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Internet-Angebot in Holzkirchen 

Telekom verspricht den "Daten-Turbo"

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Holzkirchen - Zehn Monate lang zogen die Telekom-Bautrupps durch Holzkirchen, um ihr Breitband-Netz aufzurüsten. Jetzt preist das Unternehmen einen neuen „Datenturbo“ an: 8200 Haushalte sollen Internet-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) buchen können.

Der Ausbau-Elan, den die Telekom in Holzkirchen an den Tag legte, ist ungewöhnlich in der Region. In der Regel lässt sich der Branchenprimus den Breitband-Ausbau von den jeweiligen Gemeinden mitfinanzieren. In Holzkirchen machte sich das Unternehmen indes auf eigene Rechnung ans Werk und investierte kräftig: 14 Kilometer wurden gegraben, 40 Kilometer Glasfaser verlegt, 36 Verteilerkästen wurden nachgerüstet. 

Ein leichtes Grinsen kann sich Albert Götz, Geschäftsführer der Gemeindewerke Holzkirchen, angesichts dieses Ausbauprogramms nicht verkneifen. „Ganz zufällig kommt das nicht“, glaubt er. Ausgerechnet in dem Jahr, in dem die Gemeindewerke mit dem Aufbau eines eigenen Glasfasernetzes begannen, kam der Branchenprimus auf die Idee, das Holzkirchner Netz nachzurüsten. Der lokale Konkurrent kann’s verstehen und bleibt gelassen. Wo Ballungsgebiete liegen und Konkurrenz drohe, sei ein Nachrüsten wirtschaftlich geboten. „Ist ja gut für die Bürger der Marktgemeinde, wenn es endlich schnelles Internet gibt“, sagt Götz.

Die Gemeindewerke haben ihr Ausbautempo deswegen etwas gedrosselt. Etwa 100 Kunden im Ortskern, im Neubaugebiet Flachsfeld, in Fellach und in den Gewerbegebieten sind bereits ans Glasfasernetz der Werke angeschlossen. Übertragungsraten von bis zu 200 Mbit/s sind möglich. „Mit gebremstem Schaum“, so Götz, laufe der Ausbau weiter; etwa 150 000 Euro wollen die Werke auch 2016 investieren.

Nun ist die Telekom am Zug, ihren neuen „Datenturbo“ zu vermarkten. „Das neue Netz ist so leistungsstark, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind“, schwärmt Regiomanager Norbert Kreier. Profitieren können ab sofort rund 8200 Haushalte im Vorwahlbereich 08024; neben Holzkirchen sind dies die Ortsteile Föching, Fellach, Haid, Groß- und Kleinhartpenning, Marschall, Roggersdorf, Erlkam, Sufferloh, Thann und sogar Teile der Gemeinde Valley. 

Die höheren Geschwindigkeiten im VDSL-Netz erzielt die Telekom durch Vectoring-Technik, die elektromagnetische Störungen auf den Kupferleitungen beseitigt. Das Kupfer führt von den Verteiler-Gehäusen, den grauen Kästen am Straßenrand, in die Wohnung des Kunden. Beim Herunterladen erhöht sich die Geschwindigkeit von 50 auf bis zu 100 Mbit/s, beim Upload vervierfacht sich das Tempo auf bis zu 40 Mbit/s. Das hilft beim Austausch von Dokumenten, Fotos und Videos im Internet. 

Allerdings: Die „letzte Meile“, also die Verbindung von den Verteilerkästen zum Kunden, bleibt weiterhin aus Kupfer. Wer zu weit von den Kästen entfernt liegt, dürfte kaum 100 Mbit/s abschöpfen können. Die Gemeindewerke setzen dagegen auf reine, leistungsstärkere Glasfasertechnik bis in die einzelnen Häuser. „Darin liegt die Zukunft“, sagt Götz, „die Ansprüche an die Internet-Geschwindigkeit werden immer größer.“ Man werde abwarten, ob der neue „Turbo“ der Telekom auch halte, was er verspricht. „Letztlich werden die Kunden entscheiden, ob wir als Gemeindewerke wieder aktiver werden müssen.“

Von Andreas Höger

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