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Versuchte Vergewaltigung durch Asylbewerber war vorgetäuscht

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Von: Andreas Höger

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In der Holzkirchner Bahnhof-Unterführung kam es in der Nacht auf 23. Juli zu der folgenschweren Begegnung zwischen einer 19-jährigen Holzkirchnerin und drei Asylbewerbern. Der Vorwurf der versuchten Vergewaltigung erwies sich jedoch als haltlos. © tp-Archiv

Holzkirchen - Spektakuläre Wende eine spektakulären Falls: Die versuchte Vergewaltigung einer 19-Jährigen durch drei Asylbewerber in der Nacht von  22. auf 23. Juli war offenbar vorgetäuscht. Jetzt ermittelt die Polizei gegen das vermeintliche Opfer.

Wie das Polizeipräsidium Oberbayern am Donnerstag überraschend mitteilte, dürfte die versuchte Vergewaltigung in der Nähe des Holzkirchner Bahnhofes in der ursprünglich geschilderten Form nicht stattgefunden haben. Die drei tatverdächtigen Flüchtlinge aus Afghanistan, alle erst 18 Jahre alt, wurden am Donnerstag aus der Untersuchungshaft entlassen. Laut Polizei sind sie nicht wieder nach Holzkirchen zurückgekehrt, sondern wurden in einer Münchner Einrichtung einquartiert.

Der entscheidende Hinweis kam laut Polizei von einem unbeteiligten Zeugen, der sich bei der Kriminalpolizei Miesbach gemeldet hatte und einen Tatverlauf schilderte, der sich deutlich von dem Bericht des vermeintlichen Opfers unterschied.  Als die Beamten die junge Holzkirchnerin am späten Mittwochnachmittag (5. August) mit den Angaben des Zeugen konfrontierten, räumte die Frau ein, dass ihre Schilderungen nicht der Wahrheit entsprachen.

"Vorwurf der Vergewaltigung nicht zu halten"

Nach aktuellen Erkenntnissen dürften zwei der drei 18-jährigen Verdächtigen an den Tathandlungen gar nicht beteiligt gewesen sein. Der Dritte hielt die Hand des Mädchens und ging mit ihr durch die Fußgängerunterführung am Bahnhof. Als er zudringlich wurde und die 19-jährige oberhalb der Kleidung zu streicheln begann, wehrte sich das Mädchen und der Tatverdächtige ließ von ihr ab.

"Der Vorwurf einer versuchten Vergewaltigung ist so nicht mehr zu halten", sagte ein Polizeisprecher gestern. Die drei jungen Männer wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II am Donnerstag aus der Untersuchungshaft entlassen. Einer der jungen Afghanen muss sich allerdings noch wegen seines Streichelversuchs verantworten, die Polizei ermittelt wegen "Beleidigung auf sexueller Grundlage".

Ermittelt wird nunmehr auch gegen die 19-jährige Holzkirchnerin. Ihr wird das Vortäuschen einer Straftat zur Last gelegt. Da die Verdächtigen über zwei Wochen lang im Gefängnis saßen, wird gegen die junge Frau auch wegen Freiheitsberaubung ermittelt.

Derzeit kommen so viele Flüchtlinge wie noch nie in München an, 386 an einem Tag. Auch in Bayern steigt die Zahl der Flüchtlinge immer weiter. Doch wie will die Münchner Polizei auf die Herausforderung reagieren?

Von Andreas Höger

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