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Hand drauf: Andreas Hallmannsecker (M.), hier mit FWG-Kreissprecher Norbert Kerkel (r.) und dessen Stellvertreter Jens Zangenfeind, soll als Landratskandidat für die Freien Wähler ins Rennen gehen. 

Freie Wähler Gemeinschaft präsentiert ihren Kandidaten 

Hallmannsecker will Landrat werden: „Nicht nur reden – handeln wäre recht“

Für die Landratswahl 2020 wird eine Stichwahl wahrscheinlicher: Mit Andreas Hallmannsecker (63), seit 2008 Bürgermeister in Valley, will die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Amtsinhaber Wolfgang Rzehak (Grüne) herausfordern.

Valley - Am Sonntag (24. November) haben FWG-Kreissprecher Norbert Kerkel und sein Stellvertreter, der Haushamer Bürgermeister Jens Zangenfeind, den FWG-Fraktionsvize im Kreistag als Landratskandidaten vorgestellt – nicht umsonst im Valleyer Rathaus.

Es sind eigentlich gleich drei Nachrichten für die Kommunalwahl 2020, die an diesem Sonntag spruchreif werden. Klaus Thurnhuber, der vor der Stierattacke im Sommer Interesse an einer Landratskandidatur hatte, kündigt an, abermals als Warngauer Bürgermeister anzutreten.

Und mit Hallmannseckers Landratskandidatur wird im Valleyer Rathaus der Chefsessel neu vergeben. Die Freien Wähler wollen bei der Nominierungsversammlung am Dienstag Gemeinderat Bernhard Schäfer ins Rennen schicken, gab Hallmannsecker bekannt. Er selbst soll am Mittwoch offiziell als Landratskandidat nominiert werden, wenn auch die Kreistagskandidaten der FWG aufgestellt werden.

„Ich bin sicher, wir haben den richtigen Kandidaten gefunden“, sagt Kerkel, der selbst in Waakirchen fürs Amt des Bürgermeisters antritt. Und Hallmannsecker entgegnet prompt: „Das wird sich noch rausstellen.“ Der 63-Jährige, einst Fußball-Schiedsrichterobmann im Landkreis, ist auch in zwölf Jahren als Bürgermeister kein Mann der großen Reden geworden. „Nicht nur reden – handeln wäre recht“, sagt er.

„Erst einmal unsere Infrastruktur reparieren.“

Anlass dazu gäbe es genügend, erklärt Hallmannsecker, der Vater von drei erwachsenen Söhnen und einer Tochter und zweifacher Großvater ist: Landschaft, Wirtschaft, Tourismus, Verkehr – „das hängt alles zusammen“. Luftschlösser brauche man keine bauen. „Aber ob wir wirklich Sondertilgungen brauchen? Ich glaube, wir müssen erst einmal unsere Infrastruktur reparieren.“

Dazu gehört mit an erster Stelle die Verkehrsbelastung. Um Autoverkehr zu verhindern, setzt Hallmannsecker auf die Schiene. Die Strecken im Oberland müssten entweder bald zweigleisig ausgebaut werden, oder es müssen doppelstöckige Züge her, sagt Hallmannsecker. Und auch beim Mangel an bezahlbarem Wohnraum will er sich nicht darauf zurückziehen, dass der Landkreis dabei nicht aktiv werden dürfe. „Das ist Sache der Kommunen, aber der Landkreis kann das auch unterstützen, zum Beispiel mit Flächen oder bei den Baugenehmigungen“, erklärt Zangenfeind.

Kommunen und Landkreis müssten wieder eine Einheit werden, findet Hallmannsecker: „In der vergangenen Amtsperiode hat Wolfgang Rzehak oft gesagt, etwas sei Sache der Gemeinden, das gehe den Landkreis nichts an –das möchte ich anders machen.“ Zangenfeind bekräftigt: „Wir brauchen jemanden als Landrat, der Dinge zur Chefsache macht.“

Mit Hallmannseckers Kandidatur zeigt die FWG auch Kante in Sachen Wasserschutzzonen-Erweiterung im Landkreis für die Stadtwerke München (SWM): Die Gemeinde Valley ist seit Jahrzehnten vom bestehenden Wasserschutzgebiet der Münchner betroffen. Mit der Verfahrensaufnahme und dem Ablauf der – inzwischen ausgesetzten – Erörterung fing sich Rzehak heftige Kritik ein. „Der Wasserschutz darf nicht nur zum Nachteil unserer Bürger sein“, fordert Hallmannsecker. „Auch die Mitarbeiter im Landratsamt haben für die Landkreisbürger da zu sein.“

Die mögliche Konkurrenz mit dem Prädikat „Freie Wähler“ aus den Reihen der Partei FW, mit der keine gemeinsame Liste zustande kam (wir berichteten) sieht Hallmannsecker „entspannt“, er nehme das sportlich: „Die Köpfe machen den Unterschied. Bei uns kann jeder entscheiden, was er für richtig hält“, sagt er.

Lesen Sie hier, was bei der Nominierung des CSU-Landratskandidaten passiert ist. 

Katrin Hager

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