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Marktgemeinde verkauft Grundstücke 

Ansturm auf zwölf Bauparzellen

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Holzkirchen - Begehrter Ort, gute Lage, fairer Preis: Diese Kombination gilt auf dem überhitzten Immobilienmarkt der Region als ausverkauft. Umso größer ist der Ansturm auf ein Angebot des Markts Holzkirchen: Zwölf Bauparzellen sind zum Fixpreis abzugeben. Fast hundert Bewerbungen liegen bereits vor.

Das Paket ist zweigeteilt. Im Neubaugebiet Neuerlkam (Grünlandweg) verkauft die Gemeinde Grundstücke für drei Einfamilienhäuser und fünf Doppelhaushälften; die Größe liegt zwischen 330 und 640 Quadratmeter, der Quadratmeter kostet hier 680 Euro. Günstiger wird es in Kleinhartpenning. Dort sind Parzellen für je zwei Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften zu haben. 380 Euro müssen die Käufer dort bezahlen.

Bewerben um den kostbaren Baugrund kann sich grundsätzlich jeder, wie Bauamtsleiter Karl Herbst betont. Ein Punktesystem räumt jedoch Gemeindebürgern gewisse Vorteile ein. Maximal 20 Punkte gibt es für jedes Jahr, das ein Bewerber in der Marktgemeinde verbrachte; ehemalige Holzkirchner können höchstens 15 Jahre geltend machen. Jeweils zehn Punkte bringen Kinder, für die Kindergeld bezahlt wird.

„Wir haben natürlich die Einheimischen im Fokus“, sagt Bürgermeister Olaf von Löwis. Ein klassisches „Einheimischenmodell“ sei aber aus juristischen Gründen nicht möglich gewesen. Es ist also denkbar, dass auswärtige Familien mit vielen Kindern die Einheimischenpunkte wettmachen oder sogar überflügeln. „Es gibt auswärtige Bewerber, die über ihre Kinderzahl hohe Punktzahlen erreichen“, bestätigt Herbst.

Die Bewerbungsfrist läuft bis Ende des Jahres. Vergeben wird laut Bürgermeister jedes der zwölf Grundstücke nach Höchstpunktzahl. „Bei gleicher Punktzahl entscheidet das Los“, sagt Löwis, „ich kann mir vorstellen, dass wir einige Male losen müssen.“ Fast hundert Bewerbungen sind bereits eingegangen. „Fast täglich kommen neue dazu“, berichtet Herbst.

Noch im ersten Quartal 2016 sollen die Verkäufe über die Bühne gehen. Mit dem Erlös, gut 3,5 Millionen Euro, will die Gemeinde selbst Häuser bauen, um nicht zuletzt für eigene Angestellte „bezahlbare“ Mietwohnungen auf den Markt zu bringen. Ein Wohnblock am Grünlandweg (15 bis 18 Einheiten) macht 2016 den Anfang.

Die zwölf von der Gemeinde angebotenen Grundstücke werden nach Ansicht von Experten kaum Druck vom Kessel nehmen. „Die Nachfrage nach Baugrund in Holzkirchen ist riesig“, weiß der ortsansässige Immobilienmakler Mario Haitzer (Rimaldi), „wir haben 200 bis 300 ernsthafte Interessenten, die wir nicht bedienen können.“ Leider sei das Angebot viel zu dürftig, obwohl es auch im Innenbereich etliche sehr gute Lagen gebe. Diese Grundstücke sind jedoch in privater Hand, die Besitzer wollen nicht verkaufen.

Das knappe Angebot verleitet andererseits manchen Verkäufer, Mondpreise aufzurufen. Eine Doppelhaushälfte ist 750 000 Euro wert, verlangt werden 1,3 Millionen. „Das kommt vor“, sagt Haitzer, „vor allem Private bieten teilweise brachial überteuert an.“ In der Regel gehe der Schuss nach hinten los. Ernsthafte Käufer seien dank Internet sehr genau über Marktpreise informiert. Stehe ein Objekt zu lange überteuert zum Verkauf, „verbrenne“ das Angebot. „Wer zu hoch reingeht, kriegt unterm Strich meistens weniger als wenn er gleich einen fairen Preis angesetzt hätte.“ 

Die Gemeinde verlangt in Neuerlkam faire Preise, findet der Experte. 680 Euro für den Quadratmeter in Neuerlkam „sind sicher nicht günstig, aber das passt“, sagt Haitzer. Auch der deutliche Abschlag in Kleinhartpenning sei gerechtfertigt. In Holzkirchen gebe es den Bahnhof, den Arbeitgeber und alle Schulen vor Ort. „Wenn ich dann Marschall oder Hartpenning nehme – das sind preislich ganze andere Welten.“

Wird die Gemeinde bald eine zweite Tranche nachlegen und weitere Bauplätze vergeben? „Mal schauen, welche Erfahrungen wir machen“, sagt der Bürgermeister. Demnächst werden im Neubaugebiet Maitz etliche Parzellen der Gemeinde baureif. „Wir haben dort schon ähnliche Gedanken.“

Von Andreas Höger

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