Gesucht: Ein wilder Pfau wurde mehrfach unweit des Teufelsgrabens gesichtet, in einem Waldstück bei Holzkirchen.

„Sonderkommission“ ermittelt 

Woher kommt der denn? Pfau versteckt sich in einem Wald bei Holzkirchen

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Ein Pfau haust seit einigen Wochen in einem Waldstück bei Holzkirchen. Die Polizei hat den Fall übernommen. Ein amüsante Fahndung nach einem farbenprächtigen Versteck-Künstler.

Holzkirchen – Der Gesuchte hält die Ermittler auf Trab. Seit drei Wochen trudeln bei der Polizeiinspektion Holzkirchen Meldungen von Autofahrern oder S-Bahn-Pendlern ein, die ihn gesehen haben wollen. Neben der Straße, an der Bahnlinie. Die Beschreibungen sind identisch: Gut einen Meter groß, schmale Statur und gekleidet in ein farbenfrohes Gefieder. Ein Pfau.

Der Vogel hat in einem Waldstück unweit des Teufelsgrabens, zwischen der Heignkamer Straße, dem Waldkindergarten und der Bahnlinie, offenbar ein neues Zuhause gefunden. Nur: Woher kommt er? Diese Frage beschäftigt die Ermittler. Auf der Dienststelle ist Polizeihauptkommissar Matthias Büch als Jagdsachbearbeiter mit dem Fall betraut worden. Er bildet die Ein-Mann-Sonderkommission „Pfau“.

Die Ermittlungen basieren ausschließlich auf Zeugenaussagen. Selbst gesehen hat Büch das Tier trotz Fahndung im Wald noch nicht. „Ich war extra draußen“, sagt Büch. Der Pfau war nicht zu finden. Was Büch zu einer Schlussfolgerung bringt: „Er kann sich auf jeden Fall gut verstecken.“

Dass sich die Polizei der Sache überhaupt annimmt, liegt nicht daran, dass der Pfau für Spaziergänger bei einem Aufeinandertreffen gefährlich werden würde. „Da passiert nix, der nimmt Reißaus“, versichert Büch. Allerdings treibt sich der Vogel mitunter gefährlich nah an der Heignkamer Straße und dem Kreisverkehr rum. Die Befürchtung der Anrufer: Er läuft irgendwann vor ein Auto. Wobei Büch das für recht unrealistisch hält: „Pfaue sind ja nicht blöd, der tappst nicht einfach auf die Straße.“

Wie der Ziervogel mit den schleppenartigen Schwanzfedern überhaupt in dem Waldstück gelandet ist, gibt Büch Rätsel auf. Früher, das wisse er noch aus seiner Kindheit, hätten sich Landwirte Pfauen gehalten, damit die mit ihrem Gekreische wilde Tiere vom Hof fernhalten. „Die waren sonst für nix gut, nur laut“, sagt Büch und schmunzelt.

Gemeldet habe sich bislang allerdings kein Bauer oder privater Halter, der das Tier vermisst. Meldepflichtig seien sie sowieso nicht. Und einen Grundstücksbesitzer aus Steingau, der mehrere Pfauen hält, hat Büch bereits kontaktiert. Eine Sackgasse: „Dem fehlt nix.“ Der Ermittler vermutet daher, dass der Pavo cristatus, so der lateinische Name, von weiter her kommt, nach Holzkirchen geflogen ist, und es sich hier jetzt gemütlich macht. Wer will es ihm verübeln: An Nahrung mangelt es ihm in dem dicht bewachsenen Waldgebiet nicht.

Die Pfauen-Sichtungen haben mittlerweile auch Alfred Aigner auf den Plan gerufen. Er betreibt die Auffang- und Pflegestation für Greifvögel bei Otterfing. Der Pfau ist als Hühnervogel zwar eigentlich nicht sein Spezialgebiet, bloß sei er ihm zuletzt ebenfalls schon mehrfach gemeldet worden. Allerdings nicht in Holzkirchen. „Baldham, Feldkirchen-Westerham und Aying“, zählt Aigner auf. Er ist also ganz schon rumgekommen.

Nachdem die erste Fahndung nichts ergeben hat, will Büch den Fall vorerst ad acta legen. „Wenn sich die Anrufe aber wieder häufen, rücke ich wieder aus“, verspricht er. Die Chancen, den Pfau zu fangen und in eine verkehrsärmere Gegend umzusiedeln, dürften eh nicht sonderlich hoch sein. „Das ist ein Wildvogel“, sagt Büch, „den können wir ja nicht mit dem Lasso einfangen.“ Am etwaigen Zugriff gilt es also noch zu feilen. Denn widerstandslos in Handschellen abführen lassen, wird sich der Pfau sicherlich nicht.

fp

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