UN-Tribunal: Ratko Mladic zu lebenslanger Haft verurteilt

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Die Bodenarbeiten für die neue Traglufthalle im Holzkirchner Moarhölzl laufen schon. Ab Mitte Februar soll sie aufgestellt werden.

Traglufthalle für Asylbewerber

Neue Herausforderungen für Helferkreis

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Holzkirchen - Laut der Integrationsbeauftragten Maria Korell hat sich in den beiden Holzkirchner Asylbewerberunterkünften ein normaler Tagesrhythmus eingependelt. Doch mit der neuen Traglufthalle für 320 Personen kommen neue Herausforderungen auf den Helferkreis zu.

Die Traglufthalle, die ins Holzkirchner Moarhölzl kommt, soll dem Landkreis Luft verschaffen: 320 Asylbewerber haben dort Platz. Laut Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) laufen die Bodenarbeiten schon. Ab Mitte Februar wird die Halle aufgestellt. „Anfang März können die Flüchtlinge voraussichtlich umziehen.“ 

Doch bis dahin gibt es viel zu tun, und mit dieser großen Unterkunft ändert sich einiges für den Holzkirchner Helferkreis Asyl. Über den aktuellen Stand und die neuen Herausforderungen hat jetzt Integrationsbeauftragte Maria Korell im Gemeinderat berichtet. 

In der Föchinger Turnhalle und den Wohncontainern an der Erich-Kästner-Straße habe sich inzwischen „ein normaler Tagesrhythmus“ eingestellt, sagte Korell. Viele würden um 5 Uhr aufstehen, um zum Sprachkurs nach München zu fahren. „Das Gros ist lernwillig.“ Vier haben eine Arbeit. Ein großes Thema seien die sexuellen Übergriffe auf Frauen, die sich an Silvester in Köln häuften: „Wir sprechen viel mit den Asylbewerbern darüber“, meinte Korell. „Wir erklären ihnen, wie das bei uns ist, und sie, wie es bei ihnen ist.“ Und: „Unsere Asylbewerber schämen sich dafür. Sie müssen das ausbaden.“ Weil sie unter Generalverdacht stünden. 

In der Turnhalle seien derzeit zehn Plätze frei. Korell schätzt, dass das Landratsamt diese nächste Woche nachbelegt. Die 30 Bewohner seien erwachsene Männer und stammen aus Afghanistan, Pakistan und Eritrea. Sie persönlich hätte nicht gedacht, dass gerade in der Turnhalle alles so ruhig abläuft: „Weil alle in einem Raum leben.“ Nach letzten Aussagen des Landratsamts wird die Turnhalle frei, sobald die Traglufthalle bezugsfertig ist. 

Die Wohncontainer an der Erich-Kästner-Straße seien immer voll, meinte Korell. „Wir haben den Wohnraum sogar etwas verdichtet.“ Momentan leben dort 52 Personen, die aus Syrien, Eritrea, Afgahanistan, Paskistan, Somalia, Nigeria, Senegal und dem Kongo kommen. Darunter seien acht Frauen und sieben Kinder. Auch fünf Fehlbeleger, also anerkannte Asylbewerber, die eigentlich aus einer Gemeinschaftsunterkunft ausziehen müssen, wohnen dort. 

Streng genommen sind Gemeinden für Fehlbeleger zuständig. In diese Wunde legte Hubert Müller (FWG) den Finger. Die Gemeinde nehme mit den 320 Plätzen Druck aus dem Kessel – und müsse danach aber auch mehr Anerkannte unterbringen. Löwis erinnerte daran, dass die Gemeinde die Anerkannten gerne in der alten Polizei unterbringen würde. Man stehe in „intensiven Gesprächen“ mit der Regierung von Oberbayern, die dort lieber eine Gemeinschaftsunterkunft hätte. 

Korell meinte: „Es gibt genug Holzkirchner, die allein in ihren Häusern wohnen.“ Diese Personen könnten doch Anerkannte bei sich aufnehmen. Irmi Ammer (SPD) hatte eine ähnliche Idee. „Es gibt viele leerstehende Häuser in Holzkirchen.“ Löwis will dazu einen Aufruf starten. Die Vermieter müssten allerdings selbst mit den Anerkannten Verträge abschließen. Um den sozialen Frieden zu wahren, dürfe man als Gemeinde Flüchtlinge nicht gegenüber Einheimischen bevorzugen. Gleiches gelte für WLAN und Fernseher – was nicht zur Standardausrüstung gehöre. 

Robert Wiechmann (Grüne) wollte wissen, ob man den Helferkreis für die Traglufthalle aufstockt. Das müsse man sehen, meinte Korell. Derzeit gebe es etwa 80 Freiwillige. „Aber wir müssen die Helferkreis umstrukturieren.“ Die genauen Anforderungen hingen davon ab, wie die Zusammensetzung der Bewohner aussieht. Momentan verteile die Gemeinde mit den Helfern das Geld vom Staat an die Asylbewerber im Auftrag des Landratsamts. „Das geht bei der Menge sicher nicht mehr.“ Neu ist, dass die Traglufthalle „kein offenes Haus“ mehr sei, wo beliebig Leute reinspazieren könnten. Befugte, darunter Helfer, müssten sich in Listen eintragen, ein Sicherheitsdienst überwache den Eingang. 

Bürgermeister Löwis (CSU) kündigte an, dass es vor Bezug zwei Besichtigungstermine in der Traglufthalle gibt. Der eine ist für Polizei, BRK und Feuerwehren gedacht. Damit diese sich bei einem möglichen Ernstfall in den Räumen auskennen. Außerdem ist ein Tag der offenen Tür für alle interessierten Bürger geplant – wann genau, sei noch offen.

Von Marlene Kadach

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