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Ortsbus Holzkirchen fährt von Haltestelle in Holzkirchen weg
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Der Ortsbus Holzkirchen in Holzkirchen soll auf Wunsch der Bürger und nach Ansicht der Experten verbessert werden.

Gemeinde darf Wünsche bei Landkreis äußern

Mobilität in Holzkirchen: Stiefkind Ortsbus soll attraktiver werden

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Der Holzkirchner Ortsbus soll verbessert und ausgebaut werden. Und die Gemeinde darf beim Landkreis als Träger Wünsche für eine neue Ausschreibung äußern.

Holzkirchen - Der Ortsbus kurvt seit 2007 auf mehreren Linien durch die Marktgemeinde. Doch mit den bisherigen Nutzerzahlen ist Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) ziemlich unzufrieden. „Rein kaufmännisch gesehen, könnte man das Angebot einstellen“, sagt er. „Da fährt viel warme Luft durch die Gegend.“ Aber im Sinne einer neuen Mobilität und der Verkehrsentlastung, die Holzkirchen so dringend nötig hat, sei es der Kommune „ein Anliegen, den Ortsbus zu verbessern“.

Das Thema Ortsbus hat nun Ulrike Küster (Grüne) im Gemeinderat neu aufgerollt. Sie erkundigte sich nach einer „Deadline“, bis zu der die Gemeinde dem Landkreis als Träger sagen muss, was sie beim Ortsbus will. Sie habe erfahren, dass diese Frist am 31. Dezember 2020 endet. „Ich bin überrascht, dass wir da jetzt so in Zugzwang sind“, meinte sie. Und sie wollte wissen, „wann die Fraktionen und der Gemeinderat hier eingebunden werden“.

Der Hintergrund: Wie berichtet, hatte der Markt Holzkirchen – beziehungsweise dessen Kommunalunternehmen die Gemeindewerke – heuer die Trägerschaft für den Ortsbus auf Empfehlung der Regierung von Oberbayern an den Landkreis übergeben. Dieser übernehme auch die Ausschreibung, die entscheidet, welches Unternehmen den Ortsbus ab Herbst 2022 stemmt, erklärt Schmid gegenüber unserer Zeitung. Aktuell macht das der RVO in Holzkirchen.

Im Prinzip schreibe der Landkreis genau das aus, was die Kommune sich wünsche, ergänzt Schmid. Jana Heese, die Mobilitätsmanagerin im Rathaus, arbeite an vorderster Front an dem Thema. Auch die Erkenntnisse der Mobilitätswerk GmbH in Dresden, die die Umfrage „Sauber unterwegs in Holzkirchen“ durchgeführt hat (wir berichteten), fließen mit ein, so Schmid. Die Experten rieten dazu, den Ortsbus auf Vordermann zu bringen. Zum Beispiel schlugen sie eine Expresslinie vor, die in zehn Minuten vom Holzkirchner Bahnhof zum Gewerbegebiet Nord flitzt. „Auf Basis dieser Ergebnisse wäre es uns ein Anliegen, den Ortsbus neu zu gestalten“, meint Schmid. Parallel möchte er klären, wie viel Personal oder wie viele Busse nötig wären, um die Wünsche der Gemeinde zu erfüllen. Immerhin müsse die Kommune – die den Ortsbus bezahlt – wissen, welche Kosten anfallen.

„Bis Jahresende sollen wir unsere Wünsche einbringen“, bestätigt Schmid Küsters Annahme. Allerdings verhandle er gerade mit Peter Schiffmann – dem zuständigen Mitarbeiter im Landratsamt – darüber, diese Frist zu verlängern. Immerhin sei ja noch viel Zeit bis zur Ausschreibung, findet Schmid. Und: „Heuer kriegen wir das nicht mehr hin“, befürchtet der Rathauschef.

Es sei zum Beispiel noch offen, „wie wir mit den Nachbarn umgehen“. Bei Gesprächen mit anderen Bürgermeistern aus dem Nordlandkreis will er etwa besprechen, ob und wie Oberlaindern, das Warngauer Gewerbegebiet Birkerfeld oder der S-Bahnhof Kreuzstraße eingebunden werden. Diese Ziele stehen auch im Nahverkehrsplan des Landkreises. „Wir müssen vom reinen Holzkirchner Denken wegkommen.“ Eventuell könne er sich mit dem Landratsamt auch auf eine Art Grundausschreibung einigen, hofft er. „Dann könnten wir später Bausteine on top setzen.“

Ein Baustein, genauer gesagt die Idee des Mobilitätswerks, die neuen Ortsbusse optisch einheitlich zu gestalten, gefällt dem Bürgermeister übrigens besonders gut. „Die gehören beklebt“, findet er. Etwa mit dem nach oben zeigenden Daumen aus dem Logo der Gemeinde. Vielleicht würden sich dann mehr Bürger mit ihrem Ortsbus identifizieren und diesen auch nutzen.

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