Trübe Brühe: Father Placid Tuliganyirwa, der Warngauer Urlaubspfarrer, an jenem Wasserloch, das sein Heimatdorf Bugahya in Uganda nutzt. Die Initiative „Warngau hilft“ sammelt nun Spenden für eine Brunnenbohrung. Foto: kn

Initiative "Warngau hilft": Sauberes Wasser für Uganda

Warngau - Hierzulande dreht man den Hahn auf - und heraus sprudelt sauberes Trinkwasser. Der Warngauer Urlaubspfarrer Father Placid Tuliganyirwa kennt das aus seiner Heimat in Uganda anders. Im Dorf Bugahya gibt es nicht einmal einen sauberen Brunnen. Die Initiative „Warngau hilft" sammelt nun Spenden für eine Bohrung.

Um an Wasser zu kommen, müssen die Dorfbewohner in Bugahya im Nordwesten Ugandas zweieinhalb Kilometer Fußmarsch zurücklegen - einfach. Und dort schöpfen sie mit Kanistern eine trübe Brühe aus einem Erdloch. Der Warngauer Manfred Meier will das ändern. Er hat das Spendenprojekt „Warngau hilft“ auf die Beine gestellt, um einen Brunnen für das Heimatdorf des Warngauer Urlaubspfarrers zu finanzieren.

Gut acht Wochen ist es her, dass Father Placid als Urlaubs-Pfarrer in Warngau und Meier bei einem gemeinsamen Abendessen zusammensaßen. „Da hat Pfarrer Placid die Wasserflasche in die Hand genommen und über die Wasserversorgung in seiner Heimat erzählt“, berichtet Meier. Das hat den Warngauer sehr berührt. „Bei uns ist es selbstverständlich, den Hahn aufzudrehen.“ Der Pfarrer ist inzwischen wieder in seiner westafrikanischen Heimat und fungiert als Projektleiter vor Ort in Bugahya. Hierzulande hat Meier die Aktion vorangetrieben und den Pfarrverband sowie andere Unterstützer ins Boot geholt.

Nun steht die erste Aktion von „Warngau hilft“ bevor. Am Mittwoch, 22. Oktober, ab 9 Uhr wandern die Schüler der 3. und 4. Klassen der Grundschule Warngau vom Schulhaus zur Kapelle Nüchternbrunn. An der Quelle füllen sie 1,5-Literflaschen ab, die sie zurück zur Schule tragen. Es ist fast die Menge, die in Bugahya pro Kopf und Tag zur Verfügung steht (zwei Liter), und relativ exakt auch die Wegstrecke, die die Dorfbewohner in Pfarrer Placids Heimat täglich zurücklegen müssen, um jeden einzelnen Tropfen ins Dorf zu bekommen, erklärt Meier. Interessierte sind eingeladen, an der Aktion teilzunehmen und ebenfalls mitzuwandern.

Trinkwasserqualität hat die Quelle in Nüchternbrunn nicht - bei uns wegen gesetzlicher Bestimmungen zum Wasserschutz. Auch die Quelle, die in Bugahya genutzt wird, hat keine Trinkwasserqualität. Anders als das klare Wasser in Nüchternbrunn ist das Wasser dort trüb - und nicht nur das. Auch Tiere trinken an der Wasserstelle, die umschwirrt ist von Mücken, die Malaria-Erreger in sich tragen. „Das Wasser muss abgekocht werden, bevor man es trinken kann“, erklärt Meier. Gerade Schulkinder halten sich nicht immer daran, wenn sie auf dem Weg zum oder vom Unterricht Durst haben. Das führt zu Durchfall, Malaria, Wurmbefall und anderen Erkrankungen, weiß Meier.

Die Initiative will deshalb einen Brunnen bohren, der die Dorfbewohner mit sauberem Grundwasser versorgt. Bohren soll den Brunnen das Kinderhilfswerk Global Care aus dem hessischen Fritzlar, das das nötige Gerät und Mitarbeiter schon in Uganda vorhält, erklärt Meier. Am vergangenen Wochenende besuchte Father Placid mit eine Delegation Bugahya, um ihnen die Situation zu zeigen. Die Kosten für eine solche Brunnenbohrung sind allerdings beträchtlich: 10 000 Euro. Eine Förderung des Bundes-Entwicklungshilfeministeriums, das früher die Kosten zu zwei Dritteln übernahm, ist inzwischen ausgelaufen, erklärt Meier. „Wir müssen also die vollen 10 000 Euro sammeln.“

Alle Kosten etwa für Aktionen und Kontoführung werden durch Sponsoren abgedeckt, damit die Spenden direkt ankommen. „Jeder Cent fließt direkt in den Brunnenbau“, betont Meier. Er hofft, dass der Traum vom sauberen Wasser aus dem Hahn am Dorfbrunnen möglichst schnell Realität wird.

Von Katrin Hager

Infos zum Brunnenprojekt und zur Wanderung nach Nüchternbrunn am Mittwoch, 22. Oktober, gibt es im Internet auf www.warngau-hilft.de. Spenden sind auf das Konto der Katholischen Kirchenstiftung Warngau bei der Raiffeisenbank im Oberland eG möglich: IBAN DE 6070 1695 9800 4010 3446, BIC GENODEF1MIB. Bitte als Verwendungszweck 1 „Warngau hilft“, als Verwendungszweck 2 „Brunnen Placid“ angeben. Quittungen für Spenden über 100 Euro können beim Pfarramt Warngau per E-Mail angefordert werden unter PV-Warngau@erzbis tum-muenchen.de.

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