Rentner fuhr trotz Stau über Bahnübergang

Auto steckt auf Gleis fest - und Zug kommt

  • Marlene Kadach
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Föching - Einen unbesetzten Pkw hat ein Meridian-Zug am Donnerstagmorgen am Bahnübergang Föching gerammt. Das Auto hatte ein Rentner (72) aus Otterfing dort stehen lassen. Verletzt wurde niemand.

Wie die Polizei Holzkirchen berichtet, war der Rentner gegen 7.25 Uhr mit seinem Volvo von Föching kommend in Richtung Autobahn unterwegs. Trotz stockendem Verkehr fuhr er auf den einseitig beschrankten eingleisigen Bahnkörper ein. Dann schloss sich hinter ihm die Schranke. Vor ihm mussten die Fahrzeuge jedoch verkehrsbedingt wieder halten, sodass der Otterfinger mit dem Heck seines Pkw auf dem Gleiskörper stehen blieb.

Der Mann stieg noch aus seinem Fahrzeug aus, um den Pkw-Fahrer vor ihm auf die brenzlige Situation aufmerksam zu machen – als sich ein Meridian mit circa 160 Fahrgästen näherte. Es handelte sich um den Zug M 32906, der von Rosenheim (Abfahrt 6.36 Uhr) Richtung München unterwegs war. Dieser bremste zwar, rammte aber trotzdem das unbesetzte Auto in den Graben.

Der Volvo erlitt einen Totalschaden von rund 15 000 Euro. Der Schaden am Meridian bewegt sich laut der Bayerischen Oberlandbahn zwischen circa 15 000 und 20 000 Euro. Gegen 8.50 Uhr konnte der Zug seine Fahrt bis Holzkirchen fortsetzen, wo die rund 160 Fahrgäste in die S-Bahn nach München umsteigen. Der beschädigte Zug wurde ins Bahnbetriebswerk überführt. Zwischen Holzkirchen und Kreuzstraße war die Strecke bis circa 8.45 Uhr gesperrt. Der Meridian richtete einen Schienenersatzverkehr ein. Bis Mittag kam es im Bahnverkehr zu Verspätungen von bis zu 15 Minuten.

Aber auch auf den Straßen stockte es. Die Feuerwehren Föching und Holzkirchen rückten mit insgesamt fünf Fahrzeugen und rund 30 Mann aus. Sie sperrten die Kreisstraße MB 14 bis zur Einfahrt in die B 318 komplett, auch der Verkehr aus Holzkirchen musste umgeleitet werden. „Es entstand ein Chaos im Berufsverkehr“, sagt Martin Fischhaber, Zweiter Kommandant der Föchinger. Nach etwa eineinhalb Stunden war der Einsatz beendet. Auch ein DB-Notfallmanager im Einsatz.

Gegen den 72-jährigen Rentner wird nun wegen gefährlicher Eingriffe in den Bahnverkehr ermittelt.

Von Marlene Kadach

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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