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Die Umsätze reichen nicht mehr  

Adler-Apotheke muss schließen

Holzkirchen - Die Adler-Apotheke muss aufgeben. Vier Jahre lang hat Inhaberin Veronika Behr versucht, die Apotheke doch noch zu retten. Am 30. Dezember ist nun endgültig Schluss. Die wachsende Konkurrenz und die lange Baustelle nebenan sind laut Behr mitverantwortlich für das Ende.

Veronika Behr hat eine langjährige Verbindung zur Adler-Apotheke in der Münchner Straße. 1999 absolvierte sie hier ein Praktikum, dann entschied sie sich für ein Pharmazie-Studium. 2008 kam sie zurück nach Holzkirchen und übernahm als Geschäftsführerin die Traditionsapotheke. Zwei Jahre später kam, als Filiale, die Markt-Apotheke hinzu.

Bald gerieten Behr und ihr Team die Schieflage. 2011 musste sie Insolvenz anmelden. Die Markt-Apotheke sei zu sehr mit Apotheker Peter Gerhold verbunden gewesen, sagt Behr. „Als er nicht mehr in der Apotheke war, gingen auch die Umsätze zurück.“ Gerhold kaufte „seine“ Apotheke 2012 zurück. 

Insolvenzverwalter Alfred Ponzer war damit nur noch für die „Adler“ zuständig. „Uns war wichtig, die Arbeitsplätze zu erhalten“, schildert Behr die Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter. Man habe ein wenig darauf spekuliert, dass die Sparkasse auf dem alten Baywa-Gelände ihre größte Filiale im Landkreis eröffnet. „Das hätte uns sicher viel Laufkundschaft gebracht“, glaubt Behr. Stattdessen übernahm ein Bauträger, die Vilgertshofer GmbH, das Areal. „Mit Beginn der Bauarbeiten 2013 wurde alles noch schlimmer“, sagt Behr, „die Umsätze gingen weiter zurück.“ Besonders schmerzlich: „Die Parkplätze vor der Apotheke waren regelmäßig von Baufahrzeugen versperrt.“ Sie habe sich hilfesuchend an die Gemeinde gewandt, „die konnte mir aber auch nicht helfen“. 

Robert Haunschild, Geschäftsleiter im Rathaus, sieht das anders. Als die Apotheke Insolvenz angemeldet habe, sei ja noch gar nicht gebaut worden. „Da gab es zwei Parkplätze vor der Apotheke.“ Mit Baubeginn seien die Parkplätze allerdings immer wieder von Baufahrzeugen blockiert gewesen. „Das war eine Belastung für die Nachbarschaft“, räumt Haunschild ein, „aber die Schieflage der Apotheke hat ja schon zwei Jahre zuvor begonnen.“ 

Dazu kam eine erstarkende Konkurrenz im Ort. Behr verweist auf die Eröffnung der zweiten großen Seemüller-Apotheke im Hep. Aufgrund der schlechten Umsatzzahlen fanden sich keine Käufer für die „Adler“. Ponzer wartete noch ab, bis die Bauarbeiten nebenan fertig waren. „Uns war klar, dass dieses Jahr eine Entscheidung fallen muss“, erklärt Behr. 

Ende des Jahres gehen jetzt also endgültig die Lichter aus. „Ich bin der Apotheke seit Jahren eng verbunden“, sagt Behr, „aber der Kampf um den Umsatz war nervenaufreibend. Ich bin froh, dass wir jetzt nicht mehr in der Luft hängen.“ Die Kunden werden von der Marien-Apotheke in der Miesbacher Straße übernommen, ebenso wie die vielen Hebammen-Produkte. Die langjährige Mitarbeiterin Sabrina Schlickenrieder wird ab Januar 2016 von Christoph Gonschorek (Marien-Apotheke) übernommen. „Ich bin froh, dass das geklappt hat“, freut sich Behr. 

Bestellte Arzneien, die bis zum 30. Dezember noch nicht in der Adler Apotheke abgeholt wurden, sind ab dem 31. Dezember in der Marien-Apotheke hinterlegt.

Von Kathrin Suda

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