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„Jedem gefällt ein anderer“: Die Großfamilie fällt ihren Baum selbst.

Aus unserem Adventskalender 

Warum diese Großfamilie ihren Christbaum selber schlägt

Diese Großfamilie schlägt ihren Christbaum noch selbst: Jedes Jahr treffen sich die Gotschys und Oberknapps und greifen zur Axt. Aber vorher gibt‘s noch einiges zu Klären

Mehrmals im Jahr trifft sich die Großfamilie – bestehend aus den Oberknapps und den Gotschys – aber Weihnachten ist es eben etwas ganz Besonders. Die Großeltern Christl (67) und Wolfgang (76) Oberknapp reisen schon einige Tage vor dem großen Fest aus dem schwäbischen Marbach nach Holzkirchen. Dort versammelt sich am Ende die ganze Familie: Die beiden haben drei Kinder und neun Enkel. Es wird also eine große Tafel bei Tochter Silke Gotschy (43) und ihrem Mann Robert (52) gedeckt, die in Holzkirchen wohnen. Auch Emmy, die Flat-Coated-Hündin der Großeltern, feiert mit.

Aber zuvor widmet sich die Großfamilie einer wichtigen Tradition: Seit elf Jahren treffen sie sich jeweils am letzten Sonntag vor Weihnachten in Rauchenberg bei Großhelfendorf (Kreis München), um einen geeigneten Weihnachtsbaum zu holen. Das Besondere: Sie greifen hier selbst zur Axt und fällen den Baum. „Wir diskutieren viele Bäume, bevor wir zuschlagen. Jedem gefällt ein anderer, und es dauert ein wenig, bis wir uns alle einig sind“, erklärt die fünffache Mutter Silke Gotschy. „Aber das gehört dazu. Wer die besten Argumente hat, setzt sich durch, und alle haben viel Spaß beim Anpreisen ihres auserwählten Baumes.“

Ihr Bruder Dirk Oberknapp (39) aus Holzkirchen kommt mit Frau Nadine und den zwei Kindern ebenfalls zum Fällen und Diskutieren dazu. „Wir mögen diese Tradition, und seit wir selbst Kinder haben, hat sie an Bedeutung gewonnen“, erklärt er. Und: „So schön wie dieses Jahr war unser Baum noch nie.“

Erst am 24. reist auch Schwester Anke mit Mann Joe und den beiden Kindern aus Mosbach an. Einziger Wermutstropfen: „Meine Tochter Aiyana feiert erstmals nicht mit“, sagt Silke Gotschy. „Sie arbeitet gerade auf Fuerteventura und wird uns allen sehr fehlen.“ Nächstes Jahr ist die Runde dann hoffentlich wieder vollständig, und dann machen sich 17 Menschen auf nach Rauchenberg, um den schönsten Weihnachtsbaum zu fällen.

Und hier geht‘s zu allen anderen Geschichten in unserem Adventskalender.

Kathrin Suda

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