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Im Einsatz für Bedürftige ist Wolfgang Huber, Vorsitzender vom gemeinnützigen Verein „Holzkirchen hilft“.

„Die Armut nimmt zu“

Gegen die Not nebenan: Holzkirchen hilft - helfen Sie mit

„Holzkirchen hilft“ und das seit 25 Jahren. „Wir haben nicht geahnt, wie viel Bedürftigkeit es auch bei uns gibt“, sagt Wolfgang Huber. Und die Not wird größer. Helfen Sie mit.

Holzkirchen – Wolfgang Huber kann Geschichten erzählen, bei denen man Gänsehaut bekommt. Gänsehaut, weil es sich unglaublich anhört, dass so etwas in unserem reichen Landkreis überhaupt möglich ist. So berichtet er zum Beispiel von einem Rentner, der über mehrere Wochen ohne Strom in seiner Wohnung saß, Kerzen anzündete und kaum etwas aß ohne Herd und Kühlschrank. Von Menschen, die ihre verstorbenen Angehörigen nicht beerdigen können, weil ihnen das Geld für die Bestattung fehlt, oder von Alleinerziehenden, die ihren Kindern kein einziges Weihnachtsgeschenk kaufen können.

„Die Betroffenen schämen sich oft und trauen sich nicht, um Hilfe zu bitten“, sagt der Vorsitzende des Vereins „Holzkirchen hilft“. Genau diese „stille Not nebenan“ hat der Verein im Blick und hilft unbürokratisch und ohne großes Aufsehen zu erregen. Dieses Jahr feiert er sein 25-jähriges Bestehen.

Alle Infos zu unserer Spendenaktion Leser helfen Lesern, wie Sie spenden können und wem das Geld zugute kommt, lesen Sie hier.

Entstanden ist der Verein aus einer Aktion zur Hilfe für Kriegsflüchtlinge während des Balkankrieges. Da damals noch Spendengelder übrig waren, kam den Helfern die Idee, einmal zu schauen, ob es auch Menschen hier gibt, die Hilfe brauchen. „Wir haben nicht geahnt, wie viel Bedürftigkeit es auch bei uns gibt“, sagt Huber. Über eine Million Euro konnten seitdem an Menschen in Notsituationen gehen. Der Verein glich Mietrückstände aus, übernahm Kautionen oder Umzugskosten, bezahlte Heizungsrechnungen, damit nicht ganze Familien im Winter im Kalten saßen.

Der Verein hilft, wenn staatliche Unterstützung aus bürokratischen Gründen auf sich warten lässt oder Menschen durch das Netz des Sozialstaates zu fallen drohen. „Manchmal reicht es auch, wenn wir zinslose Kleinkredite vergeben“, sagt Huber. Die aktiven Mitglieder prüfen ehrenamtlich die Hilfsanträge und verteilen die Gelder. Sie sind vernetzt mit Sozialverbänden und anderen Stellen wie betreuten Wohneinrichtungen, wo Menschen in Lebenskrisen auffallen, die beispielsweise mit Schulden kämpfen, Rechnungen nicht zahlen können oder manchmal sogar nicht mal ein eigenes Bett besitzen.

„Die Armut nimmt zu“, sagt Huber. Besonders im Bereich Wohnen beobachte er Erschreckendes: „Die Mieten steigen, es gibt kaum Leerstand.“ Betroffen mache ihn, wie schnell Menschen in oft dramatisch existenzielle Not geraten können. „Viele landen unvermittelt in einer verzweifelten Lage.“

Mit den Spenden aus der Aktion „Leser helfen Lesern“ will der Verein weiterhin die stille Not hier im Landkreis lindern.

ada

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