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Bei der Bohrmeißel-Weihe versammelten sich späten Donnerstagnachmittag (v.l.) Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Landrat Wolfgang Rzehak, Albert Götz, Geschäftsführer der Geothermie GmbH, und Bürgermeister Olaf von Löwis in der Alten Au.

Geothermie-Bohrung in Holzkirchen

Segen für die Reise zum Mittelpunkt der Erde

Holzkirchen - Mit Gottes Segen geht es in die Tiefe: Am Donnerstagnachmittag hat die Geothermie-Bohrung in Holzkirchen den Segen bekommen. Auch Wirtschaftsministerin Aigner schaute dazu am Bohrplatz vorbei.

Als der große Moment kommt, versagt der Ton. Albert Götz, Geschäftsführer der Geothermie GmbH, steht auf der Bühne, das Mikro ist zu leise. „In die Hand nehmen und reinbeißen“, scherzt Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Dann klappt’s: Götz dankt allen „Tüftlern, Entscheidern und Planern“. Bis Ende 2017 soll das Kraftwerk in Betrieb gehen, sagt er. Zum Start der Bohrung für das Geothermie-Projekt in Holzkirchen haben der katholische Pfarrer Gottfried Doll und sein evangelischer Kollege Wolfgang Dörrich am Donnerstagnachmittag Bohrplatz und Meißel gesegnet. Viele Bürger waren dazu in die Alte Au gekommen. Der Musikzug Holzkirchen spielte. 

Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) verglich die Bohrung bis in 5000 Meter Tiefe mit dem Buch „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ von Jules Verne und den Bohrturm mit einer Rakete, die nach unten schießt. Nach zehn Jahren des Planens sei man soweit. Auch Rückschläge waren dabei, erinnerte er – etwa als eine drohende Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für Unsicherheit sorgte und als die erste Bohrung bei einem Projekt in Gelting fehlschlug und Versicherer sich zurückzogen. Die Gemeinde habe ihr Projekt abgespeckt, von 70 Millionen Euro Invest auf jetzt 40 Millionen. „Wir stehen unter Zeitdruck.“ Stichtag für die Stromerzeugung sei der 31. Dezember 2017. Danach sinke die Einspeisevergütung. 

Aigner versprach, sich beim Bund bei der anstehenden EEG-Novelle für andere Lösungen einzusetzen. „Bis zu 10 000 Tonnen CO2 können wir Jahr für Jahr einsparen.“ Bayernweit sei es das 25. Projekt, bei dem die Bohrphase beginne. Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) sprach von einem Vorzeigeprojekt für die Energiewende im Landkreis. Der Bohrturm sei „ein Symbol dafür, dass ein fundamentales Umdenken“ stattgefunden habe. „Eine Vision ist Wirklichkeit geworden.“

mar

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