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Neue Angebote im Holzkirchner Batusa

Schwimmen im Kerzenschein

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Holzkirchen - Verglichen mit modernen Spaß-Bädern ist das Holzkirchner Batusa ein wenig spektakuläres und auffällig ruhiges Schwimmbad. Gerade darin könnte seine Stärke liegen. Die Besucherzahlen steigen. Und 2016 will das Team mit einigen Neuerungen punkten. Vielleicht wird daraus sogar großes Kino.

So ganz ohne bauliche Attraktionen ist das Batusa nicht. Die Marktgemeinde Holzkirchen stattete den Neubau 1992 mit Extras aus, die man sich leisten konnte: Eine 50 Meter lange Rutsche lockt insbesondere die Jugend, auch an ein Außenbecken mit 33 Grad warmem Wasser wurde gedacht. Zuvorderst sollten die Besucher aber das tun können, was der Name verspricht: Schwimmen. Damit und mit moderaten Preisen trotzte man der wachsenden Spaßbäder-Konkurrenz. 

Darauf will sich das achtköpfige Team von Schwimmmeister Hannes Kiesewetter aber nicht mehr ausruhen. Im neuen Jahr soll frischer Schwung ins Programm, es tauchen neue Angebote auf. Zum Beispiel am Dienstagabend: nach dem erst jüngst ins Programm genommenen Aqua-Jogging und der Aqua-Fitness (ab 18 Uhr, gebührenpflichtig, auch donnerstags) gehen die Lichter aus. Ab 20 Uhr ist zwei Stunden Kerzenschwimmen angesagt. „Ganz romantisch zu schöner Musik“, verspricht Kiesewetter, „herrlich zum Entspannen.“

Das Batusa kann aber auch laut und wild. Der Spiele-Nachmittag (dreimal in der Woche) bietet Action für Kinder und jung gebliebene Waserratten. „Da ist oft ordentlich Remmidemmi“, berichtet Kiesewetter. Und das Team hat weitere Ideen. Man will Schwimmkurse anbieten und Filme ins Bad holen. „Wir denken über ein Aqua-Kino auf großer Leinwand nach“, verrät Kiesewetter, „dafür sind aber noch einige Dinge abzuklären, zum Beispiel Gema-Gebühren.“

Die kleine Offensive kommt nicht ganz zufällig. Das benachbarte Alpamare in Bad Tölz, einst Branchenprimus, hat zugemacht, ebenso kleinere Bäder im Großraum München. Deren Gäste, die nunmehr auf dem Trockenen sitzen, will Kiesewetter nach Holzkirchen locken. „Unser Einzugsbereich ist schon jetzt relativ groß. Er reicht bis Rosenheim und Dachau und in den Münchner Süden.“ Ein großer Trumpf sind die günstigen Preise: Erwachsene zahlen für zwei Stunden vier Euro, Kinder und Jugendliche 2,50 Euro. Es fehlt allerdings eine angeschlossene Gastronomie, deswegen gibt es auch keine Tagestickets. 

Jährlich zählt das Holzkirchner Schwimmbad rund 88 000 Besucher, Tendenz steigend. „Es ist auch wetterabhängig“, sagt Sabine Kapfenberger, die bei den Gemeindewerken über die Schwimmbad-Zahlen wacht, „geht es im Winter gut zum Skifahren oder herrscht im Sommer Super-Badewetter, kommen weniger Besucher.“ 

Von einem einträglichen Geschäft ist der Betrieb des Schwimmbads ohnehin weit entfernt, im Gegenteil: 500 000 bis 600 000 Euro muss die Marktgemeinde jedes Jahr zuschießen, um das Defizit zu decken. Der Gemeinderat nimmt diese Kosten in Kauf. Selbst wenn die Besucherzahlen weiter steigen, wird sich das Bad nie selber tragen. Kapfenberger: „Unsere Prüfer sagen immer: Das Schwimmbad ist ein geborener Verlustbetrieb.“

Von Andreas Höger

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