Offizieller Parkplatz am Hackensee mit Schild für Rettungsweg
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Der offizielle Parkplatz am Hackensee war in letzter Zeit selten so leer. Gerade am Wochenende tummelten sich dort zuletzt viele Ausflügler.

Parkproblem in Kleinhartpenning

Nach Ausflugschaos: Hensel (FWG) fordert Verbesserung am Hackensee

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Das Ausflugschaos rund um den Hackensee hat sich inzwischen etwas beruhigt. Trotzdem fordert FWG-Fraktionschef Torsten Hensel, die Situation dort zu verbessern.

Hartpenning – Agnes Bacher wohnt direkt an der Zufahrtsstraße zum Hackensee. Trotzdem hegt sie keinen Groll gegen die vielen Ausflügler. „Man muss die anderen leben lassen“, sagt sie. Viele Leute aus der Stadt hätten keinen Garten. „Die wollen auch mal raus.“ Wenn die Tagestouristen vorher nett fragen, lassen die Bachers sie auf ihrem Hof parken. Von dem jüngsten Ansturm habe der Hofladen der Familie sogar profitiert. Die Kunden können sich dort selbst bedienen. Die Münchner hätten schon immer Geld in die Region gebracht, meint Bacher. „Jetzt darf man sie nicht verteufeln.“ Es seien schwierige Zeiten. „Da müssen wir zusammenhalten.“

Um das coronabedingte Ausflugschaos, das sich in den vergangenen Wochen am Hackensee breitmachte (wir berichteten), hat es sich nun auch im Verkehrsausschuss gedreht. Konkret ging es um eine Anfrage des FWG-Fraktionsvorsitzenden Torsten Hensel zur Parksituation am Hackensee und in Kleinhartpenning. Sein Ziel sei es, „dass die Bevölkerung vor Ort und die Besucher gemeinsam und in noch besserem gegenseitigem Einvernehmen das Naherholungsgebiet am Hackensee genießen können.“

„Die Parkplatzsituation in Kleinhartpenning ist schon länger verbesserungswürdig“, findet Hensel. „Nicht nur im Winter, sondern auch an heißen Sommertagen ist der Hackensee ein beliebtes Ausflugsziel.“ Dabei komme es immer wieder vor, dass der öffentliche Parkplatz nahe des Sees völlig überfüllt ist. In den vergangenen Wochen spitzte sich die Situation zu. Eissportler strömten zum zugefroren See. Die Zufahrt, die als Rettungsweg dient, sowie viele Bereiche des Ortskerns waren zugeparkt. Die Polizei rückte aus. Anwohner beschwerten sich, so Hensel. Er bedauert es, dass kein Bus zum Hackensee fährt und schlägt zudem vor, den Besitzer des Trachten-Outlets zu überreden, seine Parkplätze zu Verfügung zu stellen. Des Weiteren könnten vielleicht weitere Halteverbote helfen.

Johann Brandhuber, Chef der Polizei Holzkirchen, hält nichts davon, „per se mit Verboten zu arbeiten“. Durch Allgemeinverfügung, die Tagestouristen aus anderen Landkreisen fernhalten soll, und 15-Kilometer-Regel habe sich die Situation am Hackensee inzwischen entspannt. Trotzdem erwischte die Polizei dort auch am vergangenen Wochenende einige auswärtige Ausflügler. Sieben Anzeigen wurden erstattet. „Aber der Großteil hält sich dran.“ Seit Jahresbeginn verteilte die Polizei gut 100 Strafzettel an Falschparker in dem Bereich. Wer am Rettungsweg parkt, muss 35 Euro zahlen, auf der Wiese kostet es 55 Euro, weil hier das Naturschutzgesetz greift.

Im Sommer liege am Hackensee immer wieder ein erhöhter Besucherandrang vor, sagt Brandhuber. Dieser sei aber bei Weitem nicht so schlimm. In Großhartpenning, wo die Polizei kürzlich Langläufer mit Durchsagen zum Heimfahren aufrief (wir berichteten), sei es auch coronabedingt extrem zugegangen. „Wir haben eben kein normales Jahr“, sagt Brandhuber.

Auch Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) findet, dass sich die Lage verbessert hat. „Und im Sommer ist es dort nicht so gravierend.“ Weil der See zum Baden nicht so gut zugänglich sei. Da reiche der gemeindliche Parkplatz aus. Insofern sieht er keinen akuten Handlungsbedarf. Prinzipiell möchte er die Anzahl der Parkplätze nicht erhöhen, „weil die Zufahrtsstraßen nicht darauf ausgelegt sind“. Der Eigentümer am Trachten-Outlet möchte seine Flächen laut Schmid auf Haftungsgründen nicht zur Verfügung stellen. Einen Bus hält Schmid für unrealistisch. Eissportler kämen sowieso mit dem Auto.

Hensel spricht einen weiteren Punkt an. Im März 2020 habe der damalige Bürgermeister Olaf von Löwis eine Gesamtplanung für Kleinhartpenning versprochen. Und zwar, nachdem zur Sprache kam, dass der Dorfplatz gern als Dauerparkplatz für Wohnmobile, Busse und Anhänger genutzt wird. Das sei bis heute ein Problem, sagt SPD-Gemeinderat Wolfgang Huber, der in Kleinhartpenning wohnt. Er ist dafür, den Dorfplatz zu überplanen, dort eine Aufenthaltsfläche zu schaffen. Bald soll es eine Initiative aus dem Dorf dazu geben. „Wir sollten den Platz nicht als Parkplatz für Ausflügler vorhalten.“ Laut Schmid ist nichts Konkretes in Planung. „Aber wir haben das in unserem Themenspeicher aufgenommen.“

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