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Für die Holzkirchner Grünen tritt Robert Wiechmann (2.v.l.) bei der Kommunalwahl 2020 an. Unterstützt wird er dabei von (v.l.) Ulrike Küster, Johannes Küster, Dorothea Deutsch, Martina Neldel und Karl Bär.

Bürgermeister-Kandidat

Kommunalwahl 2020: Robert Wiechmann tritt für Holzkirchner Grüne an

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Der vakante Bürgermeister-Posten in Holzkirchen wird 2020 mindestens in einen Zweikampf münden: Robert Wiechmann tritt als Kandidat der Grünen an.

Holzkirchen – 15,51 Prozent aller Stimmen: 2014 holte Robert Wiechmann ein respektables Ergebnis, als er zum ersten Mal als Bürgermeister-Kandidat antrat. Es reichte nicht für die Stichwahl, die Olaf von Löwis (CSU) gegen Birgit Eibl (FW) gewann, half aber, dass Holzkirchen mit Wiechmann einen Grünen als 3. Bürgermeister bekam.

Vor der Wahl im März 2020 stehen die Vorzeichen noch besser: 25,5 Prozent erreichten die Grünen jüngst bei der Europawahl. Ein Potenzial, das aus Wiechmann einen ernsthaften Konkurrenten für CSU-Bewerber Christoph Schmid macht, der seine Kandidatur Ende Mai bekannt gab (wir berichteten). Beide treten ohne Amtsbonus an, der amtierende Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) bewirbt sich bekanntlich um das Amt des Landrats.

Mit der Ankündigung seiner Kandidatur hätte sich Wiechmann (56), der als verbeamteter Förster das Forstrevier Holzkirchen betreut, gerne noch Zeit gelassen. Die offizielle Aufstellungsversammlung ist erst für Oktober geplant. „Ich werde aber immer wieder gefragt und nehme deswegen jetzt Druck aus dem Kessel: Ja, ich trete an.“ Er verspüre große Rückendeckung aus seiner Partei. Eine entscheidende Rolle habe gespielt, dass die anderen drei Fraktionsmitglieder Ulrike Küster, Karl Bär und Martina Neldel auch wieder für den Gemeinderat kandidieren wollen. Johannes Küster, neben Dorothea Deutsch Co-Vorsitzender des Ortsverbands, geht angesichts der jüngsten Wahlergebnisse davon aus, dass die Grünen 2020 bei der Gemeinderats-Wahl zulegen können: „Sechs Mandate sind durchaus realistisch.“

Eine absolute Mehrheit, wie sie die CSU im Marktgemeinderat lange hatte, gibt es seit 2014 nicht mehr. „Das hat zu sachlichen Diskussionen geführt und zu einem Stil der Auseinandersetzung, der sich wohltuend von manch anderer Gemeinde abgehoben hat“, findet Wiechmann, der seit 2008 im Gemeinderat sitzt. Als Bürgermeister würde er diesen moderierenden Stil weiter pflegen. Jedenfalls habe er nicht vor, eine großartige Kurskorrektur einzuleiten. „Als Skipper weiß ich, dass es einem Boot nie gut tut, wenn man das Steuer herumreißt“, sagt der leidenschaftliche Segler.

Beim großen Thema Südspange – das Straßenbauamt will bald Trassen präsentieren – steht der Kandidat für klare Kante: „Ich lehne diese neue Straße ab. Wir haben ein hervorragendes Mobilitäts-Konzept, das hilft uns wirklich weiter.“ Allerdings würde er die offizielle Stellungnahme der Marktgemeinde zur Südspange einem Bürgerentscheid überlassen. „Ich würde um meine Position kämpfen, mich aber notfalls auch einem Votum pro Südspange beugen.“ Bei der Mobilität gelte es grundsätzlich, dem nicht motorisierten Verkehr mehr Platz einzuräumen. „Das heißt, dass Autos weniger Platz haben werden – so ehrlich muss man sein.“

Angesichts millionenschwerer Pflichtaufgaben wie dem Neubau der Mittelschule und der Rathaus-Erweiterung („brauchen wir dringend“) sieht Wiechmann kaum Spielräume für weitere Großinvestitionen. Ein großes Thema der nächsten Jahre werde sicher der kommunale Wohnungsbau. „Dienstwohnungen werden immer wichtiger.“ Wiechmann kann sich Erbpacht-Modelle vorstellen oder auch, wie zuletzt am Grünlandweg, einen Bau in gemeindlicher Eigenregie. Letzteres werde oft „zu Unrecht schlecht geredet“.

avh

Kommunalwahl 2020 im Landkreis Miesbach: Hier finden Sie alle Namen im Überblick.

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