Zeugenaussagen und Fingerabdrücke beim zweiten Verhandlungstag

Chaos-Trip durch Holzkirchen: Waren es diese drei Burschen?

Holzkirchen - Drei Burschen werden beschuldigt, eine Spur der Verwüstung durch Holzkirchen hinterlassen zu haben. Auch auf dem Parkdeck der Realschule sollen sie gewütet haben. Jetzt haben weitere Zeugen ausgesagt.

Neue Erkenntnisse ja, Urteile nein: So lautet das Fazit der Fortsetzungsverhandlung am Miesbacher Amtsgericht gegen drei junge Männer aus Holzkirchen (19, 20) und Reichersbeuern (21). Besagtes Trio soll im November des vergangenen Jahres in einer Nacht an zwölf Autos Autospiegel ab- sowie eine Windschutzscheibe eingeschlagen haben (wir berichteten). Zudem sollen sich die Drei am Parkdeck der Holzkirchner Oberland-Realschule an Lichtleisten vergangen, diese herausgerissen und auf den Boden geschmissen haben.

Polizist bringt ein wenig Licht ins Dunkel

Ein Beamter der Holzkirchner Polizeiinspektion brachte in diesem Fall nun einige neue Details ans Licht: 'Eine Zeugin, die die Drei auf dem Parkdeck hat davonlaufen sehen, hat uns eine Jacke beschrieben, die vermutlich einem der drei jungen Männer gehört. Denn darauf war ein gut erkennbares Schriftzeichen zu sehen.' Ein Kollege des Polizisten soll die beiden Holzkirchner in der Nacht der Parkdeck-Verwüstung auch kontrolliert und dabei die Jacke erkannt haben. 

Zudem soll ein Party-Veranstalter - auf diese Party wollte das mutmaßliche Verwüster-Trio gehen - Namen von Leuten genannt haben, die sich in besagter Nacht in der Straße aufhielten, in der von mehreren Autos die Außenspiegel abgebrochen wurden. Die Namen waren die der beiden Holzkirchner. Übereinstimmen mit der Aussage des Party-Veranstalters würde auch die eines Zeugen der ersten Verhandlung. Er will zwei der drei sogar gesehen haben, als sie Spiegel abbrachen.

Reichersbeurer belastet sich selbst

Was den Reichersbeurer betrifft, belastete er sich selbst mit seiner Aussage bei der Polizei. Gleich am darauffolgenden Tag, so der Polizist, erklärte der 21-Jährige, 'dass er einen Autospiegel abgebrochen und den dann in die Windschutzscheibe eines anderen Fahrzeugs geworfen hat'.

Es gibt Fingerabdrücke

Von mehreren Tatorten sollen auch Fingerabdrücke gemacht worden sein, die auf das Profil des Reichersbeurers passen. Soweit stimmt alles überein. In der Fortsetzungsverhandlung folgte nun aber die Kehrtwende durch den Verteidiger des 21-Jährigen, Holger Hesterberg: 'Mein Mandant hat sich zu der Aussage hinreißen lassen, weil er noch alkoholisiert war. Daher nehmen wir die Einräumung der angeblich durch ihn begangenen Taten zurück. Er wusste alles nur noch lückenhaft.'

Somit fehlen weitere Zeugen, die dem dritte Prozesstag in rund zwei Wochen noch beiwohnen sollen, um aufzuklären, was in den beiden November-Nächten des vergangenen Jahres im Holzkirchen wirklich passiert ist.

Philip Hamm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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