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Die Holzkirchner Schauspielerin Lydia Starkulla bringt "Fräulein Brehms Tierleben" auf die Bühne.

Die Holzkirchner Schauspielerin Lydia Starkulla im Interview

Ein Theaterprojekt mit Liebe zur Natur

Holzkirchen – Der Wolf kommt – auf die Bühne des Fools-Theaters im Holzkirchner Kultur im Oberbräu. Wir sprachen mit der Holzkirchner Schauspielerin Lydia Starkulla über das Theaterprojekt "Fräulein Brehms Tierwelt".

Basierend auf dem 150 Jahre alten Tieratlas-Klassiker will das Theaterprojekt „Fräulein Brehms Tierleben“ bei Groß und Klein Neugier auf die Fauna wecken. Aktuell sind sechs Fräulein in ganz Deutschland unterwegs, als Bären, Bienen, Schweinswale oder Regenwürmer. Eine davon ist Schauspielerin Lydia Starkulla aus Holzkirchen. Sie ist am Samstag, 9. April, im Fools-Theater mit "Der Wolf" zu sehen und am Samstag, 7. Mai, mit „Der Luchs“. Beginn ist jeweils um 16 Uhr. Karten gibt es beim Kultur im Oberbräu.

Frau Starkulla, wie wurden Sie Fräulein Brehm? 

Lydia Starkulla: Ich habe unter der Regie von Barbara Geiger, der Autorin, Erfinderin und Regisseurin von „Fräulein Brehm“ in Berlin in „Picassos Frauen“ gespielt. 2010 fragte sie mich, ob ich nicht ihr „Fräulein Numero Uno“ werden will. 2011 ging es los. Das erste Tier war der Wolf und im gleichen Jahr kam der Luchs dazu. 

Haben Sie eine persönliche Beziehung zu Brehms Tieratlas? 

Starkulla: Ich bin ein bisschen zu jung, um noch so eine Original-Ausgabe geschenkt bekommen zu haben. Aber ich kannte Alfred Brehm und seine Bücher schon, bevor ich das Projekt kennenlernte. 

Was macht den Brehm so attraktiv? 

Starkulla: Sein liebevoller Blick auf Lebewesen. Seine Herangehensweise ist vielleicht etwas aus der Mode gekommen und entspricht nicht mehr den wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber seine Faszination für die Natur und die Liebe zur Sprache sind zeitlos. Sein Anliegen war, die Natur näher zu bringen. Das möchte so ein Fräulein ja auch! 

Reizt dabei mehr die schauspielerische Herausforderung oder die Botschaft? 

Starkulla: Beides! Ich bin im unmittelbaren Kontakt mit dem Publikum, werde unterbrochen, gefragt, aus der Fassung gebracht. Das ist eine tolle Herausforderung, und ich habe als Fräulein sehr viel gelernt. Mich bringt so leicht nichts mehr aus der Ruhe. Aber natürlich ist es wunderbar, dass man mit so einer wichtigen Botschaft unterwegs ist und die Leute zum Nachdenken und gar Handeln bringt. 

Wie inszeniert man einen Lexikonbeitrag? 

Starkulla: Das Stück ist ein fester Text. Die Fräulein-Figur ist ein bisschen schrullig und aus der Zeit gekippt und soll so einfach Spaß machen und sinnlich durch ein eher trockenes Thema führen. Der Rahmen hilft, damit man nicht verwässert oder sich verzettelt. Gleichzeitig werden die Texte nach einer Weile selbst ein bisschen lebendig. Jedes Fräulein bringt ihre eigene Art mit. Die eine ist strenger, die andere schräger. 

Haben Sie ein Lieblingstier? 

Starkulla: Ich liebe den Luchs. Ich bin eher ein Katzenmensch. Mein nächstes Tier wird der Regenwurm sein, der König der Tiere. Über den weiß ich noch nicht so viel, aber ich bin ganz neugierig. Der ist für uns Menschen so wichtig, das können wir uns gar nicht vorstellen. 

Wie waren Ihre Erfahrungen mit Wildkatze und Wildbienen? 

Starkulla: Die Wildkatze ist spannend, weil man sich ihr durch die Hauskatzen so nahe fühlt. Bei den Wildbienen gibt es eher Betroffenheit, weil man merkt, wie schlecht die Bienen es mit uns haben. Aber spannend ist noch jede Vorstellung gewesen. 

Warum kommen in Holzkirchen gerade Wolf und Luchs auf die Bühne?

Starkulla: Die Säugetiere sind vielleicht die besseren Einstiegstiere. Der Wolf ist ja hoch aktuell und emotional das spannendste Tier, weil es so viele Märchen und Ängste über ihn gibt. Es ist also gut, wenn wir uns mit dem Thema beschäftigen, bevor die Medien zu viel Angst und Schrecken verbreiten können. Den Luchs hab’ ich mir gewünscht. Er ist so still, leise und heimlich, der macht nicht so viele Wellen. Aber im Harz oder im Bayerischen Wald leben Luchse. So ist er im Moment noch näher dran an uns als der Wolf.

Von Heidi Siefert

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