Ostbahnhof ist für S-Bahnen wieder frei – noch immer herrscht Chaos

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Am Holzkirchner Bahnhof

Pendler bekommen mehr Parkplätze

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Holzkirchen - Dauerparker bekommen eigene Zonen, das günstige Monatsticket gibt’s nur noch mit Fahrkarte: Die BahnPark zieht ihre Lehren aus den ersten drei Monaten Parkraumbewirtschaftung und führt 2016 am Holzkirchner Bahnhof neue Regeln ein. Vergeblich blieb ein Vorstoß der Gemeinde, für die Geschäfte kostenlose Kurzzeit-Plätze herauszuhandeln.

Den Autofahrer zu lenken oder gar aufs Fahrrad zu locken, ist ein schwierig Unterfangen. Die BahnPark-Planer gingen davon aus, dass die Gebührenpflicht am Holzkirchner Bahnhof dazu führen werde, dass Holzkirchner Pendler mit der Zeit zu Fuß oder mit dem Radl kommen und Dauerparker vergrämt werden.

Ein Trugschluss. Freie Plätze sind tagsüber kaum zu finden. „Die Nachfrage ist nach wie vor hoch“, stellte Verena Sattler fest, die als Standortförderin im Rathaus das Parkprojekt seitens der Gemeinde begleitet. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag erläuterte sie, wie die BahnPark ab Januar neue Stellschrauben drehen will.

Überrascht seien die Fachleute gewesen, dass die 19 Euro für das Monatsticket auch Anwohner nicht davon abgehalten hätten, ihr Auto weiter am Bahnhof zu parken. „Jetzt im Winter dürfte die Nachfrage noch weiter steigen, wenn noch mehr Pendler witterungsbedingt mit dem Auto kommen“, sagte Sattler. Deswegen werde die BahnPark das im September verknappte Angebot wieder um 50 bis 60 Plätze erweitern und das günstige Monatsticket an den Besitz eines Bahntickets knüpfen (siehe Kasten).

Ohne Bahnticket kostet die (ebenfalls zu beantragende) Parkkarte im Monat 38 Euro. „Warum lässt man Parken ohne Bahnbezug überhaupt noch zu?“, wollten Irmi Ammer (SPD) und Karl Bär (Grüne) wissen. Genaues sei dazu nicht zu erfahren gewesen, antwortete Sattler, „es hat wohl rechtliche Gründe“.

Es sei kaum möglich, am Bahnhof ausreichend Parkplätze anzubieten, sagte Christoph Schmid (CSU), „es werden immer zu wenige sein.“ Steuern lasse sich das nur über den Geldbeutel. 

Wolfgang Jennerwein (FWG) hätte sich gewünscht, dass die Gemeinde bei der anstehenden Neujustierung stärker auf die Interessen der Geschäftsleute am Bahnhof gepocht hätte. Es gibt bisher zwar Kurzzeit-Stellplätze, die allerdings 50 Cent kosten. „Die zusätzlichen Parkplätze entstehen auf Gemeindegrund, da wären doch problemlos auch einige kostenlose Kurzzeit-Parkplätze vor den Geschäften machbar gewesen.“ Vorstellbar sei eine halbe Stunde frei mit Parkscheiben-Regelung. Die Bahnpark habe sich darauf nicht eingelassen, sagte Sattler. „Dann haben Sie schlecht verhandelt“, gab Jennerwein zurück.

Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) nahm Sattler in Schutz. „Der Zungenschlag, dass die Gemeinde schlecht verhandelt habe, gefällt mir nicht.“ Er habe bisher nur von der Kritik eines Gewerbetreibenden gehört, der aber sogar über vier eigene Parkplätze verfüge. Die gewünschten „Brezentasten“, wie sie die Gemeinde bei ihrer Parkraum-Bewirtschaftung anbietet, habe die BahnPark abgelehnt. „Sie sagen, dann müssten sie das überall anbieten.“ Hans Putzer (SPD) sieht hier die Gemeinde ohnehin nicht in der Pflicht: „Wer ein Gewerbe betreibt und Parkplätze braucht, muss sie selber zur Verfügung stellen.“

Die 50 Cent für Kurzzeitparker seien aber trotzdem zu viel, findet Hubert Müller (FWG), „wenn man sieht, dass das Tagesticket nur einen Euro kostet“. Er glaubt auch nicht an die abschreckende Wirkung der 38 Euro für Langzeitparker ohne Bahnticket. „Wer jeden Tag ein Tagesticket zieht, für den wird’s schon billiger.“

Wenn es jetzt auch um Einzelheiten gehe, so hält Herbert Gegenfurtner (CSU) Parkgebühren am Bahnhof grundsätzlich für richtig. „Und es ist zur Nachahmung empfohlen.“ Auch andere Gemeinden seien gefordert, Parkplätze an Bahnhöfen vorzuhalten. Sebastian Franz (CSU) könnte sich sogar vorstellen, Pendler aus anderen Landkreisen nicht mehr am Bahnhof parken zu lassen. „Wir sind nicht das Parkhaus des Oberlands“, betonte Gegenfurtner.

Von Andreas Höger 

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