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Unterschriften gesammelt hatten Bürgermeister Jakob Eglseder (r.) und Dritter Bürgermeister Karl Einwanger 2014, um den Widerstand gegen den Lkw-Parkplatz hier südlich der Markwegbrücke zu unterstützen.

Wo kommen die neuen Lkw-Parkplätze hin?

Otterfing bleibt in Lauerstellung

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Otterfing - Das Verfahren für die neuen Lkw-Parkplätze an der Autobahn läuft. Die Autobahndirektion bevorzugt den Standort auf Otterfinger Flur, die Gemeinde Otterfing und das Landratsamt schielen weiterhin auf Sauerlacher Gebiet.

Otterfings Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU) bleibt in Lauerstellung: „Es wird noch alles geprüft“, sagt er. „Wir warten ab und hoffen, das abzuwenden.“ Damit meint er einen Lkw-Parkplatz auf Otterfinger Flur. Etwas anderes als abwarten bleibt ihm nicht übrig. 

Laut Josef Seebacher, Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern, läuft das Planfeststellungsverfahren für die Erweiterung des Lkw-Parkplatzes an der A 8 im Hofoldinger Forst noch. Derzeit würde seine Behörde die Einwände bearbeiten. „Der Erörterungstermin ist derzeit für Mitte 2016 vorgesehen.“ 

Wie berichtet, ist der Bedarf an Lkw-Parkplätzen groß. Daher rüstet die Autobahndirektion zwischen München und Inntal-Dreieck auf. Im Landkreis Miesbach sind zwei Projekte geplant: Zum einen wird die Tank- und Rastanlage Holzkirchen-Süd um 23 Lkw-Parkplätze auf insgesamt 62 erweitert. Dieser Ausbau startet laut Autobahndirektion heuer. Zum anderen ist eine Anlage im Hofoldinger Forst mit 106 Lkw-Parkplätzen angedacht, wofür es ein eigenes Planfeststellungsverfahren gibt. Hier sind zwei Standorte im Rennen: Der eine liegt auf Sauerlacher Flur (Kreis München). Dort gibt es eine Anlage mit Platz für 38 Autos und acht Lkw, der erweitert werden müsste. Der andere befindet sich auf Otterfinger Flur, südlich der Markwegbrücke. Der gefällt den Otterfingern nicht, sie befürchten Lärm. Die Gemeinde gab 2014 ihre Stellungnahme ab – gestärkt durch einen Packen Unterschriften. 

Die Autobahndirektion bevorzugte die Otterfinger Variante – aus Naturschutzgründen. Unter anderem, weil der Bereich um den alten Standort in Sauerlach als Landschaftsschutzgebiet (LSG) ausgewiesen ist. 

Genau auf diesen Hebel setzte Eglseder bei sich, und der Fall landete im Kreistag. Seitens des Landkreises wurde mit dem Kreistagsbeschluss vom Oktober 2014 das Verfahren zur Ausweisung des neuen LSG für den Bereich zwischen dem bestehenden LSG, der Bahnlinie, der Autobahn bis zum Nordrand Kreuzstraße eingeleitet. Zugleich wurde eine Sicherstellung – ein Veränderungsverbot – verfügt, solange das Verfahren zum LSG läuft. 

Laut Birger Nemitz, Pressesprecher im Landratsamt, muss die LSG-Ausweisung warten. „Das Anhörungsverfahren wurde bislang noch nicht eingeleitet, da das geplante LSG zum großen Teil seiner Fläche auf der in der 9. Fortschreibung des Regionalplans ausgewiesenen Vorrangfläche für Windkraft liegt“, erklärt Nemitz. „Beide Planungen schließen sich nicht völlig aus, sind aber sachlich aufeinander abzustimmen.“ 

Nemitz betont: „Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Ausweisung des Schutzgebietes nicht im direkten Zusammenhang mit dem Planfeststellungsverfahren für den Bau der Rastanlage an der A 8 zu sehen ist.“ Der Verweis auf den Kreistagsbeschluss sei nur ein Aspekt in der Stellungnahme seiner Behörde gewesen. Nach einem Vergleich des Standorts Sauerlach mit Otterfing bevorzuge die Naturschutzbehörde im Landratsamt – entgegen der Entscheidung der Autobahndirektion – „den Ausbau des Altstandorts“, erklärt Nemitz. Zumal sie etwa die Bedrohung der Haselmaus-Lebensräume in diesem Fall als nicht so problematisch ansehe, sofern gewisse Bedingungen erfüllt seien. Der Ausbau des Altstandorts wäre aus naturschutzfachlicher Sicht wegen des geringeren Flächenverbrauchs „als geringerer Eingriff zu bewerten“, so Nemitz. 

Das entspräche ganz dem Eglseders Geschmack, der sich an eine Lösung auf Sauerlacher Flur klammert, weil es dort Bestand gebe. Doch auch die Autobahndirektion lässt nicht locker: „Ob die von der Gemeinde Otterfing vorgebrachten – überwiegend naturschutzfachlichen – Argumente eine Genehmigung des Vorhabens verhindern, bleibt der Entscheidung der Planfeststellungsbehörde und gegebenenfalls einer späteren gerichtlichen Klärung vorbehalten“, sagt Seebacher.

Von Marlene Kadach

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