Autos fahren von Thalham in Richtung Miesbach.
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Der geplante Radweg zwischen Weyarn und Miesbach steht im Programm Radwegebau 2020 bis 2024 des Freistaates drin.

Route steht im Programm Radwegebau des Freistaates drin 

Neuer Schwung für Weyarner Radweg

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Seit Jahren wünschen sich Bürger einen Radweg zwischen Weyarn und Miesbach. Jetzt kommt neuer Schwung in die Sache. 

Der Weyarner Bürgermeister hatte seine Hausaufgaben schnell gemacht und früh abgegeben: Wie berichtet, hat Leonhard Wöhr (CSU) eigenhändig eine mögliche Route für den Radweg zwischen Weyarn und Miesbach skizziert und im Herbst 2018 im Gemeinderat präsentiert. Der Vorschlag sei „laienhaft“ und „nicht fachlich“, betonte er. Dennoch hat die Trasse ihren Charme: Sie verläuft größtenteils über Flächen, die bereits der Gemeinde gehören.

Unter anderem diese Trassen werden jetzt vom Staatlichen Bauamt Rosenheim geprüft, wie Pressesprecherin Ursula Lampe mitteilt. Denn es ist neuer Schwung in das Projekt gekommen. Wie berichtet, steht auch die Verbindung zwischen Weyarn und Miesbach im Programm Radwegebau 2020 bis 2024 des Freistaates drin, das Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) Ende Juli präsentierte. Für die 7,5 Kilometer lange Route an der Staatsstraße 2073 sind rund 4,425 Millionen Euro vorgemerkt. „Das ist sehr positiv“, findet Wöhr. „Wir sind froh, dass es da drin ist.“ Hauptsächlich würde der Weg auf Weyarner Flur verlaufen.

Der Hintergrund: „Eine ordentliche Radanbindung ist schon lange ein Wunsch aus der Bevölkerung“, berichtet der Bürgermeister. „Speziell aus Pienzenau habe ich schon viele Anträge dazu gehabt.“ Denn zwischen dem Ortsteil und Miesbach gebe es „quasi nichts“ für Radler. Es bliebe den Bewohnern nichts anderes übrig, als auf der Staatsstraße zu fahren – was viel zu gefährlich ist.

Gerade aus dem südlichen Gemeindebereich besuchen viele Kinder und Jugendliche die höheren Schulen in Miesbach. Also Mittelschule, Realschule und Gymnasium. „Die Eltern haben im Moment Angst, wenn ihre Kinder da mit dem Rad fahren“, weiß Wöhr. Ein Radweg könnte ihren Schulweg sicherer gestalten. Auch Berufspendler könnten von der neuen Trasse profitieren: Dann könnte zum Beispiel jemand aus Pienzenau mit dem Rad Richtung Norden zum Darchinger Bahnhof strampeln und von dort aus mit der Bahn weiter nach München fahren. Ein befestigter Weg würde es möglich machen, „sauber und nicht vollgespritzt“ ins Büro zu gelangen. Ein Radweg zwischen Weyarn und Darching besteht bereits. Aber auch für sonstige Bürger wäre die Route ein Gewinn: Sie könnten Behördengänge in der Kreisstadt oder kleinere Einkäufe erledigen. Ohne Auto.

Die Nachbarn hätten ebenfalls einen Nutzen: „Die Miesbacher jammern, dass sie in der Verkehrsflut ersticken“, sagt Wöhr. „Die sind froh um jedes Auto, das weniger fährt.“ Wenn eines Tages der Radweg zwischen Otterfing und Holzkirchen fertig sei (wir berichteten), könnte man mit dem Rad von Otterfing bis Miesbach radeln.

Der Weyarner Radweg sollte möglichst nah an der Staatsstraße verlaufen. Weil der Freistaat Bauherr sei, müsse ein Zusammenhang bestehen, erklärt Wöhr. „Da sich der Planungsstand derzeit noch in einem Stadium der Voruntersuchungen befindet, ist eine Aussage hierbei nicht zielführend, da noch keine Festlegungen getroffen worden sind“, sagt Lampe zur Trassenführung. Prinzipiell würden außerörtliche Staatsstraßenbegleitende beziehungsweise parallele Geh- und Radwege nur auf einer Straßenseite geführt.

Die Baukosten übernehme der Freistaat, meint Wöhr. Lampe lenkt etwas ein: „Das kommt auf den Einzelfall an und lässt sich so pauschal nicht beantworten“, sagt sie. Sofern seitens der Kommune Wünsche gestellt werden, müssten diese unter Umständen von dieser getragen werden. Und selbst Wöhr weiß: „Ganz zum Nulltarif werden wir den Weg nicht bekommen.“ Zum einen würde Weyarn gemeindeeigene Flächen einbringen. Dennoch geht das Bauamt davon aus, dass es ganz ohne Grunderwerb von Privatleuten nicht funktioniere. Was wieder auf die Kommune zurückfalle. „Dabei würden wir den Staat unterstützen“, sagt Wöhr. Auch um Aufgaben wie das spätere Schneeräumen müsse sich die Kommune kümmern. Die Straßenbaulast aber bleibe beim Staat.

Bald will sich Wöhr mit dem Miesbacher Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) und dem Staatlichen Bauamt zusammensetzen. Einen konkreten Zeitplan gibt es noch nicht.

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