Das Holzkirchner Rathaus.
+
Im Holzkirchner Rathaus wird darüber nachgedacht, wie man verdiente Bürger würdigt.  

Auszeichnung im Gespräch

Medaille oder Anstecknadel: Ehre für verdiente Holzkirchner Bürger

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
    schließen

Die Marktgemeinde überlegt, wie sie verdiente Bürger künftig ehrt. Im Gespräch sind eine Medaille oder eine Anstecknadel. Die Modalitäten sind noch unklar.

Holzkirchen - Holzkirchner Bürger, die für die Entwicklung der Gemeinde Besonderes geleistet haben, wird bisher die Ehrenbürgerwürde verliehen. Empfänger waren unter anderem der bekannte Bauingenieur Oskar von Miller, Pfarrer Josef Straßer, Dekan Josef Imminger oder der Lehrer Eugen Zeheter. Für die Auszeichnung gab es allerdings keine festgelegten Kriterien und keine Satzung. Laut Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) hat der Gemeinderat noch unter seinem Vorvorgänger – dem Altbürgermeister Josef Höß – beschlossen, eine Bürgermedaille einzuführen. Um so weitere verdiente Personen zu würdigen. „Aber es war unklar, wer sie bekommen sollte“, so Schmid. „Wir wissen, dass das kein einfaches Thema ist.“ Es bestehe die Gefahr, „dass man den einen ehrt und 50 andere damit beleidigt“.

Jetzt will die Gemeinde das heikle Thema erneut anfassen. Hintergrund war ein entsprechender Antrag der SPD-Fraktion Ende 2019. Demnach sollte die Verwaltung damit beauftragt werden, gemeinsam mit je einem Fraktionsvertreter Bedingungen zur Verleihung einer Bürgermedaille sowie Vorschlags- und Entscheidungsprozesse zu erarbeiten. „Wir haben die Sommerpause genutzt, um Kriterien aufzuschreiben“, berichtete Rathaussprecherin Annika Walther jetzt im Hauptausschuss. Sie präsentierte dem Gremium den Vorschlag der Verwaltung.

Unter anderem regte die Verwaltung an, zwischen einer Bürgermedaille – für Holzkirchner, die sehr große Verdienste für die Gemeinde geleistet haben – und einer Ehrennadel zu unterscheiden. Letztere sei zum Beispiel dafür gedacht, Bürger zu würdigen, die 20 Jahre in einem Verein Mitglied sind.

SPD-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Dasch bedankte sich dafür, dass das Thema neu aufgerollt wird. Die SPD habe sich im Vorfeld bereits viele Gedanken dazu gemacht. Das Ergebnis: „Wir möchten keine Unterscheidung zwischen Medaille und Nadel“, erklärte sie. Es sei besser, es einheitlich zu machen. „Um niemanden zu beleidigen.“ Es gehe darum, die Leute zu würdigen. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass es schön ist, einen Anstecker zu bekommen. Diese würden dann auch tatsächlich und mit Stolz getragen. „Keiner hängt sich eine Medaille um.“ Davon abgesehen ist Dasch dagegen, nur eine beschränkte Gesamtzahl an Auszeichnungen auszugeben. „Das hört sich sonst so an, dass erst einer sterben muss, bis ein anderer sie kriegt“, befürchtet sie. Für sinnvoll hingegen hielt sie es, dass pro Jahr nur eine bestimmte Anzahl an Personen geehrt wird. „Sonst geht es unter.“ Josef Sappl senior (CSU) nickte: „Wenn es zu viele sind, hat es keinen Wert mehr.“

Birgit Eibl (FWG) würde es begrüßen, dass die Ehrung jährlich stattfindet – ähnlich dem Sozialpreis des Landkreises Miesbach. „Das funktioniert gut.“ Anita Gritschneder (Grüne) mahnte hier aber zu Flexibilität. „Wenn man mal keinen findet, ist das auch okay“, sagte sie. „Mit mehrfachen Ehrungen hätte ich kein Problem“, ergänzte Eibl. Ferner sollte jeder Bürger ein Vorschlagsrecht haben. Das gefiel auch Dasch. „Denn die Gemeinderäte wissen oft nicht, was manche Bürger so leisten.“ Sie fände hierfür eine Art Formblatt gut, um die Dinge zu kanalisieren. Den Grünen sei es zudem wichtig, dass Gemeinderäte für ihre politische Tätigkeit nicht geehrt werden, ergänzte Gritschneder.

Seine Fraktion würde die Angelegenheit lieber vorab noch mal eingehender diskutieren, erklärte Sebastian Franz (CSU). In einem bestehenden Gremium könnte dann eine Entscheidung fallen. Für Bürgermeister Schmid wäre hierfür der Hauptausschuss geeignet. „Ich höre raus, dass das Grundgerüst der Verwaltung okay ist, es aber noch Diskussionsbedarf gibt“, sagte der Rathauschef. Deshalb schlug er vor, dass sich die Fraktionen nochmals beraten. In der nächsten Hauptausschusssitzung am Dienstag, 13. Oktober, kommen die Ehrungen dann erneut aufs Tableau.

Auch interessant

Kommentare