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Am Altstandort am Nordring hält auch Vize-Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier (FW) fest.

Sportzentrum Otterfing

Lärmschutzgutachten sorgt für Zunder

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Otterfing - Das geplante Sportzentrum in Otterfing sorgt wieder für Zunder. Jetzt fordert Bürgerinitiativen-Mitglied Josef Killer sogar den Rücktritt von Bürgermeister Jakob Eglseder. Der Rathauschef wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Das Otterfinger Sportzentrum kommt nur in Tippelschritten voran. „Momentan zeichnet sich keine vernünftige Lösung ab“, sagt Bürgermeister Jakob Eglseder (CSU). Fast zehn Monate nach dem Bürgerentscheid, der einen Verbleib und eine Weiterentwicklung am Altstandort Nordring verlangte, sind noch viele Fragen offen. Zu viele Personen ziehen an unterschiedlichen Strängen. 

An einem Strang zieht Josef Killer, Mitinitiator des Bürgerbegehrens. Er ist unzufrieden mit der Situation. Deshalb hat er einen Brief verfasst, der unserer Zeitung vorliegt: „Sehr geehrter Herr Eglseder“, schreibt Killer darin. „Machen Sie den Weg frei für eine wirkliche und maßvolle Entwicklung der Sport- und Vereinsanlage – treten Sie zum Wohle der Gemeinde Otterfing zurück.“ 

Öl ins Feuer gegossen hatte die Gemeinderatssitzung im Dezember, die Killer als Anlass für seine harten Worte nahm. Damals zeigte das Lärmschutzgutachten dem Gemeinderat Grenzen in der Entwicklung am Nordring auf (wir berichteten). Es sei eine 200 Meter lange und acht Meter hohe Lärmschutzwand nötig, hieß es. Wortwörtlich steht am Ende des Gutachtens: „Aus schalltechnischer Sicht bestehen erhebliche Bedenken gegen den Ausbau des Sportzentrums am Nordring in der Gemeinde Otterfing.“ Denn: „Aufgrund der Nähe der Anlage zu der bestehenden Wohnbebauung können sich auch unter Berücksichtigung von umfangreichen baulichen Schallschutzmaßnahmen deutliche Einschränkungen der Nutzbarkeit der Sportanlagen (insbesondere innerhalb der Ruhezeiten) und der Dreifachturnhalle für Veranstaltungen (während der Nachtzeit) ergeben“, heißt es. Der Gemeinderat fällte damals keine Entscheidung. 

In Killers Augen sind die Gutachten-Forderungen der „absolute Horror“ für Otterfing. „Wenn diese Planung verwirklicht würde, würde der gesamte Ortsteil Nordring in hohem Maße verschandelt“, sagte er. Die Absichten des Bürgerentscheids – eine maßvolle Entwicklung am Nordring und eine finanzierbare Umsetzung – würden so nicht verwirklicht. Er unterstellt dem Bürgermeister, der für eine Verlagerung des Sportzentrums an die Kreuzstraße war, sogar Folgendes: „Statt alles zu tun, um diesen Wahnsinn zu beenden“, sagt Killer „verfolgt er weiterhin das Ziel, die Sport- und Vereinsanlage an die Kreuzstraße zu verlegen und damit den Bürgerentscheid auszuhebeln.“ Mehr noch: „Die beauftragten Planer werden von Eglseder entsprechend vorinstruiert“, behauptet Killer. Er deutet sogar ein neues Bürgerbegehren an. 

Der Bürgermeister wehrt sich. „Die Vorwürfe, dass ich etwas verzögern würde, sind unhaltbar.“ Im Gegenteil: „Ich habe alles getan, was der Gemeinderat mir aufgetragen hat.“ Endlich habe man ein Gutachten, das er natürlich nicht beeinflussen habe können. „Jetzt wird dem kein Glauben geschenkt.“ Dass es am Altstandort Probleme mit dem Lärmschutz gebe, stünde seit 2011 fest. „In Bürgerversammlungen haben wir auch über Gefahren informiert. Und jetzt kommt das böse Erwachen.“ Über die Höhe der die Mauer habe er nichts gewusst. 

Eglseder warnt vor dem eingeschränkten Betrieb mancher Sportarten. Von einer reduzierten Planung hält er nichts. „Streichen wäre kontraproduktiv.“ Das ginge zu Lasten der Vereine. Er befürchtet Einschränkungen bei Veranstaltungen wie Römerball oder Frauenfasching, wenn mehr Autos fahren. Und: „Was mit der Gastronomie passiert, steht in den Sternen.“ Laut Eglseder trifft sich die Sportkommission wieder am 18. Januar. Da die nächste Gemeinderatssitzung am 26. Januar sei, komme das Sportzentrum nicht mehr auf die Tagesordnung, das sei zu kurzfristig. Er warte die Vorschläge der Kommission ab. 

Vize-Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier (FW), die Vorsitzende der Kommission, schnauft. Den Jahreswechsel nutzte sie für eine Auszeit, um sich vom Sportzentrum zu erholen. „Jetzt müssen wir einen Neuanfang machen, in welcher Form auch immer.“ Die Richtigkeit des Gutachtens bezweifelt sie nicht. „Es ist ein Faktum“, sagt sie. „Die Folgen waren uns in gewisser Weise immer bekannt.“ Aber sie betont: „Ich liebäugle stets mit dem Altstandort.“ Dort müsse man Kapazitäten besser ausschöpfen. „Vielleicht kann man Grund kaufen.“ Denkbar sind in ihren Augen Abstriche bei der Umsetzung. 

Auf Killers Rücktrittsforderung reagiert Eglseder gelassen: „Ich bin demokratisch gewählt worden“, sagt er. „Ich habe alles ordentlich erledigt.“

Von Marlene Kadach

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