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"Tierische Hitze": Diese Woche wird es heiß. Auch Hunde leiden zuweilen unter den hohen Temperaturen.  

„Da gab es sogar schon Todesfälle“

Hund und Hitze: Tier-Physiotherapeutin warnt vor Gefahren

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Holzkirchen – Der Sommer holt diese Woche noch mal so richtig aus: Hoch Gerd beschert uns Temperaturen bis über 30 Grad. Doch die Hitze macht auch Hunden, weiß die Tier-Physiotherapeutin Katharina Strachwitz (36) aus Holzkirchen. 

Frau Strachwitz, sobald die sommerlichen Temperaturen endlich da sind, jammern viele Menschen über die Hitze. Leiden eigentlich auch Hunde darunter?

Strachwitz:Der eine mehr, der andere weniger. Der springende Punkt bei Hunden ist, dass sie nicht wie wir über die Haut schwitzen können. Das funktioniert bei ihnen nur über die Pfoten und das Hecheln. Gerade wenn sie bei Hitze im Auto eingesperrt werden, herrscht große Gefahr – da gab es sogar schon Todesfälle. Ein offenes Fenster reicht nicht.

Reagieren da alle Rassen gleich?

Strachwitz:Nein, manche Hunderassen mit einem dicken Fell – wie etwa Huskys – haben mehr Probleme als Rassen mit dünnem Fell. Auch die Fellfarbe spielt eine Rolle. Schwarzes Fell wird schnell heiß. In der Regel suchen Hunde mit kurzem Fell mehr Körperkontakt und Wärme als Vierbeiner mit langem Fell. In meiner Praxis beobachte ich, dass viele Hunde mit Arthrosen gezielt die Wärme suchen und zwischen Sonne und Schatten pendeln. Und dann gibt es natürlich die echten Wasserratten: Retriever zum Beispiel lieben ein Planschbecken im Garten besonders.

Haben Sie Tipps für Frauchen und Herrchen? Auf was muss man bei den Vierbeinern achten, wenn es draußen besonders heiß ist?

Strachwitz:Man sollte Spaziergänge in der Früh oder spät abends einplanen und möglichst Wiesen und Wälder aufsuchen. Was wir Menschen, die ja Schuhe tragen, oft vergessen: Wenn es heiß ist, verbrennen sich Hunde auf dem Teer leicht die Pfoten. Auf allen Ausflügen bitte für ausreichend Wasser sorgen, denn das braucht der Hund zum Verdunsten beim Hecheln. Manche Hunde mögen lieber Leitungswasser, andere bevorzugen Mineralwasser oder Regenwasser. Zu viel Aktivität bei großer Hitze kann auch gefährlich werden.

Was gibt es davon abgesehen noch zu beachten?

Strachwitz: Hunderassen, die kurze Nasen haben, wie Boxer oder Bulldoggen, haben Probleme, genug Abkühlung zu finden, da sie weniger Verdunstungsfläche haben. Für diese bieten sich spezielle Kühlwesten an. Für die Autofahrt gibt es Kühlmatten.

Und wenn trotz allem doch mal ein Notfall passiert?

Strachwitz: Dann bitte die Beine langsam von hinten unten mit kühlem Wasser abduschen. Die Pfoten zuerst und dann vorsichtig an den Beinen nach oben arbeiten. Nasse Handtücher sollten aufgelegt werden. Bitte auf keinen Fall einen Eimer Wasser über das Tier leeren. Auch Wasser zum Trinken sollte mit Pausen angeboten werden, aber bitte nicht eiskalt. Ein Hitzschlag ist lebensbedrohlich, und der Tierarzt ist hier der richtige Ansprechpartner.


Das Gespräch führte

Marlene Kadach

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