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Geräumig und klar strukturiert: Mitte Februar soll die Traglufthalle im Moarhölzl stehen. Unser Bild entstand in einer ähnlichen Unterkunft in Unterföhring

Flüchtlings-Unterkunft im Moarhölzl

Kochen gegen die Langeweile

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Holzkirchen - Die Traglufthalle für Asylbewerber kommt nun doch schneller als gedacht: Mitte Februar soll im Moarhölzl südlich von Holzkirchen die Unterkunft für 320 Flüchtlinge bezugsfertig sein. Unklar ist noch, ob die Bewohner selber kochen oder das Essen geliefert bekommen. Der Bürgermeister hat dazu eine klare Meinung.

Lange hieß es, die Traglufthalle steht noch vor Weihnachten. Als dann überraschend eine Gasleitung unter dem geplanten Standplatz entdeckt wurde (wir berichteten) und dieser verlegt werden musste (jetzt nördlich des Moarhölzl-Wegs), rechnete das Landratsamt mit einem Aufbau erst Anfang März. „Wir gehen aktuell davon aus, dass die Traglufthalle Mitte Februar aufgestellt wird“, erklärt Birger Nemitz, Sprecher der Kreisbehörde, auf Anfrage. Bis dahin sollen die Erdarbeiten und die Aufkiesung ebenso fertig sein wie die nötigen Anschlüsse. 

Womöglich sind sogar zusätzliche Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse für Kochgelegenheiten nötig. „Wir sind da noch in Gesprächen“, sagt Nemitz. Die Frage ist: Liefert ein Caterer dreimal täglich fertiges Essen in die Unterkunft oder wird ein separater Kochcontainer neben der Halle aufgestellt, in dem die Flüchtlinge selber kochen können? Das Landratsamt hat beim Berliner Unternehmen Paranet, dem deutschlandweiten Marktführer in Sachen Traglufthallen, ein Gesamtpaket bestellt: Eine Halle für 320 Flüchtlinge inklusive Sicherheitsdienst und eben einen Caterer. In der Halle darf aus Brandschutzkosten nicht gekocht werden.

„Ich würde mir wünschen, dass die Flüchtlinge selbst kochen dürfen“, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis. So seien die Bewohner beschäftigt, könnten einkaufen und gemeinsam ihr Essen zubereiten. „Gemeinschaftliches Kochen fördert das Zusammenleben“, betont Löwis, „gerade in den Herkunftsländern vieler Flüchtlinge gilt Kochen und Essen als zentraler Ausdruck einer Gemeinschaft.“ 

Ein Caterer dagegen könne schwerlich immer auf alle Wünsche eingehen, sagt Landkreis-Sprecher Nemitz. „Verschiedene Kulturkreise haben verschiedene Geschmäcker.“ Der Landkreis habe in der Tegernseer Turnhallen-Unterkunft schon selbst die Erfahrung gemacht, dass das Thema Essen einiges Konfliktpotenzial birgt. Die Regierung von Oberbayern, die letztlich die Unterkunft bezahlt, spricht sich laut Nemitz für einen Kochcontainer aus. Rechnerisch seien elf Kochstellen nötig, zudem müssten 100 Kühlschränke angeschafft werden. 

Verwundert nahm der Bürgermeister zur Kenntnis, dass Kühlschränke nur in Verbindung mit Kochcontainern möglich sind. „Kühlschränke gehören doch auf jeden Fall dazu.“ Zu klären sei hier und vor allem bei den Kochstellen die Frage der Hygiene. „Das könnte ein Problem sein“, fürchtet Löwis, „aus den Wohncontainern weiß ich, dass es schwierig ist, diese Bereiche stets sauber zu halten.“ 

Versorgen sich die Asylbewerber selber, bekommen sie Essensgeld. Das Asylbewerber-Leistungsgesetz sieht laut Nemitz 212 Euro monatlich für einen Erwachsenen vor, Paare bekommen je 190 Euro.

Zum Einkaufen in Holzkirchen können die Hallen-Bewohner den Bus nutzen. Der RVO will am Moarhölzl in Richtung Holzkirchen eine zusätzliche Haltestelle einrichten. Die Erfahrung habe gezeigt, sagt Löwis, dass die meisten Flüchtlinge selbst längere Fußmärsche nicht scheuen und gerne Fahrräder nutzen.

Hier könnte es ein Sicherheits-Problem geben, da die Flüchtlinge die B 13 queren müssen, um auf den Geh- und Radweg in Richtung Holzkirchen zu gelangen. „Einer Ampel oder Querungshilfe werden wir dort schwerlich bekommen“, sagt der Bürgermeister. Vorsorglich habe das Straßenbauamt im fraglichen Bereich bereits Tempo 70 angeordnet. Laut Löwis gibt es Überlegungen, den Flüchtlinge einen weniger gefährlichen Weg ins Ortszentrum schmackhaft zu machen, der über Feldwege und die Thanner Straße führt.

Von Andreas Höger

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