Ben Kettels hält Ingwerkonzentrat und Knollen in die Höhe
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Geschäftsführer Ben Kettels von Ben‘s Ginger und sein Team stellen das Ingwerkonzentrat in Holzkirchen her.

Interview mit Geschäftsführer von Ben‘s Ginger

Trendige Wunderknolle Ingwer: „In erster Linie schmeckt er gut“ 

Er soll bei Erkältungen oder Verdauungsbeschwerden helfen: Ingwer gilt als Geheimwaffe. Das sagt Ben Kettels von Ben‘s Ginger in Holzkirchen, dazu.

Holzkirchen - 2013 entstand in einer Münchner Bar die Idee: Mit einer Obstpresse, etwas Limetten- und Zitronensaft, ein wenig Zucker und Mandelsirup mischte der damalige Student Ben Kettels sein erstes eigenes Ingwerkonzentrat. Bald lieferte er an Barbesitzer und Privatpersonen. Als die Nachfrage zu groß wurde, fand er Produktionsräume in Holzkirchen, wo die Firma Ben’s Ginger seit 2016 sitzt.

Mittlerweile werden mehr als 57 000 Liter des gelben Konzentrates pro Jahr produziert. Ingwer gilt gemeinhin als Wunderknolle. Er soll bei Erkältungen oder Verdauungsbeschwerden helfen und die Durchblutung anregen. Im Gespräch verrät Geschäftsführer Kettels (32), ob das Trendgewächs die Erwartungen erfüllt. 

Herr Kettels, der Ingwer gilt im Volksmund mittlerweile als Geheimwaffe gegen allerlei Beschwerden. Was kann er alles?

Also in erster Linie schmeckt er gut. Egal ob im Tee, im kalten Wasser, in einem Mixgetränk, im Kuchen oder anderen Speisen. Er gibt immer einen speziellen unverkennbaren Geschmack ab. Ich selbst trinke ihn am liebsten im Tee. Es kommt schon vor, dass ich einen halben Liter am Tag trinke und an anderen Tagen dann keinen Tropfen. Mich belebt das Ingwer-Konzentrat in erster Linie und hält mich wach. Bestimmt gibt es viele unterschiedliche Empfindungen bezüglich der Wirkung des Ingwers. Fest steht, dass wir im Winter zwei Drittel und im Sommer ein Drittel Umsatz machen. Das bedeutet, der Konsument bringt Ingwer eher mit einem Heißgetränk in Verbindung. Jeder hat eine andere Vorstellung, für was der Ingwer gut sein soll. Das ist interessant.

Wenn man bei der Produktion zusieht, schaut das nach Handarbeit aus.

Das kann man getrost sagen. Wir nehmen jede Flasche 14 Mal in die Hand. Zum Reinigen und Desinfizieren, zum Befüllen, zum Etikettieren und für viele weitere kleine Zwischenschritte. Aber auch der Ingwer, der aus Peru kommt, wird von Hand so klein gebrochen, dass beim Waschen Erdrückstände weggespült werden müssen. Da wünschen wir uns oft etwas mehr Automatisierung, aber das würde mehr Platz erfordern. Momentan produzieren wir vier Tage im Monat und sind dann meist zu sechst am Werk. Mit zwei Festangestellten und je nach Bedarf mit befreundeten Studenten. Vielleicht brauchen wir auf lange Sicht neue Räume.

Also steht eine größere Produktionsstätte an?

Also momentan geht es ja noch sehr gut hier. Ich denke eher langfristig. Ein größeres Objekt könnte in einigen Jahren aktuell werden. Bis dahin schaffen wir es hier auf den 100 Quadratmetern. Einige Spültätigkeiten verrichten wir hier in der Einfahrt. Da bleiben die Passanten oft stehen und schauen zu und stellen Fragen. Es ist immer nett, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Ihr Ingwer kommt aus Peru, was zeichnet diese Knollen aus?

Es ist ein reiner Bioingwer, und die Qualität ist konstant hoch. Ich habe die Produzenten kennenlernen dürfen, als sie einmal in Deutschland auf einer Messe waren. Ich bin überzeugt von ihrer Philosophie, die ähnlich wie meine ist. Der Fokus liegt auf der hohen Qualität des Produktes, nicht auf der Masse, oder einem schnellen Absatz. Der Ingwer wächst ein Jahr und reift ein weiteres halbes Jahr, bevor wir ihn hier verarbeiten. Wir pasteurisieren Ben’s Ginger übrigens nur und kochen ihn nicht. Bei 80 Grad bleiben die Inhaltsstoffe erhalten und verkochen nicht. Ich würde sehr gerne bald nach Peru fahren und mir dort alles selbst ansehen, aber da möchte ich vorher noch besser Spanisch lernen, damit ich mich gut unterhalten kann.

Wer trinkt denn Bens Ginger?

Also im Prinzip gibt es da keine besonderen Merkmale. Alt wie jung, Mann und Frau, der Ingwer hat sich schon lange einen Namen hier gemacht. In Holzkirchen kann man Ben’s Ginger im BioTerra-Markt und im Franzetti kaufen. In großen Mengen verkaufen wir auch Sonderabfüllungen für Eisdielen, Bier- und Limoproduzenten an. Wenn ein Kunde eine andere Mischung möchte, können wir Sonderwünsche erfüllen. Das ist der Vorteil von einem so kleinen Unternehmen, dass wir sehr flexibel sind. Im Winter machen wir zum Beispiel einen Winterpunsch. Wir liefern vor allem nach München und der Region bis nach Österreich, und die Nachfrage steigt.

Das Gespräch führte Kathrin Suda.

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