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Um gleichzuziehen mit anderen Discountern wie Aldi, Lidl und Penny, entsteht neben der Norma-Filiale ein Neubau, der im 90-Grad-Winkel an den Altbau (rechte Seite) andockt. Dafür muss der hintere Bereich weichen.

Filiale in Holzkirchen soll erweitert werden

Norma rüstet auf

Holzkirchen - Der Lebensmittel-Discounter Norma plant in Holzkirchen einen Neubau neben dem bisherigen Gebäude. Die Verkaufsfläche soll sich verdoppeln. Die Eröffnung ist 2017 geplant. 

Die Regale sind vollgestopft, die Gänge so eng, dass zwei Einkaufswagen kaum aneinander vorbeikommen. Die Norma-Filiale neben dem McDonald’s platzt aus allen Nähten, das Sortiment drängt sich auf 500 Quadratmetern. „Mit dieser Verkaufsfläche hinken wir dem Standard weit hinterher“, stellt Erik Naumann fest, der bei Norma für Expansionen zuständig ist. Längst sei es an der Zeit, flächenmäßig mit den anderen Discountern Aldi, Lidl und Penny im Gewerbegebiet-Ost gleichzuziehen, um den Wettbewerbern Paroli bieten zu können. 

Den Standort am nördlichen Siedlungsrand, mit direkter Zufahrt zur Nordspange, gibt Norma nicht auf. Der Grundstückseigentümer, so berichtet Naumann, sei bereit, neben der alten Filiale einen Neubau hinzustellen, der im 90-Grad-Winkel an den Altbau andockt. Dafür muss der hintere Bereich des alten Gebäudes weichen, ebenso abgerissen werden ein Wohnhaus und kleinere Gewerbebauten. Erhalten bleibt nur das Haus vorne am Reitschulweg/Münchner Straße. Der Neubau platziert sich also, in zweiter Reihe, parallel zur Ortsdurchfahrt. Die Investitionskosten dürften etwa bei 1,5 Millionen Euro liegen. Wie bisher auch, zahlt Norma Pacht für das Gebäude. 

In absehbarer Zeit entsteht, fast in direkter Nachbarschaft zu dem Discounter, ein Neubaugebiet in Maitz; auch das stetig wachsende Neuerlkam liegt in attraktiver Distanz. „Die Neubaugebiete sind uns natürlich recht“, sagt Naumann, „aber wir hätten die alte Filiale auf jeden Fall vergrößert.“ 

Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) begrüßt die geplante Vergrößerung – insbesondere hinsichtlich der ortsnahen Versorgung, was dem Ort hausgemachten Binnenverkehr ersparen könne. Verkehrstechnisch wolle die Gemeinde ohnehin den benachbarten McDonald’s-Kreisel nachrüsten; Radler sollen dort besser eingebunden werden. „Außerdem wollen wir an diesem Kreisel dafür sorgen, dass mehr Autofahrer in die Nordspange einschwenken anstatt durch den Ort zu fahren“, sagt Löwis. 

Was die Versorgung mit Supermärkten oder Discountern anbelangt, beleuchten erste Erkenntnisse der Integrierten Mobilitätsstudie, dass im bevölkerungsreichen Ortsteil westlich der Münchner und Tölzer Straße ein solches Angebot komplett fehlt. Die Idee: Können diese Holzkirchner in der Nachbarschaft einkaufen, spart auch das innerörtlichen Verkehr. „Eventuell müssen wir Anreize schaffen, im Westen des Orts einen Markt anzusiedeln“, sagt Löwis. 

Für Norma dürfte diese Option zu vage sein, und Expansionsleiter Naumann drückt aufs Tempo: „Wir brauchen dringend mehr Fläche“, sagt er. Noch heuer sollen die Bauarbeiten für den Neubau an der Münchner Straße starten, Mitte 2017 will Norma einziehen. Das Sortiment als solches werde in Holzkirchen gar nicht so sehr wachsen, kündigt der Norma-Manager an. „Wichtiger ist, dass wir die Waren besser präsentieren können und die Kunden mehr Platz haben.“ Für das verbleibende Altgebäude (nur der hintere Teil wird abgerissen), das Norma bisher nutzt, gibt es laut Naumann schon einen Nachmieter: Ein Getränkemarkt will einziehen.

Nur einen Steinwurf von Norma entfernt lockt an der Münchner Straße der Vollsortimenter Tengelmann Kunden an. Die Tage der Supermarkt-Marke aber sind gezählt: Erst kürzlich genehmigte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, dass Edeka die wirtschaftlich schwächelnden Tengelmann-Märkte übernehmen kann. Auch Norma hatte Interesse an Teilen des Tengelmann-Filialnetzes signalisiert, kam aber nicht zum Zug. Was aus dem Holzkirchner Tengelmann wird, ist noch unklar. Der Wirtschaftsminister hat einige Bedingungen an den „Edeka-Deal“ geknüpft. Unter anderem dürfen die Tengelmann-Märkte fünf Jahre nicht an selbstständige Lebensmittel-Einzelhändler verkauft werden – ein Modell, unter dem die meisten Edeka-Märkte laufen. Denkbar wäre, dass Edeka den Standort seiner Discount-Tochter Netto überlässt, die bisher in Holzkirchen noch nicht präsent ist. Gabriel verlangt Jobgarantien für Mitarbeiter.

Andreas Höger

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