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Spielen im Wirtssaal: Seit einem halben Jahr ist die Warngauer Orca-Hortgruppe im Altwirt untergekommen, weil im Haus für Kinder ein Wasserschaden saniert werden muss. Am 29. März ist die Rückkehr geplant.

Hort-Gruppe zieht zurück in Neubau

Ausgeschwemmte Orcas kehren heim

Warngau - Das Ende des Exils rückt näher: Die 41 Hortkinder der Warngauer Orcawal-Gruppe können am Osterdienstag wieder in ihre angestammten Räume in der Kita am Kapellenfeld einziehen. Ein halbes Jahr lang war die Gruppe im Altwirtssaal ausgelagert, weil ein schwerer Wasserschaden im Neubau trockengelegt werden musste.

Heidi Auracher, Gruppenleiterin der Orcas, managt seit September ein Provisorium: „Es war nicht leicht, alles unter einen Hut zu bringen.“ Freudig hatten die 41 Hortkinder und ihre fünf Betreuerinnen im September die lang ersehnten, nagelneuen Räume im Haus für Kinder bezogen – nur um zehn Tage später wieder ausziehen zu müssen. Der Altwirtssaal wurde zu neuen Heimat. „

Die Kinder fanden’s spannend“, berichtet Auracher. Sie konnten aus dem ersten Stock die Umgebung beobachten und bewunderten die großen Leuchter im Saal. Die Betreuerinnen jedoch mussten Improvisationstalent entwickeln. „Gottlob hatten wir einen warmen Herbst und einen milden Winter“, sagt Auracher. Die Orcas waren viel draußen, sammelten Kastanien, belebten den Rathausplatz. 

Für die Hausaufgaben marschierte die Gruppe zurück in die Schule. Rektorin Teresa Meineke öffnete dafür bereitwillig die Klassenzimmer. „Wir haben viel Unterstützung bekommen“, freut sich Auracher. Der Trachtenverein, der Wasserbeschaffungsverband und die Gemeinde halfen den Orcas in ihrem unfreiwilligen Exil. Auch die Eltern sparten sich Kritik. „Für sie war wichtig, dass die Betreuung ihrer Kinder gewährleistet ist“, sagt Auracher. Nicht zu ändern war, dass der Altwirtssaal für Kinderbetreuung ungeeignet ist. „Es ist eng und es ist laut“, stellt die Gruppenleiterin fest. 

„Die Kinder und die Mitarbeiter haben einiges mitgemacht“, weiß Bürgermeister Klaus Thurnhuber. Er erinnert sich noch an die „überglücklichen Gesichter“, als im September nach den langen Monaten im Container endlich der Neubau bezogen worden war. „Und dann dieser blöde Schaden.“ Im Untergeschoss des Neubaus, der insgesamt rund 2,3 Millionen Euro gekostet hatte, leckte eine in der Wand versteckte Leitung. Der Wasserschaden breitete sich fast über die komplette Bodenplatte aus, einige Trockenbauwände zogen Feuchtigkeit. Die Orcas wurden wenige Tage nach dem Einzug förmlich „ausgeschwemmt“. Kleiner Trost: Der Kindergartenbereich im Obergeschoss war verschont geblieben; die kleinere Blauwal-Hortgruppe, in der 15 Kinder mit kürzeren Buchungszeiten betreut werden, konnte im Neubau bleiben. Die größere Orca-Gruppe zog in den Altwirt. 

Im Neubau mussten wieder die Handwerker ran. Ein halbes Jahr lang werkeln sie bereits, um die Folgen des Wasserschadens zu beseitigen. Der Bürgermeister schätzt die Kosten auf über 200 000 Euro. Tragen soll diesen Aufwand die Haftpflichtversicherung der Firma, die für die undichte Leitung verantwortlich war. „Anfangs war’s ein wenig schwierig mit der Versicherung“, berichtet Thurnhuber, „aber wir sind dann deutlich geworden und jetzt kommen die Zahlungen.“ Er geht davon aus, auch gestiegene Personalkosten und Entschädigungen für ausgefallene Veranstaltungen im Saal in Rechnung stellen zu können. Mitte März werden die sanierten Räume möbliert, in der hortfreien Karwoche erfolgt der Umzug. 

Am Osterdienstag, 29. März, startet der Betrieb im Neubau. „Hoffentlich sind dann alle Leitungen dicht“, seufzt Thurnhuber. „Es war irgendwie ein Abenteuer im Altwirt“, sagt Orca-Chefin Auracher, „aber jetzt sind wir froh, wenn es vorbei ist. Wir zählen die Tage.“

Von Andreas Höger

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