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Wer will tatsächlich sein Bestes? Der eingebildete Kranke Argan (Bernd Schmidt) zwischen seiner zweiten Ehefrau Béline (Judith Heimerl, l.) und seinem treuen Dienstmädchen Toinette (Andrea Beier).

Foolsensemble feiert Premiere mit klassischer Komödie

Der Kranke als Hingucker

Holzkirchen - Das Foolsensemble hat sich den "eingebildeten Kranken" von Molière vorgenommen -  und feierte damit nun eine gelungene Premiere. 

Viel Freude im Leben hat Argan eigentlich nicht. Immerzu ist er bettlägrig, ziept es hier, zwickt es da. Sowieso und ohnehin ist er sterbenskrank. Mit seinem Dreiakter „Der eingebildete Kranke“ hat Molière ein Stück geschrieben, das es in den Kanon der Weltliteratur geschafft hat. Bis heute wird es auf den Bühnen weltweit gespielt – auf professionellem Niveau und von Laiendarstellern. Auch das Holzkirchner Foolsensemble hat sich den Klassiker vorgenommen und nun eine gelungene Premiere im Foolstheater hingelegt – mit Freude am Spielen, einer guten Regiearbeit und einem Publikum, das sich zu lautstarkem Lachen und Klatschen animiert fühlte. 

Bereits um 1670 entstanden, begeistert Molières Komödie noch immer. Auch wenn oder gerade weil sie mit einer gehörigen Portion Kritik gespickt ist: Mediziner hält der Dramatiker für Quacksalber, die einem das Geld aus der Tasche ziehen. Gehör bekommen sie eigentlich nur deswegen, weil sie eine Brille auf der Nase und eine Arztkutte über den Schultern hängen haben. 

Argan kommt den geldgierigen Ärzten also gerade recht. Seine vielen Zipperlein muss er teuer bezahlen. Einläufe, Pillen und Salben sollen seine Wehwehchen kurieren. Bernd Schmidt als eben jener eingebildete Kranke grantelt sich durch das Stück und überzeugt dabei mit seiner umfassenden Bühnenpräsenz. 

Aber es geht eben nicht nur um Krankheit und Elend in dieser Komödie. Es geht auch um Argans Tochter, die sich verliebt und mit ihrer Auswahl nicht den Geschmack des Vaters getroffen hat. Dieser möchte freilich lieber einen Arzt an der Seite seiner Tochter Angélique sehen. Aus reinem Eigeninteresse versteht sich. Ursula Dillig spielt die aufrichtige Tochter und bringt mit jedem ihrer Auftritte gute Laune mit auf die Bühne. Facettenreich präsentiert sich Andrea Beier in der Rolle des Dienstmädchens Toinette. Sie zeigt dabei die Bandbreite der Schauspielkunst. Mal ist sie das devote Hausmädchen, mal der bestimmende Hausdrachen, der sich gegenüber dem Hausherren viel zu viel herausnimmt. Mit ihren derben Kommentaren sorgt sie immer wieder für Lacher. 

Eine besondere Szene, die allen Theaterfans unter die Haut gehen dürfte, ist der Dialog zwischen Argan und seinem Bruder Béralde (Christian Selbherr). Judith Heimerl als falsches Biest und Ehefrau des ewigen Kranken spielt ebenso überzeugend, wie Arzt und Notar Jochen Geipel. Besonders witzig gerät der Auftritt von Detlef Dauer als Doktor Diafoirus und seinem Sohn Thomas Diafoirus, gespielt von Cornelius Heuten. Die witzig einstudierten Passagen, die Heuten zusammen mit eingespielten Gesten herunterleiert, kommen beim Publikum nur zu gut an. Albert Ambach in der Rolle des verliebten Cléante ist herzerweichend. Das Publikum spürt seine Besorgnis, die Liebe seines Lebens zu verlieren. 

Ein besonderer Hingucker sind die Kostüme, die das Ensemble beim Freien Landestheater Miesbach ausgeliehen hat. Sie versetzten den Zuschauer auch optisch in eine Zeit, die schon lange vergangen ist. Das Bühnenbild tut sein übriges: Eine rote Tapete mit herrschaftlichen Ornamenten darauf, altes Mobiliar, viele Töpfchen, Toiletten-Pfannen und Fläschchen mit Medizin runden die gelungene Vorstellung ab.

Weitere Termine 

Weitere Termine für „Der eingebildete Kranke“ nach Molière sind Samstag, 25. Juni und 2. Juli, jeweils um 20 Uhr; Donnerstag, 30. Juni, um 19.30 Uhr; Sonntag 3. Juli und 17. Juli, jeweils um 18 Uhr im Foolstheater Holzkirchen. Karten gibt es im Internet auf www.kultur-im-oberbraeu.de oder zu den Kassenzeiten an der Theaterkasse. Ob die Veranstaltungen im Theater oder auf dem Vorplatz-Atrium stattfinden, wird auf der Homepage bekannt gegeben.

Von Kathrin Suda

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