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„Der wird brutal genutzt“: Neben dem beliebten Skatepark am Ladehof in Holzkirchen soll eines Tages ein großes und zentrales Jugend- und Freizeitgelände entstehen. Das Projekt wurde seit Jahren verschoben.

Pläne am Ladehof

In Jugendgelände kommt Schwung

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Holzkirchen - Die Marktgemeinde hat quasi ein Projekt reanimiert, das schon seit Jahren durch Holzkirchen geistert: ein großes Jugend- und Freizeitgelände am Ladehof. Streetworker Christian Probst würde sich über das Angebot freuen. Doch noch fehlen konkrete Pläne.

Christian Probst, der sich um die mobile Jugendarbeit kümmert, ist viel in Holzkirchen unterwegs: „Uns fällt seit Jahren auf, dass es einige Jugendliche gibt, die draußen auf der Straße sind“, erklärt er. Sie treffen sich – trotz Jugendfreizeitstätte (JUZ) – am Holzkirchner Bahnhof, am Tengelmann-Parkplatz sowie am HEP. Am Schulstandort Holzkirchen kämen viele Jugendliche aus unterschiedlichen Gemeinde zusammen. Probst hat außerdem einen Trend beobachtet. 13-Jährige hängen mit 19- oder gar 30-Jährigen ab. Und kommen in Kontakt mit Themen, die ihrem Alter nicht entsprechen. Der Streetworker würde einen zentralen Platz für die Jugend begrüßen, „weil wir dann alle Kinder und Jugendlichen im Blick haben könnten“. 

Genau dieser Wunsch rückt nun in greifbare Nähe. Denn der Gemeinderat hat in seinem aktuellen Haushalt 392 000 Euro für ein altbekanntes Projekt reserviert (wir berichteten): ein großes Jugend- und Freizeitgelände am Ladehof. Dieses könnte im nordwestlichen Anschluss an den Skatepark entstehen. Den Grund hat die Gemeinde vor langer Zeit erworben. 

„Wir, die SPD-Fraktion, haben uns sehr darüber gefreut, dass es im Haushalt drin ist“, sagt Zweite Bürgermeisterin Elisabeth Dasch (SPD), die derzeit Olaf von Löwis (CSU) in dessen Urlaub vertritt. Auch sie findet, dass Jugendliche mehr Raum brauchen, obwohl das JUZ ein großes Angebot auffahre und sogar personelle Verstärkung bekommen habe. Und obwohl manche Jugendliche nicht so gern „unter die Fittiche“ genommen werden. 

Das Freizeitgelände sei im Bebauungsplan als solches gekennzeichnet. Vor einigen Jahren gab es eine Entwurfsplanung mit einer Wiese für Federball, Bolzen, Slacklining sowie einem Streetballplatz. Auch ein Pavillon mit Sitzplätzen und ein Jugendhaus waren angedacht. Dann aber kippten die Gemeinderäte das Vorhaben. „Vor allem aus finanziellen Gründen wurde es immer wieder verschoben“, sagt Dasch. Lediglich den Skatepark, der 2011 in Betrieb ging, realisierte die Gemeinde – für rund 460 000 Euro. „Der wird brutal genutzt“, sagt Probst. 

Und es entstanden die Container für die Jugendarbeit, wo auch Probst arbeitet, der zugleich Vorsitzender des Vereins „Vorbild Jugendlicher – Leitbild Mensch“ (VJLM) ist. Auch die Kreuzbund-Jugendgruppe nutzt den Container. 

Konkretere Pläne zur Ausgestaltung des Freizeitgeländes gebe es aktuell nicht, sagt Dasch. Man wolle alles mit Streetworker, JUZ und den drei Jugendbeauftragten absprechen. Einer von ihnen, Max Knopp (21), sagt: „Ich persönlich fände einen Platz für Lagerfeuer schön.“ Oder einen Basketballplatz. „Ich finde es wichtig, dass am Ladehof was passiert“, meint er. Es soll eine Anlaufstelle für alle entstehen. 

Wünschenswert wäre aus Daschs Augen eine überdachte Multifunktionsfläche. Probst fände eine Liegewiese gut, mit Platz zum Grillen. Und: „Körpertraining ist stark im Trend“, sagt er. „Aber nicht jeder hat das Geld für ein Fitnessstudio.“ Insofern wäre eine Art Trimm-Dich-Pfad sinnvoll, mit Gewichte-Stemmen oder Klimmstangen. Und natürlich Fußballtore. Denn ein Bolzplatz fehlt in Holzkirchen. Die Tore auf der öffentlichen Fläche am Albrecht-Dürer-Ring mussten nach Anwohnerbeschwerden verschwinden (wir berichteten). Am Ladehof hingegen befinden sich im direkten Umgriff nur die Gleise und die Kleingartenanlage, so Dasch. 

Die angedachte Verlegung des JUZ an den Ladehof müsse sich aus finanziellen Gründen wohl eher weiter hinten anstellen, meint Dasch. Das jetzige und gemeindeeigene JUZ-Gebäude am Herdergarten sei sicher ein attraktiver Standort. Ob er eines Tages für Wohnbebauung dienen soll, sei offen. Man wolle abwarten, wie sich die Gestaltung der Ortsmitte mittels des Mobilitätskonzepts entwickle. 

Ein Zeitplan für die Freizeitmeile stehe noch aus. „Es wäre schön, wenn heuer schon etwas passieren würde“, meint Zweite Bürgermeisterin Dasch. Probst fände es zudem wichtig, dass „die Leute mitgestalten können“, sagt er. Denn dann würden sie die Anlage noch mehr schätzen.

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