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Für weniger Verkehr soll die Südspange auch am Ortsrand von Holzkirchen Richtung Hartpenning sorgen. 

Gemeinderatsbeschluss vertagt

Löwis will Entscheidung über Südspange aufschieben

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Holzkirchen – Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) will die haarige Entscheidung offenbar nach hinten schieben. Wenn es nach ihm geht, soll der Gemeinderat nun erst frühestens dann einen Beschluss zur Südspange fassen, wenn die Realisierung konkreter wird.

Zum jetzigen Zeitpunkt handle es sich beim neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) – in dem die Holzkirchner Umfahrung im „vordringlichen Bedarf“ steht – ja lediglich um einen Entwurf, so Löwis. Eine kurzfristige Sondersitzung zur Südspange, die Löwis anfangs angedacht hatte, schließt er nun aus. 

Er habe sich die Bedingungen der Öffentlichkeitsbeteiligung, bei der Bürger Stellung zum BVWP nehmen können, genauer angeschaut. „Reine Meinungsäußerungen werden dabei nicht berücksichtigt.“ Lediglich klare Fakten. „Die haben wir momentan nicht.“ Insofern mache es keinen Sinn, jetzt einen Beschluss zu fassen und sich in der Beteiligung zu äußern. 

Außerdem: „So einfach lässt sich das nicht abfragen“, befürchtet Löwis. Er erinnert an eine Gemeinderatssitzung vom März 2015, in der Fraktionen und Gemeinderäte viele Anträge zur Südspange eingereicht hatten. Damals bekam der Antrag des Bürgermeisters – wonach sich der Gemeinderat erst festlegen soll, sobald die umstrittene Umgehungsstraße im BVWP Aufnahme findet – nur eine knappe Mehrheit 

Wie berichtet, hat es die ortsnahe Südspange jetzt in den „vordringlichen Bedarf“ geschafft. Kostenschätzung: rund elf Millionen Euro. Die Umfahrungen für Großhartpenning und Kurzenberg müssen sich weiter hinten im „weiteren Bedarf mit Planungsrecht“ anstellen. Der BVWP legt fest, welche Projekte die nächsten 15 Jahre Vorrang haben. Doch ob sie tatsächlich realisiert werden, wird erst viel später entschieden. Die große Begeisterung in den Fraktionen über die Nachricht blieb bislang aus, die Fraktionsvorsitzenden äußerten sich verhalten. Löwis spricht von einer „Scheu“ vor dem heiklen Thema. 

Der Bürgermeister hält persönlich aber trotzdem an der Südspange fest, sieht sie als große Chance, den Ort zu beruhigen. „Die ortsnahe hätte den Vorteil, dass der innerörtliche Verkehr von Holzkirchen abgelenkt werden könnte“, sagt Löwis. „Aber wir können Hartpenning nicht links liegen lassen.“ Daher bleibt er bei seiner Meinung: „Ich würde mir eine Lösung mit allen drei Trassen wünschen.“ 

„Gefühlt“ seien viele Bürger für Umfahrungen – trotz der Interessengruppen, die dagegen trommeln. Die „Schutzgemeinschaft gegen Verkehrsbelästigung in Holzkirchen“, die sich eine Südspange wünscht, habe die meisten Mitglieder. Das ist für Löwis ein Signal dafür, die Umfahrung konsequent weiterzuverfolgen.

Von Marlene Kadach

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