Tafeln mit Artikel für Menschenrechte vor Kulturhaus in Holzkirchen.
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Für das Festival für Menschenrechte sollen vor dem Kulturhaus Tafeln mit den Artikeln der Charta angebracht werden.

Verein KulturVision hat die Planungen schon aufgenommen

Im Sommer 2021: Ein Festival für Menschenrechte in Holzkirchen

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Ein Festival für Menschenrechte richtet der Verein KulturVision im Juli 2021 in Holzkirchen aus. Geplant sind viele Veranstaltungen und dauerhafte Kunstwerke. 

Holzkirchen – Täglich hört Manfred Lehner Nachrichten. „Und fast immer ist von Menschenrechtsverletzungen auf der ganzen Welt die Rede“, sagt er. Das erschüttert den Fotografen aus Mitterdarching bis ins Mark. Für ihn ist es wichtig, die Öffentlichkeit immer wieder an diese Problematik zu erinnern. Und nach einem Besuch der Straße der Menschenrechte in Nürnberg, auf der Auszüge aus den 30 Artikeln der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verewigt sind, kam in ihm der Wunsch auf, auch in seiner Heimat einen solchen Platz zu schaffen.

Das Ergebnis ist viel größer. Lehner ist nun Ideengeber des „Festival für Menschenrechte – Jetzt erst recht“, das die KulturVision – der Verein zur Förderung des kulturellen Lebens im Landkreis Miesbach – von 16. bis 18. Juli 2021 in Holzkirchen ausrichtet. Ziel ist es, die Menschenrechte zu feiern, aber auch dort hinschauen, wo sie verletzt oder missachtet werden. Mit einem breit gefächerten Programm wollen sich die Organisatoren konstruktiv mit den Grundlagen eines friedlichen und respektvollen Zusammenlebens auseinandersetzen.

Monika Ziegler, ist Gründungsmitglied KulturVision und Projektverantwortliche. Lehner und dessen Frau Monika – die normalerweise beim Valleyer Verein Kunstdünger engagiert sind – seien mit ihrer Idee an die KulturVision herangetreten, weil diese sich „auch mit gesellschaftlichen Themen befasst“. Seitdem planen Ziegler, das Ehepaar Lehner, der Fotograf Thomas Jarzina aus Holzkirchen sowie die Valleyer Künstlerin Barbara Bertram gemeinsam das Festival. An dem Wochenende sind verschiedene Veranstaltungen, Ausstellungen, Aktionen vorgesehen. Zum Beispiel im Atrium Gesundheitszentrum und an öffentlichen Plätzen wie Marktplatz oder Bücherei. Hauptaustragungsort ist das Kultur im Oberbräu. Das genaue Programm steht noch nicht fest.

Davon abgesehen sind „nachhaltige Sachen“ angedacht, erklärt Ziegler. Zum einen entwirft Lehner für die Rückwand des Vorplatzes vom Kultur im Oberbräu fünf künstlerisch gestaltete Tafeln mit den 30 Artikeln der Menschenrechte. Diese sollen dann dauerhaft dort bleiben. „Die Betonwand dort ist im Moment sowieso nicht besonders schön“, findet der Fotograf. Rund um das Kulturhaus soll ein Steinmetz zudem zwei Bodenplatten anfertigen, ebenfalls mit Auszügen aus der Charta. Direkt am Eingang zum Kultur im Oberbräu will Lehner eine Platte mit Artikel 27 der UN-Menschenrechtsdeklaration anbringen, der sich der „Freiheit des Kulturlebens“ widmet. Die genannten Kunstwerke haben im Übrigen schon den Segen von oben bekommen: In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat einstimmig, das Festival zu unterstützen und ausgewählte öffentliche Flächen zur Visualisierung der Menschenrechte zur Verfügung zu stellen.

Für das Festival selbst bindet die KulturVision Schulen, Kirchen, Initiativen, Kunstschaffende und andere Vereine mit ein. Möglichst vielfältige Beiträge – wie Konzerte, Lesungen, Infostände, Vorträge – sind willkommen. Es wird also ein größerer Rundumschlag. „Es wächst“, meint Ziegler. Darüber hinaus soll das Festival der Menschenrechte laut Ziegler der Abschluss des fünften Zyklus von „anders wachsen“ – einer Veranstaltungsreihe der KulturVision (wir berichteten) – sein. Ab Januar soll in diesem Rahmen verstärkt auch das Thema Menschenrechte in den Fokus rücken. Etwa durch Filme im Fools-Kino. Auch mit Veranstaltungen an anderen Orten – etwa im Waitzinger Keller in Miesbach – wolle man vorab schon „auf das Thema hinarbeiten“, erklärt Ziegler.

All diese Kunstwerke und das Festival an sich wird natürlich nicht ganz billig werden, meint Lehner. Auch wenn die Gesamtkosten längst noch nicht feststehen, ist eines klar: „Wir suchen Sponsoren“, sagt Lehner. Außerdem einen Plan B: „Falls uns Corona dazwischen funkt.“

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