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Naherholung vor den Toren Holzkirchens: Am Wochenende zogen die Initiatoren von „Stop Südumgehung“ in Eigenregie eine kleine Loipenrunde in Richtung Thann. Die Schleife ist nicht Teil des gemeindlichen Loipennetzes.

Langlaufen rund um Holzkirchen

Neue Schleife unter privater Regie

Holzkirchen - Endlich liegt der Schnee knietief auf Holzkirchner Fluren – ein Fest für alle Langläufer. Am Wochenende eröffnete eine zusätzliche Schleife in Richtung Thann, organisiert von „Stop Südumgehung“. Eine schwere Geburt.

Ursula Eberharter kommt ins Schwärmen. „Die Loipe war noch nicht ganz gezogen, da kamen schon die ersten Langläufer – wunderbar“, berichtet die Holzkirchnerin von ihren Erlebnissen am Wochenende. Die neue vier-Kilometer-Runde vom Süden Holzkirchens nach Thann und zurück sei einst eine der ersten Loipen Holzkirchens gewesen. „Ohne im Stau zu stehen kann man loslegen und das vor einem herrlichen Panorama“, sagt Eberharter.

Ihr Wunsch war gewesen, die Thanner Schleife ins Loipennetz der Gemeinde zu integrieren. Das Einverständnis der sechs Grundstücksbesitzer habe sie privat organisiert und ins Rathaus gebracht. Doch der Gemeinderat winkte ab. In nichtöffentlicher Sitzung war das Thema angesprochen worden, ließ Bürgermeister Olaf von Löwis die Initiatoren um Eberharter wissen. Einige Gemeinderäte hätten Bedenken bezüglich der Ausweisung von Parkplätzen vorgetragen und darauf hingewiesen, dass ein Anschluss ans alte Netz fehlt.

Vor allem aber sieht das Rathaus in der zusätzlichen Schleife eine zu starke Belastung für die ehrenamtlichen Spurgerät-Fahrer. „Maschinen und Fahrer sind sehr gut ausgelastet“, sagt Rathaus-Geschäftsführer Robert Haunschild. Mehrere Stunden dauere es, bis das Loipennetz gepflegt ist. „Wir dürfen besonders die Fahrer nicht über Gebühr belasten und unter Druck setzen.“ Die Thanner Schleife „bekommen wir als Gemeinde logistisch nicht geregelt.“

Eberharter wertet dies als Verhinderungspolitik. „Der Wille der Gemeinde war nicht da. Schade, dass wir einen Monat lang hingehalten wurden.“ Jetzt trete eben „Stop Südumgehung“ als Loipenbetreiber auf. Ein altes Spurgerät, gezogen von einem Traktor, habe man sich privat aus Darching geliehen. Schilder weisen die Langläufer darauf hin, dass sie die Thanner Schleife auf eigenes Risiko nutzen. Die neue Runde firmiert jetzt unter „Ursi-Eberharter-Gedächtnis-Loipe“.

Die Pflege des offiziellen Loipennetzes, das insgesamt 23 Kilometer umfasst, teilen sich Gemeinde und der TSV Hartpenning. Die Hartpenninger verfügen über ein Spurgerät, das vor neun Jahren für 87 000 Euro angeschafft worden war; die Hälfte davon bezahlte die Gemeinde. Zusätzlich finanziert das Rathaus die Wartung und den Sprit. Gefahren wird das Loipenmobil von Thomas Meck, Sepp Loferer und dem TSV-Langlaufchef Georg Zinsbacher. Besonderer Beliebtheit erfreut sich dienstags und donnerstags (19 bis 21 Uhr) die Flutlicht-Runde. Der TSV bittet die Langläufer an zwei Kassen um einen freiwilligen „Loipenzwickel“ (zwei Euro), um Rücklagen für den Kauf eines neuen Spurgeräts zu bilden. „Da kommt schon was rein“, freut sich Zinsbacher.

Die Loipen rund um Holzkirchen zieht seit Jahren der nimmermüde Christian Hacker. Da sein Spurgerät älter ist, fehlt rund um Holzkirchen oft die Skaterbahn. „Dafür ist der Schnee jetzt hoch genug, um auch nach Föching spuren zu können“, sagt Eva-Maria Schmitz, die sich im Rathaus um die Loipen kümmert. Liegt zu wenig Schnee, erschweren die zunehmenden Ackerflächen (Maisanbau) das Spuren. Idealerweise laufen die Holzkirchner zum Loipeneinstieg. Falls sie doch das Auto nutzen, hat Schmitz einen Tipp. „Vom Parkhaus in der Baumgartenstraße sind es nur 300 Meter zur Loipe.“

Von Andreas Höger

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