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Vorerst geschlossen: der Pferdepark Oberland in Kleinhartpenning.

Landratsamt plant neue Kontrollen im Dezember

Pferdepark vorerst geschlossen - das steckt dahinter

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Kleinhartpenning – Zuvor hatten sich Betreiber Egon Kaiser, Gemeinde und Landratsamt ganz schön in die Haare gekriegt. Jetzt hat der Pferdepark Oberland wohl zu. Was wir wissen:

Laut Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis hatte der Betreiber Egon Kaiser der Gemeinde vor Kurzem ein Schreiben geschickt, in dem er mitteilte, dass er zum 7. November schließe und – so vermutet Löwis – erst mal in Winterpause gehe. Darin lud er sogar die Gemeinderäte auf eine Besichtigung des Geländes ein, berichtet Löwis. Aus zeitlichen Gründen habe man das aber nicht mehr geschafft. „Vielleicht klappt das im Frühjahr.“ Das Gestüt – es gibt eine Pferdepension samt Zucht – ist nach Informationen unserer Zeitung weiterhin offen. „Ich gehe davon aus, dass er danach auch den Pferdepark wiedereröffnet“, sagt Löwis. Sofern Kaiser alle Auflagen erfüllt.

„Von uns ist keine Schließung angeordnet worden“, betont Birger Nemitz, Pressesprecher im Landratsamt. Das Landratsamt habe dem Betreiber Kaiser bis Ende November eine Frist gesetzt. Bis dahin muss er die von den Behörden geforderten Auflagen erfüllen. „Nachdem sich Bürger beschwert hatten, haben wir ihn wieder daran erinnert“, sagt Nemitz.

Unter anderem muss Kaiser laut Nemitz außerhalb liegende Parkplätze, einen Spielplatz im Osten des Areals sowie große werbende Hinweisschilder beseitigen. Es sei nicht erlaubt, die Kutschfahrten touristisch anzubieten, nur im Lehrbereich sei das in Kaisers Fall zulässig. „Der Streichelzoo darf nicht als Betrieb betrieben werden“, sagt Nemitz weiter. Und auch die Wohnwägen müssen nach der Renovierung der Betriebsleiterwohnung weg. Ferner betont die Behörde erneut, dass das Reiterstüberl nicht als öffentliche Gastronomie dienen darf.

So sieht der Pferdepark Oberland aus: Ein Rundgang

„Im Dezember sind Kontrollen von unserer Seite angedacht“, sagt Nemitz. Darüber habe das Landratsamt auch die Marktgemeinde Holzkirchen informiert. Bei Nicht-Einhaltung drohen laut dem Pressesprecher zunächst Bußgelder.

Ob der Pferdepark dauerhaft geschlossen bleibt, oder – wie es auch auf der Internetseite heißt – nur in Winterferien weilt, bleibt unklar. Egon Kaiser selbst war auf Anfrage unserer Zeitung nicht für eine Auskunft zu erreichen. Laut dessen Vater Alfons Kaiser möchte die Familie derzeit auch keine Angaben dazu machen.

Wie berichtet, hatte der Pferdepark für viel Wirbel gesorgt. Gemeinde und Landratsamt hatten erst über einen Flyer von dessen Eröffnung erfahren. Die Werbung suggerierte, dass auf dem Gelände der ehemaligen Raketenstellung ein riesiger Freizeitpark entsteht. Eine Genehmigung fehlte, der Betreiber dachte offenbar, dass alles mit der landwirtschaftlichen Privilegierung abgedeckt sei, die er für sein Gestüt besitzt. Der ursprünglich angedachte Eröffnungstermin am 1. Juli wurde abgeblasen. Nach einem Gespräch im Landratsamt bekam Kaiser Hausaufgaben mit. Der Park eröffnete schließlich im August. Damals sahen die Behörden jedoch nicht alle Auflagen erfüllt und setzten Kaiser eine Frist.

Damals gab Kaiser der Marketingfirma die Schuld – diese habe für eine übertriebene Werbung gesorgt und den Eindruck eines großen Freizeitparks erweckt. Im August sprach Kaiser noch davon, die Auflagen zu erfüllen.

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