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Der Natur auf der Spur: Am Mangfallufer in Weyarn könnte bald ein Wald- und Flusslehrpfad entstehen.

Idee für Lehrpfad entlang der Mangfall

Jäger will Leute in den Wald locken

Weyarn – Die Wegesituation an der Mangfall verbessern und Weyarn noch „ein bisschen attraktiver machen“. Das ist das Ziel, das Johann Glanz mit seiner Idee von einem Wald- und Flusslehrpfad entlang des Mangfallufers im Gemeindebereich Weyarn verfolgt.

Der Jäger und Naturfreund hat sein Konzept nun im Gemeinderat vorgestellt und ist auf Zustimmung gestoßen. „Eine sehr interessante Sache“, sagte zum Beispiel Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU).

Der Rathaus-Chef stellte Glanz als jemanden vor, der sich „intensivst“ mit der Forst- und Jagdwirtschaft auseinandersetze. Hauptberuflich ist er Versicherungsprofi, in seiner Freizeit laufe er „fünfmal pro Woche da unten entlang“ (Wöhr) – zum Jagen und Fischen. Und Glanz hat sich Wissen angeeignet, das weit über das eines Laien hinausreicht. Seit 15 Jahren hält er bereits Vorträge für Drittklässler, ehrenamtlich. Eine ehrenamtliche Angelegenheit werde auch der Waldpfad, stellt Glanz im Gemeinderat klar. Es sei ihm ein Anliegen, dass Kinder mit der Natur aufwachsen und „ein bisschen kapieren, was die Abläufe sind“.

Als Startpunkte für seinen Wald- und Flusslehrpfad schlägt Glanz die Schule, das Gröbmeyer-Anwesen am Mangfallweg, das Ende des Kulturpfads bei Thalham und Bruckmühle vor. Sternförmig soll von den Startpunkten aus ein fünf Kilometer langer Pfad begehbar sein. Größtenteils seien die Wege schon vorhanden. „Wertfrei“ möchte Glanz dort darstellen, „was Wald für uns bedeutet. Und was das Wild für uns bedeutet.“

Das Projekt warf derweil auch Fragen auf. Dass ein Jäger freiwillig Leute in den Wald locken möchte, sorgte für Verwunderung. Glanz erklärte, ein ausgewiesener Pfad kanalisiere Besucherströme und schaffe an anderer Stelle Rückzugsgebiete fürs Wild. Diese würden dringend benötigt, erst jüngst sei wieder ein Rehkitz von einem Hund angefallen worden. Thomas Spiesl (SPD) schlug vor, Infos für Hundebesitzer gleich in den Pfad zu integrieren. Und er fügte hinzu: „Wenn wir das machen, müssen wir schauen, dass wir die Radlfahrer da unten wegbekommen.“

Wegeverlauf und weitere Details seien auch eine Frage der Haftung. Waldbesitzer und weitere Interessenskreise müssten da an einem Strang ziehen, sagt Glanz. „Ich würde das Ganze natürlich weiter begleiten.“ Ansonsten soll der Pfad selbsterklärend sein. Er habe bereits Firmen an der Hand, die mit solchen Projekten Erfahrung haben. Eine Schautafel schlage mit 1500 Euro zu Buche – inklusive Glas, Schindeldach, betoniertem Fundament sowie Montage. Mit fünf Tafeln und zwei interaktiven Spielen „müssten wir hinkommen“, kalkuliert Glanz. Ihm schwebt ein Patensystem vor. Vier Versicherungen aus seinem beruflichen Umfeld habe er bereits an der Hand, die sich engagieren möchten. Laut Wöhr könnte Weyarn auch versuchen, europäische Fördertöpfe anzuzapfen.

Der Bürgermeister brachte noch die Idee zu einem interaktiven Lehrpfad ins Spiel. Per QR-Code und App könne jeder sich von seinem Smartphone den Weg entlang führen und Infos liefern lassen. Preislich unschlagbar und schnell aktualisiert. Glanz präferiert eine Kombination mit Schautafeln. „Kinder wollen etwas Haptisches“, sagte er.

Der Gemeinderat unterstützt die Idee. Sie füge sich perfekt in das Gesamtkonzept mit Kulturpfad und „was noch alles so rankt und gedeiht in Weyarn und Umgebung“, sagte Wöhr zufrieden.

Johanna Wieshammer

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