Soul-Legende Aretha Franklin ist tot

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Wie sicher sind unsere Daten im Netz? Arne Schönbohm (r.), Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, referierte darüber in Darching.

Unternehmen wehren sich

Das tun Unternehmen gegen Cyber-Attacken

Wer mit dem Internet arbeitet, muss auch die Risiken kennen. Die Holzkirchner Unternehmen planen jetzt für mehr Sicherheit.

Mitterdarching – Hacker-Attacken rücken das Thema Cybersicherheit immer stärker in den Blickpunkt. Privatpersonen, Firmen und öffentliche Organisationen sind gleichermaßen betroffen. Der CSU-Ortsverband Valley griff zusammen mit den Verbänden aus Otterfing, Holzkirchen, Warngau und Weyarn die Problematik auf und veranstaltete im Darchinger Hof nun einen Informations- und Diskussionsabend zu dieser brisanten wie komplexen Thematik. Als hochkarätiger Referent stand dabei einer der kompetentesten und einflussreichsten Experten und Entscheidungsträger Rede und Antwort: Arne Schönbohm, der Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Er war extra aus Bonn angereist.

Die Stimmkreisabgeordnete und Staatsministerin Ilse Aigner verwies auf die Brisanz von Datensicherheit und Datensicherung, die jeden Privatmann, jedes Unternehmen von der Schreinerei bis zum Energieversorger mehr oder weniger gravierend betreffe. Aigner stellte fest, dass die Staatsregierung bereits viel unternommen habe, jedoch noch viel zu tun sei.

Seit zwei Jahren leitet Schönbohm das vor 26 Jahren gegründete BSI. Einmal täglich trifft er sich mit seinen Kollegen im Cyber-Abwehrzentrum zum Lagebericht. Weltweit existierten 620 Millionen Schadprogramme, und jeden Tag werden etwa 380 000 neue Varianten entdeckt. Hacker senden Mails mit angehängten Trojanern, dringen in Datenbanken ein und fordern Lösegelder. Das BSI versucht, derartige Angriffe abzuwehren. Richtete sich die Veranstaltung doch eher an Interessenten, die aus beruflichen Gründen mit der Welt der IT vertraut waren, so gab es doch auch den einen oder anderen Tipp für den ganz normalen Verbraucher. „Wer von Ihnen hat ein Sicherheitssystem auf dem Smartphone? Wer von Ihnen macht Sicherheitskopien etwa von privaten Kinderfotos?“ Damit traf Schönbohm schon bei vielen ins Schwarze.

Kindern werde zwar beim Fahrradfahren geholfen, beim Umgang mit dem Smartphone jedoch eher selten. Die Lehrer in der Schule mit entsprechender Aufklärung zu betrauen, mache vor allem deshalb wenig Sinn, weil meistens die Kinder schon mehr wüssten als die Erziehenden. Gut vorstellen könnte sich Schönbohm eine Art „Der 7. Sinn“, der Verkehrserziehungssendung, die 40 Jahre im Fernsehen lief, für das richtige Verhalten im Cyberspace. Es gelte, sich um die effektive Verschlüsselung von Daten, die Vergabe von Sicherheitskennzeichen, Zertifizierung, Mindesthaltbarkeitsdaten von Software zu kümmern. Aigner verriet nebenbei, dass sie kein Online-Banking am Smartphone, sondern nur am geschützten Computer betreibe. Für private und öffentliche Unternehmen sei es wichtig, ein vernünftiges Risikomanagement („Welche Risiken gehe ich ein, welche nicht?“) zu betreiben und die Informationssicherheit als Chefsache zu behandeln. Ganz allgemein sei es notwendig, dass – trotz des bestehenden hohen Qualitätsniveaus und der herausragenden IT-Sicherheitsindustrie in Deutschland – Staat, Wirtschaft und Gesellschaft mit vereinten Kräften und in ständiger Kommunikation miteinander an das Problem herangehen.

Die abschließende Fragerunde bestand aus relativ speziellen Fragen aus unterschiedlichen, meist unternehmerischen Blickwinkeln. Griffig wurde es, als einer der etwa 40 interessierten Besucher nach der Sicherheit der Banken fragte. Hier beruhigten Aigner und Schönbohm. Sie verwiesen auf die sehr strengen Finanzregularien hierzulande und vertrauen der Wirksamkeit der Einlagensicherungssysteme.

Von Reinhold Schmid

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