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Friedlich und fröhlich feierten die allermeisten Teilnehmer des Holzkirchner Marktplatzfaschings. Doch es gab auch Ausnahmen.  

Polizei-Bilanz des Marktplatzfaschings 

Braunbär schlägt 16-Jährigen nieder

Die allermeisten feierten friedlich, einige Teilnehmer des Holzkirchner Marktplatzfaschings fielen jedoch deutlich aus der Rolle. Eine Gruppe Jugendlicher lieferte sich sogar ein Handgemenge mit der Polizei.   

Holzkirchen - Schon um 14.30 Uhr musste die Polizei am Sonntag ein erstes Mal aktiv werden. Während sich am Holzkirchner Marktplatz einige tausend Maschkera vergnügten, gerieten ein 21-jähriger Holzkirchner und ein 16-jähriger Föchinger in der Marienstraße in Streit. Laut Polizei schlug der Holzkirchner seinen Widersacher grundlos zu Boden und trat danach mit den Füßen auf den bereits liegenden Jugendlichen ein.

Der Täter, der als Braunbär verkleidet war, flüchtete in unbekannte Richtung. Die Polizei identifizierte ihn jedoch später und leitete ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

Gegen 18.30 Uhr kontrollierte eine Streife einen 18-jährigen Haushamer am Bahnhof. Dabei fanden sich geringe Mengen von Betäubungsmitteln. Den Jugendlichen erwartet nun ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Alkohol und andere Suchtmittel zeigten mit fortschreitender Dauer ihre traurige Wirkung. Gegen 19.45 Uhr meinte ein betrunkener Weyarner, den Nachhauseweg mit seinem Auto antreten zu müssen. Der 22-Jährige überfuhr dabei prompt eine rote Ampel am Oskar-von-Miller-Platz - und das vor den Augen einer Polizeistreife. Der Weyarner schnitt zudem bei seinem Manöver einen anderen Autofahrer, der damit laut Polizei „erheblich gefährdet“ wurde.

Ein Alkotest ergab, dass der 22-Jährige deutlich über 1,1 Promille Alkohol im Blut hatte. An Ort und Stelle kassierte die Polizei seinen Führerschein. Den Weyarner erwartet nun ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs.

Fast zur selben Zeit musste sich die Polizei um mehrere Alkoholleichen kümmern und einige Streitigkeiten unter Besuchern der Faschingsfeier beenden. „Hier konnte die Situation durch Platzverweise entschärft werden“, heißt es im Polizeibericht.

Den traurigen Schlusspunkt setzte ein wildes Gerangel am Bahnhofweg. Eine aufmerksame Fußgängerin hatte gegen 20.45 gemeldet, dass am dortigen Fußweg Betäubungsmittel deponiert waren.

Zivilkräfte der Polizei legten sich auf die Lauer, prompt erschienen wenig später die mutmaßlichen „Eigentümer“ der Drogen - nach Angaben der Polizei alles Jugendliche, die erst um die 16 Jahre alt sind. Als die Polizisten zugriffen, leistete einer der Jugendlichen erheblichen Widerstand bei der Festnahme. Ein unbeteiligter, 20-jähriger Holzkirchner mischte sich ein und griff einen der Beamten tätlich an.

Die Beamten forderten Unterstützungskräfte von der nahen Polizeiwache an, um auch den 20-Jährigen in Gewahrsam nehmen zu können. Auf Hilfe von Passanten konnten die Polizisten nicht rechnen - im Gegenteil: Laut Pressebericht behinderten mehrere ebenfalls unbeteiligte Passanten im jugendlichen Alter die Arbeit der Polizei.

Für die meist jugendlichen Beteiligten des Gerangels am Bahnhofweg wird der Faschingssonntag unangenehme Spätfolgen haben. Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung ein. Nachdem die Personalien auf der Polizeiwache aufgenommen waren, wurden die Jugendlichen ihren Eltern übergeben. 

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