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Der Riese wächst: Die 16 Meter hohe Kletterhalle am Weyarner Ortsrand bekommt Gesellschaft. Der Förderverein Aufwärts in Miesbach baut zusätzlich eine Boulderhalle auf dem Gelände.

Der Riese wächst

Kletterzentrum: Verein baut Boulderhalle

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Weyarn - Das Kletterzentrum KletterZ in Weyarn, das seit Ende Oktober geöffnet ist, läuft gut. Jetzt will der Förderverein Aufwärts in Miesbach zusätzlich eine Boulderhalle bauen. Der Gemeinderat hat dazu seinen Segen gegeben.

Ausgerechnet am Eröffnungstag passiert das Unglück: Ein Holzkirchner (32) stürzt aus 14 Metern Höhe und schlägt ungebremst am Boden auf. Wie durch ein Wunder bricht er sich nur die Ferse. Diesen Schock hat Andreas Huber, Vorsitzender des Fördervereins Aufwärts in Miesbach, inzwischen verdaut. „Es kam heraus, dass es ein Sicherungsfehler war, dass das Sicherungsgerät falsch bedient wurde“, sagt er. Trotz dieser anfänglichen Negativ-Nachrichten sei sein Kletterzentrum in Weyarn gut angelaufen. „Wir sind sehr zufrieden. Die Resonanz ist gut.“ Das Bistro werde auch von Externen gerne besucht, genauso wie der Shop für Bergsportartikel. Und der abgestürzte 32-Jährige klettere schon wieder. 

Jetzt will der Verein eine zusätzliche Boulderhalle bauen. Mit dem entsprechenden Bauantrag hat sich der Gemeinderat jetzt in seiner Sitzung beschäftigt. „Die Boulderhalle ist in dem genehmigten Bebauungsplan vorgesehen“, erklärte Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU). Das neue Gebäude soll rund 27 mal zehn Meter groß und 7,50 Meter hoch werden und dockt im Osten an die Kletterhalle an. Der Neubau bekommt die gleiche Holzverschalung wie das Kletterzentrum nebenan; ein Durchgang verbindet beide miteinander. 

Einziges Manko: „Die gesetzlichen Abstandsflächen Richtung Osten sind nicht eingehalten“, sagte Wöhr. Das mache aber nichts, zumal es sich um ein Gewerbegebiet handle. Und: „Die Nachbarn haben den Plan alle unterschrieben.“ 

Der Verein, der die 16 Meter hohe Kletterhalle in nur sieben Monaten Bauzeit hochzog, hat es wieder eilig. „Wir wollen Mitte 2016 mit dem Bau der Boulderhalle anfangen“, sagt Huber. Noch im selben Jahr soll alles fertig sein – mit 600 Quadratmetern Boulderfläche, die dem seilfreien Klettern in geringerer Höhe dient. 

Bereits das jetzige Zentrum ist mit einem kleinen Boulderbereich ausgestattet. „Aber die Nachfrage ist sehr groß“, meint Huber. Richtig große Alternativen gebe es erst in München und Rosenheim. Weyarn liege da genau in der Mitte. „Beim Bouldern kann man schwere Kletterzüge üben“, erklärt er. „Es ist gerade für Jugendliche geeignet, weil der Gruppeneffekt größer ist.“ Beim Klettern hingegen trainiere man meist nur zu Zweit. 

Die Oh-Do-Kwan-Stiftung sponsere die neue Boulderhalle größtenteils, erklärt Huber, die genauen Kosten seien noch offen. Gemeinsam mit der Universität Erlangen erarbeite die Stiftung zudem das Projekt „Bouldern gegen Depressionen“. Auch die Kletterhalle selbst, die gut zwei Millionen Euro kostete, finanzierte ein großzügiger Sponsor – die Stiftung Leifheit aus Nassau. 

An neuen Ideen mangelt es dem etwa 30-köpfigen Kletterzentrum-Team nicht. Ebenfalls 2016 soll die Außenkletterwand angebracht werden, die Sportler können sich dann auf gut 760 Quadratmetern austoben und die schöne Aussicht genießen. Außerdem sind Workshops zum Thema Sicherungstraining geplant. „Bei allen Sportarten passieren Unfälle“, meint Huber. Beim Klettern gebe es immer ein gewisses Risiko. Das gelte es durch Aufklärung zu minimieren. 

Ab 2016 soll zudem eine integrative Klettergruppe regelmäßig in Weyarn klettern. Mit Menschen mit und ohne Behinderung. Das therapeutische Klettern ist ein Schwerpunkt im KletterZ, der noch ausbaufähig ist. Aktuell komme eine Gruppe aus dem Caritas-Kinderdorf in Irschenberg vorbei, unter ihnen befinden sich unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Auch eine Kooperation mit anderen sozialen Einrichtungen wie der Lebenshilfe Miesbach ist angedacht. Für Kinder bietet das Kletterzentrum einen Erlebnisparcours mit „Dschungelbuch“ und dem „Schatz der Inka“. Schüler aus dem Gymnasium Bruckmühl kommen regelmäßig für eine Sportstunde nach Weyarn. In Hubers Augen ist Klettern die ideale Sportart für Kinder. „Sie lernen sichern, sich zu vertrauen und mit der Höhe umzugehen.“ Er will noch mehr Schulen dafür gewinnen. 

Der Gemeinderat stimmte am Ende geschlossen für den Bau der neuen Boulderhalle. Der Verein Aufwärts darf also bald noch höher hinaus.

Von Marlene Kadach

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