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Noch liegt das Areal in guter Lage brach: Auf dem Grundstück an der Ohmstraße will die Familie Inselkammer ein neues Hotel bauen.

Pläne an der Ohmstraße in Holzkirchen

Neues Hotel sucht noch einen Betreiber

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Holzkirchen – Die Familie Inselkammer möchte ein Hotel mit 30 Zimmern an der Ohmstraße in Holzkirchen bauen. Im Holzkirchner Bauausschuss stieß das Vorhaben auf Wohlwollen.

Holzkirchen wächst und floriert. Viele Firmen siedeln sich dort an. „Auch aufgrund der guten Politik der Gemeinde“, lobt August Inselkammer jun., Geschäftsführer der Isartaler Holzhaus GmbH & Co. KG in Holzkirchen. Daher würden dringend mehr Hotels gebraucht, für Touristen, aber auch für Firmen, die Geschäftsreisende oder Kunden unterbringen wollen. Das gelte für die großen Unternehmen genauso wie für Handwerksbetriebe. „Wir wollen keine Konkurrenz zu den bestehenden Hotels sein“, betont Inselkammer, „sondern eine Ergänzung.“ 

Mit dem Bauantrag aus dem Hause Inselkammer hat sich jetzt der Hauptausschuss beschäftigt. Beantragt ist der Neubau einer Hotelanlage an der Ohmstraße in Holzkirchen. Es handelt sich um ein dreistöckiges Gebäude mit Holzverkleidung und einer Größe von 38,50 mal 15 Metern. Die Wandhöhe beträgt 10,19 Meter im Südwesten und zehn Meter im Nordosten. 30 Einzel- beziehungsweise Doppelzimmer sollen entstehen. 

„Wir freuen uns, dass da was passiert“, sagte Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD). Der Bedarf an Hotels sei vorhanden. Hubert Müller (FWG) nickte: Von einem Unternehmer wisse er, dass es ein weiteres Hotel bräuchte. Das konnte Christoph Schmid (CSU) bestätigen. „Das deckt den Bedarf des lokalen Gewerbes und bereichert den Ort.“ Mit Blick auf die längliche Gestalt des Hotels meinte er: „Der Baukörper passt da in die Gegend rein.“ Hans Putzer (SPD) sagte: „Ich begrüße das Bauprojekt.“ 

Laut Robert Haunschild, Geschäftsleiter im Rathaus, ist das Grundstück 3077 Quadratmeter groß. Es existiere ein Bebauungsplan, die Fläche sei als Gewerbegebiet ausgewiesen. Bislang gebe es „nur“ die Alte Post in Holzkirchen, den Altwirt in Hartpenning sowie das Hotel Garni Konrad am HEP-Kreisel. Letztgenanntes eröffnete Mitte Mai (wir berichteten). Der neue Betreiber Konrad Pötzel führte in dem Gebäude bereits von 1994 bis 2000 ein „Landhotel“. In der Zwischenzeit war dort das Alpinplus Hotel unter Betreiberin Susanne Schröder untergebracht. Nach Informationen unserer Zeitung zog Alpinplus aus, weil der Pachtvertrag ausgelaufen war. 

Laut Inselkammer bietet sich der Standort an der Ohmstraße für ein Hotel an. Die Verkehrsanbindung sei gut, Umgehungsstraße und A 8 lägen in der Nähe, der Bahnhof ist fußläufig erreichbar. Das Grundstück befinde sich in Familienbesitz, das Hotel baut die Firma Isartaler Holzhaus. „Wir wollen es mit eigenen Leuten in Holzkirchen fertigen“, erklärt Inselkammer. Es soll eine ökologische Holzkonstruktion werden, in hochwärmegedämmter Holzbauweise. Das Gebäude werde wenig Energie brauchen. Erfahrung gesammelt hat seine Firma bereits mit einem ähnlichen Hotel in Bad Säckingen. 

„Wir wollen kein Fünf-Sterne-Haus“, sagt Inselkammer. „Es soll schön sein, aber das Augenmerk wird auf der Funktionalität liegen.“ Die Ausstattung: eine Bar, eine großzügige Lobby, ein Kongresszimmer, Tagungsräume sowie eine Tiefgarage. Entspannen können sich die Gäste in einem Wellness-Sauna-Bereich. Von einer Dachterrasse soll man einen „gigantischen Blick auf die Alpenkulisse“ haben. 

Das genaue Konzept sei noch offen. Man wolle alpenländischen Stil mit modernem Touch mischen. Zwischen drei und 3,5 Millionen Euro investiert die Firma in den Neubau. „Wir suchen noch einen Betreiber“, erklärt Inselkammer. Die ursprüngliche Kandidatin Susanne Schröder, die bis vor Kurzem das Alpinplus Hotel betrieb, habe vor einigen Tagen abgesagt. 

Schröder bestätigt auf Anfrage, dass sich die Pläne zerschlagen haben. „Wir haben uns bisher nicht auf einen Pachtvertrag einigen können“, erklärt sie. Allerdings war auf der Internetseite von Alpinplus zu lesen: „Wir bauen neu in der Ohmstraße in Holzkirchen.“ Als Start ist Dezember 2016 angegeben. Außerdem heißt es: „Wir haben ein Ausweich-Hotel für die Übergangszeit zu den gleichen Konditionen.“ 

Der Bausschuss segnete das Bauvorhaben einstimmig ab. Der Zeitplan steht noch nicht ganz fest, sagt Inselkammer.

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