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Volles Haus: In der Aula der Schule hatte Bürgermeister Leonhard Wöhr (l. hinten am Pult) zum Neujahrsempfang der Gemeinde Weyarn geladen. 

Appell des Bürgermeisters bei Neujahrsempfang in Weyarn

“Nicht nur der Gemeinderat, sondern Sie alle machen Gemeindepolitik“

Beim Neujahrsempfang in Weyarn hat Bürgermeister Leonhard Wöhr an alle Bürger appelliert, an der Gestaltung der Gemeinde mitzuwirken. Politik mache nicht nur der Gemeinderat.

Weyarn – Die Bürgerbeteiligung als bestes Instrument, um Menschen zu vernünftigem Handeln zu bewegen – das war das Thema von Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr beim Neujahrsempfang der Gemeinde. Er rief dazu auf, an der Gestaltung der Gemeinde mitzuwirken, und dankte jenen, die das ehrenamtlich bereits tun.

Die Katze von Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) durfte zu Lebzeiten nicht auf den Tisch springen. Sie hat es trotzdem getan – zumindest, wenn keiner zuhause war. Mit dieser Erinnerung an sein Haustier eröffnete Wöhr am gestrigen Dreikönigstag den Neujahrsempfang der Gemeinde. Ehrenamtliche, Vertreter von Vereinen, Arbeitskreisen, Schulen, Behörden und Polizei sowie Bürgermeister der Nachbargemeinden und andere Lokalpolitiker begrüßte er dazu in der Aula der Schule. Und leitete dann gleich weiter, was es mit der Katzen-Anekdote auf sich hat.

Jeder Mensch wisse eigentlich, was er tun dürfe und was er eigentlich nicht tun sollte, stellte Wöhr fest. So verballern die Deutschen an Silvester über 100 Millionen Euro – Geld, für das man viel Gutes tun könnte, und die Zahl der Flüge steigt, obwohl die Auswirkungen aufs Klima bekannt sind. Weil der Mensch zu seiner Entschuldigung dann gerne jemanden findet, der noch schlimmer handelt, müsste derzeit die Landwirtschaft als Sündenbock herhalten. „Die Bauern werden mit dem Rücken an die Wand gedrängt“, sagte der Bürgermeister. Das sei falsch, denn mit einer Berufsgruppe, die sich „um die Landschaft mehr als verdient gemacht“ habe, dürfe man so nicht umgehen.

Auf der Suche nach einer Lösung werde schnell der Ruf nach der Politik laut. Auch im Rathaus würden immer wieder von Bürgern Verbote gewünscht. Aber kann die Lösung in Verboten liegen? Oder liegt sie stattdessen in Anerkennung und Belohnung? Welches System kann auf Dauer funktionieren, und was ist bezahlbar? Wöhr bot eine andere Idee an: „Da liegt etwas in unserer Werkzeugkiste, das die Katze nicht hat: Vernunft und Einsicht.“

Und damit kam der Bürgermeister zum großen Thema der Gemeinde: Bürgerbeteiligung. Wenn viele Menschen gemeinsam auf eine Lösung hinarbeiten, dann werde die auch von vielen mitgetragen, stellte er fest. In Weyarn sei in diesem Zusammenhang aktuell der Leitbildprozess zu nennen, der nun im Januar in seine „heiße Phase“ gehe. Viele hätten schon eine Einladung zur Bürgerwerkstatt erhalten, sagte Wöhr und ermunterte alle: „Wir sollten nicht einfach so dahinleben, sondern uns Gedanken machen, welche Art von Gemeinde wir sein wollen.“ Die Anwesenden rief er auf, bei den Kommunalwahlen ihr Kreuz zu machen. Aber: „Nicht nur der Gemeinderat, sondern Sie alle machen Gemeindepolitik.“

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Allen, die sich für die Kommune engagieren, galt im Anschluss sein besonderer Dank. In einem Kurz-Rückblick erinnerte Wöhr an wichtige Entscheidungen und Neuerungen, dankte den Gemeinderäten für Unterstützung, Rückhalt und konstruktive Kritik und stellte besonders das Ehrenamt heraus, das in seiner Regelmäßigkeit mehr wert sei als einzelne Projekte, auch wenn es nicht so spektakulär sei. Einige Bürger, die sich besonders verdient gemacht haben, bekamen besondere Auszeichnungen.

Ein Jahrzehnt im Zeitraffer: Unser großer Rückblick für den Raum Holzkirchen

cmh

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