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Zum Abschied der gute Rat: Das Glas mit Bedacht füllen

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Feierlicher Rahmen: Im Pausenhof verabschiedete Schulleiter Joachim Fischer mit lobenden Worten und Tipps fürs Leben die Absolventen der Realschule Holzkirchen.
Feierlicher Rahmen: Im Pausenhof verabschiedete Schulleiter Joachim Fischer mit lobenden Worten und Tipps fürs Leben die Absolventen der Realschule Holzkirchen. © thomas plettenberg

Holzkirchen – Bei der Verabschiedung der Realschulabsolventen in Holzkirchen ging es leicht philosophisch zu - und dazu gehörte auch das Bier.

„Es gibt was zu feiern, das war ein super Jahrgang“, hatte Joachim Fischer bereits im Vorfeld betont und damit nicht nur auf die Noten angespielt, die heuer unter anderem mit 28 Einser-Schülerinnen und -Schülern besonders gut ausgefallen waren. Dreimal gab es sogar die 1,0. Der Rektor der Oberland Realschule Holzkirchen lobte besonders auch das soziale Engagement seiner Absolventen, die eine echte Bereicherung gewesen seien.

Umgang der Schüler miteinander: humor- aber immer auch respektvoll

Vorbildlich in ihrem Engagement, ihrer Reife und ihrem humorvollen aber stets respektvollen Umgang. Mit einer gewissen Routine, was Hygieneabstände, Einbahnregelung und den schmalen Grat zwischen Machbarem und besser zu Vermeidendem angeht, und dem Glück, einen strahlend schönen Sommertag erwischt zu haben, der es ermöglichte, im festlich hergerichteten Pausenhof zu feiern, gelang es einmal mehr, den feierlichen Rahmen zu schaffen, der Fischer für die Verabschiedung so am Herzen liegt. Man nahm es, wie es kam, lud klassenweise zur Zeugnisverleihung und wanderte anschließend zum Stehempfang auf die Dachwiese. Hier verewigte sich auch der zweite Corona-Jahrgang dauerhaft mit einem Schloss und setzte damit die im Vorjahr begründete Tradition fort. Denn wenngleich sie mit der Übergabe der Zeugnisse keine Schüler mehr seien, gehörten sie als Ehemalige nach wie vor zur Schulfamilie, so Fischer.

Zweite Abschlussfeier zu Corona-Zeiten wieder etwas feierlicher

Abschlussfeier zwei in Corona-Zeiten war auch symbolisch dafür, wie die Schule seit März 2020 gelernt hat, mit der neuen Situation umzugehen. So war nichts mehr zu spüren von der gedrückten Stimmung der Vorjahres. Es gab wieder Live-Musik und Fischers festen Händedruck zum Abschied ohnehin. Sicherheitshalber auch heuer mit Handschuh. Nur zum alten Brauch, für jeden ein Kinderfoto einzuspielen, war man noch nicht zurückgekommen, denn unter freiem Himmel hätte man die kaum gesehen.

Das Leben wie ein Glas füllen: Mit der richtigen Reihenfolge passt mehr rein

In seiner fünfmal gehaltenen und für jede Klasse individuell ergänzten Rede bemühte Fischer ein philosophisches Experiment, bei dem es galt, ein großes Marmeladenglas zu füllen. Voll schien es bereits mit Golfbällen, doch es sollten noch Schokolinsen, Sand und Bier darin Platz finden. Es sei beispielhaft dafür, wie viel darin Platz habe, solange man es in der richtigen Reihenfolge befüllt. Angefangen mit den vergleichsweise großen Golfbällen als den wirklich wichtigen Dingen wie Familie, Freunde und Kinder, über die weniger wichtigen Dinge wie Arbeit, Haus, Auto, bis zu den Kleinigkeiten. Sie gehörten zwar ebenso zum Leben, man dürfe aber nicht zuerst in sie investieren, um genug Zeit für die wichtigen Dinge zu haben. Und das Bier? Egal wie schwer das Leben sei, für ein oder zwei Bier sei noch Platz. Immerhin keine schlechte Überleitung zum letztlich nicht realisierten Vorschlag für den Pullover-Aufdruck: „Die Schule war öfter dicht, als wir.“

Dreimal Traumnote 1,0

An das ständige Auf und Ab des zurückliegenden Jahres erinnerte Elternbeiratsvorsitzende Martina Frantz, die allen für die Zukunft Glück, Mut, Ausdauer und Kreativität wünschte. „Ihr könnt stolz auf Euch sein!“ Nicht nur diejenigen, die für besondere Leistungen geehrt wurden. Nach einem Jahr Unterbrechung waren heuer erneut die Mädchen die Besten der Besten. Veronika Wiesgigl, Anna Seitner und Anna Hiergeist schlossen mit 1,0 ab. Alle 28 Einser-Zeugnisse wurden mit Buchgutscheinen honoriert. Ebenso die beiden Schülersprecher Angelica Florio und Alexander Burggraf, der gleichzeitig mit Philipp Schönauer oberster Schülersanitäter war.

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