliche Bedingungen für Kinos einzusetzen“, sagt der Holzkirchner. Es bringe schließlich nichts, wenn in Schleswig-Holstein die tollsten Blockbuster liefen, während im Kreis Miesbach wegen Maskenpflicht und Snack-Verbot alle daheim blieben. „Ich bin aber zuversichtlich, dass dafür bald eine bundeseinheitliche Richtlinie kommt“, sagt Modlinger hoffnungsvoll.

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