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Pfarrer Hermann Streber (l.) feiert Diamantenes (60 Jahre) Priesterjubiläum. Pfarrer Erhard Wachinger feiert Goldenes (50 Jahre) Priesterjubiläum.

Jubiläum

Zwei Ruhestandspfarrer feiern 50 und 60 Jahre Priester-Dasein

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Sie sind zwei alte Hasen im Geschäft: Der Holzkirchner Pfarrer Erhard Wachinger feiert sein Goldenes Priesterjubiläum, Kollege Pfarrer Hermann Streber sogar sein Diamantenes. Aber von Ruhestand keine Spur...

Holzkirchen – Irgendwann muss Schluss sein mit der Bauerei. Schließlich hat Pfarrer Erhard Wachinger (77) schon viele kirchliche Baustellen begleitet. In den 70er Jahren übernahm er die Pfarrei Esting-St. Elisabeth – und damit eine Riesenbaustelle. Kirche und Pfarrzentrum mussten neu errichtet werden. Übergangsweise fanden die Gottesdienste in einem „Bierzelt aus Holz“ statt, erinnert er sich. 1990 wechselte Wachinger an die Pfarrei Zorneding St. Martin. Er machte die Sanierung von Kirche und Pfarrhaus mit sowie den Neubau des Pfarrheims. Seit 2005 weilt Wachinger in Holzkirchen – und auch hier entsteht mit St. Josef gerade ein neues Gotteshaus. „Gott sei Dank habe ich mit dem Bau nichts mehr zu tun“, sagt Wachinger und lacht.

Am Samstag, 1. Juli, feiert Wachinger sein Goldenes Priesterjubiläum (50 Jahre). Noch länger im Dienst – nämlich 60 Jahre – ist sein Kollege Pfarrer Hermann Streber. Am selben Tag feiert der 87-Jährige sein Diamantenes Priesterjubiläum. „Das ist schon etwas sehr Besonderes“, meint Pfarrgemeinderatsvorsitzender Matthias Hefter.

Monsignore Streber wurde am 29. Juni 1957 von Joseph Kardinal Wendel in Freising zum Priester geweiht. Als Kaplan in Dachau und in St. Paul an der Theresienwiese in München nahm er seine Arbeit als Seelsorger auf. Die Zeit in St. Paul prägte ihn sehr: Im Dezember 1960 stürzte ein Passagierflugzeug der amerikanischen Streitkräfte an der Theresienwiese ab. Streber spendete inmitten von Toten und Verletzten die Krankensalbung und den Angehörigen Trost. Auch theologisch war St. Paul ein prägender Ort: Er war berühmt für Formen der liturgischen Erneuerung, die dann im Zweiten Vatikanischen Konzil Anfang der 60er Jahre fester Bestandteil wurde.

Strebers geistliches Leitbild entspricht ganz dem Gedanken des Konzils: Sich den Menschen zuwenden, und ihre Freunde und Hoffnung teilen. Ihm ist es wichtig, dass jeder Mensch, egal, aus welchem Milieu er stammt „auf seine eigene Weise die Verbindung zu Jesus Christus herstellen“ kann. Er ist ein Mann mit einem offenen Herzen, einer der sich auf das Denken anderer Menschen gut einlassen kann. Diese Art der Seelsorge brachte Streber auch als Direktor im Spätberufenenseminar in Waldram ein sowie als Pfarrer in Dachau und in der Pfarrei Hl. Blut in München-Bogenhausen.

Vor 16 Jahren schlug der Pfarrer seinen Alterssitz in Holzkirchen auf – nicht weit von seinem Geburtsort Deisenhofen. Obwohl er offiziell im Ruhestand weilt, „springt er ab und zu bei Gottesdiensten ein“, sagt Hefter.

Ebenfalls im Unruhestand befindet sich der 77-jährige Pfarrer Wachinger. Im Pfarrverband Holzkirchen-Warngau steht er immer noch für Gottesdienste und Feiern der Sakramente zur Verfügung. 2013 wurde es noch mal richtig ernst für ihn: Nach dem Weggang von Pfarradministrator Ralph Regensburger übernahm er übergangsweise mit Ruhestandspfarrer Hansgeorg Schepping den Pfarrverband Warngau (wir berichteten).

Wachinger wurde exakt zehn Jahre später als sein Kollege – am 29. Juni 1967 – von Julius Kardinal Döpfner zum Priester geweiht. Wann sein Berufswunsch aufkam, weiß er nicht mehr genau. „Es ist irgendwie im Laufe der Jahre gewachsen“, erzählt er. „Eigentlich habe ich mich erst nach dem Abitur, nach einem längeren Krankenhausaufenthalt entschieden, Theologie zu studieren.“ Seine Kaplanzeit von 1967 bis 1975 war sehr abwechslungsreich. In Partenkirchen war er für die Mädchenjugend zuständig, gab Religionsunterricht. „Das war eine harte und spannende Lehrzeit.“ Dann landete er in den Pfarreien München St. Benno, München-Allerheiliggen und Untergiesing St. Franziskus. Nach seiner Zeit in Esting und Zorneding begann er 2005 in Holzkirchen als hauptamtlicher Seelsorgsmithilfe. Seit 2010 ist er offiziell Pfarrer i.R. also Pfarrer in Ruhe. Wachinger übersetzt das scherzend so: „In Rufweite“. Als Krankenschwester i.R. ist übrigens seine Pfarrhausfrau Irene Bigl, die ihm seit 41 Jahren den Haushalt führt, ebenfalls aktiv. Sie achtet auf seine Gesundheit.

Die Feierlichkeiten

finden am Samstag, 1. Juli, um 19 Uhr in St. Laurentius in Holzkirchen statt. Anschließend ist ein gemütliches Beisammensein mit Essen und Trinken im Pfarrsaal geplant. Für die musikalische Umrahmung sorgt der Kirchenchor unter der Leitung von Dirk Weil.

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