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Heiß begehrt: Parkplätze am Holzkirchner Bahnhof. Die Gemeinde liebäugelt mit einem Parkdeck zwischen dem Atrium (l.) und den Gleisen.

Marktgemeinde verlängert Veränderungssperre

Hände weg vom Bahnhofs-Parkplatz

Holzkirchen - Parkplätze am Bahnhof sind ein kostbares Gut – zu kostbar, um eine Bebauung zu riskieren. Der Markt Holzkirchen verlängert deshalb die Veränderungssperre.

Es ist der jüngste Akt einer langen Geschichte. Wie berichtet, liegt Altlandrat Wolfgang Gröbl mit der Marktgemeinde im Clinch – wegen des Grundstücks zwischen dem Atrium und den Bahngleisen, das bislang als wilder Parkplatz dient und inzwischen Gröbls Tochter gehört.

Handlungsbedarf an der Stelle hat die Marktgemeinde schon länger erkannt und erklärte den Bereich zu einem so genannten Sanierungsgebiet. Als die Bahn das Areal zum Verkauf bot, wurde sich die Gemeinde mit ihr aber erst mal nicht handelseinig. Gröbl indes griff zu einem höheren Preis gerne zu, ein Bürogebäude stand schon zur Debatte. Die Gemeinde grätschte dazwischen: Der Gemeinderat beschloss im Januar 2013 eine Veränderungssperre, und die Gemeinde machte ihr Vorkaufsrecht geltend, das aus dem „Sanierungsgebiet“ resultiert. Das bedeutet: Sie müsste den Preis zahlen, den Gröbl mit der Bahn ausgehandelt hatte, käme aber zum Zug. Immerhin wären die Parkplätze damit gesichert.

Die Gröbls zogen wie berichtet allerdings gegen das Vorkaufsrecht der Gemeinde gerichtlich zu Felde. Im Sommer 2013 entschied das Verwaltungsgericht zugunsten der Gemeinde – Klage abgewiesen. Der Schlussakkord war das aber nicht: Der Kläger hat im Oktober 2013 Berufung beantragt. Ob sie zulässig ist, wird am Verwaltungsgericht noch geprüft, erklärt Bauamtsleiter Karl Herbst auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Anwalt der Gemeinde gehe davon aus, dass die Entscheidung bis Mitte des Jahres fallen dürfte. Auch wenn die Sache noch in der Schwebe ist: Handlungsbedarf gab es nun trotzdem. Denn die Veränderungssperre läuft nach zwei Jahren aus – es sei denn, sie wird verlängert. Der Bauausschuss des Gemeinderats schritt am Dienstag ohne große Diskussion zur Tat und segnete die Verlängerung einstimmig ab.

Denn die Gemeinde feilt auf dem Areal an eigenen Plänen: Mit der DB BahnPark GmbH visiert sie ein Parkdeck an. „Das würde genau ins Konzept passen“, meint auch Herbst. Die DB-Tochter führe derzeit Erhebungen über die aktuelle Parkplatzsituation durch: Wo parken die Pendler, welche Auswirkungen hätte eine Gebührenpflicht, wie würde sich der Druck auf die Nebenstraßen entwickeln? Die Ergebnisse sollen dem neuen Arbeitskreis Verkehr vorgelegt werden, der dann diskutieren soll, welche Lösung am Bahnhof zum Tragen kommen soll. Das klingt noch nach einem langen Prozess.

Tatsächlich drängt die Zeit allmählich: „Die Veränderungssperre gilt jetzt noch ein Jahr – dann ist Schluss“, sagt Herbst. Eine weitere Verlängerung wäre nur noch unter bestimmten Voraussetzungen möglich; etwa wenn der Bebauungsplanentwurf ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hätte. Herbst ist guter Dinge, dass die Gemeinde und die politischen Gremien das in den Griff kriegen. „Bis dahin sind wir wahrscheinlich schon weit fortgeschritten.“

Von Katrin Hager

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