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Hier ist eine Baustelle geplant: auf der Wiese (links im Bild) plant Oped eine neue Produktionshalle. Der Gemeinderat schafft dafür nun Baurecht.

Gemeinderat schafft Baurecht

Oped wächst nach Norden

Valley - Am Ortsrand von Oberlaindern, nördlich ihres Medizinparks, will sich die Firma Oped erweitern. Nun werden die Pläne konkret: In einem gut 120 Meter langen und 60 Meter breiten Baufenster soll ein mächtiger Neubau entstehen. Der Valleyer Gemeinderat hat den Bebauungsplan am Dienstag einstimmig auf den Weg gebracht.

Das Geschäft brummt offenbar für das Unternehmen, das vor allem für seine Vakuumschiene Vacoped bekannt ist. Vor wenigen Jahren zog Oped mit seinem Sitz aus dem Mühlthal nach Oberlaindern, um Platz zu haben für die Zukunft; baute anstelle des früheren Zweckform-Werks I den Medizinpark aus. Und die Unternehmensgruppe, die in Oberlaindern derzeit 300 Menschen beschäftigt, bleibt auf Wachstumskurs. 

Die Gemeinde Valley schafft nun zusätzliches Baurecht für eine neue Halle, in die die Produktion ziehen soll; die Verwaltung soll im Medizinpark bleiben. Bereits im Juni 2015 hatte der Gemeinderat grundsätzlich einen Bebauungsplan für Projekte am Martinshof und nördlich des Oped-Medizinparks auf den Weg gebracht (wir berichteten). Inzwischen wurde das Gebiet planerisch in zwei separate Gewerbegebiete aufgespaltet. 

Während der Bebauungsplan für den Martinshof mit Umgriff in der Gemeinderatssitzung am Dienstag die Ziellinie schon fast erreicht hat (siehe Kasten), fiel für die Feinplanung des „Gewerbegebiets Oberlaindern Osterläng“ für die Oped-Erweiterung nun der Startschuss. 

Auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten, 1,7 Hektar großen Wiese nördlich der Bahngleise wird ein 123 Meter langes und 62 Meter breites Baufenster für eine neue Halle geschaffen. Sie soll laut Bebauungsplanentwurf eine Seitenwandhöhe von bis zu zwölf Metern und eine maximale Firsthöhe von 16 Metern bekommen. Zum Vergleich: Die Steinbeis-Halle des Oped-Nachbarn Avery Zweckform ist 115 Meter lang und zehn Meter hoch, der Medizinpark erstreckt sich entlang der Staatsstraße 2073 vom runden Kopfbau bis zur Grenze zur Zweckform über rund 170 Meter. Trotz dieser wuchtigen Ausmaße soll der Oped-Neubau keinen Hallencharakter bekommen. Geplant ist kein Flachdach, sondern ein mit fünf bis zehn Grad Neigung abgeflachtes Satteldach in einem Grauton – entsprechend der Dachlandschaft des Medizinparks. 

Auch Lichtbänder sollen zulässig sein, die Größe steht noch nicht genau fest. Die riesige Fassade des Neubaus sollen Fenster und Balkone gliedern. „Das wäre auch besser als eine Begrünung“, meint Architekt Gerhard Krogoll, der im Auftrag der Gemeinde den Bebauungsplan erstellt. Zumal die ursprünglich vorgesehene Begrünung der Steinbeis-Halle seit Jahren nicht funktioniert. „Die Alufassade heizt sich so auf, dass da alles verbrennt“, erklärte Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (FWG). 

Apropos Begrünung: Entlang der Bahnlinie südlich der neuen Halle sollen auch gleich die Ausgleichsflächen geschaffen werden, dazu ein Grünstreifen im Norden des Neubaus. Der Architekt geht davon aus, dass für das Projekt ein knapper halber Hektar (4665 Quadratmeter) an Ausgleichsflächen nötig wird. An der Zufahrt vom Waldhausweg aus soll der Neubau einen Logistikbereich bekommen. Dafür sind eine 1,5 Meter abgesenkte Rampe für die Beladung von Lkw und ein verschließbares Tor geplant. An der Staatsstraße wird ohnehin eine Linksabbiegespur gebaut werden, die das Straßenbauamt Rosenheim bereits im Verfahren für den Bebauungsplan Martinshof von der Gemeinde gefordert hatte. Entlang der Nord- und der Südwand der Halle soll jeweils eine Reihe Stellplätze für die Mitarbeiter entstehen. In der Nordwestecke ist zudem ein Gebäude (16 Meter lang, sieben Meter breit) geplant, in dem nicht nur Platz für Gerätschaften und Technik entstehen soll, sondern auch eine Ladestation für Elektroautos. Die kleine Stromtankstelle soll aus einer Photovoltaikanlage gespeist werden, die auf dem Dach der neuen Halle installiert werden soll. Eine Aufständerung ist nicht vorgesehen. 

Der Gemeinderat will im dreistöckigen Westteil der neuen Halle, in dem auch ein Bistro unterkommen soll, maximal vier Betriebswohnungen für Hausmeister und Außendienstmitarbeiter zulassen, für die Oped Bedarf angemeldet hat. Die Größe der Wohnungen hat das Gremium vorerst offen gelassen. Das Projekt an sich war im Gemeinderat nicht mehr umstritten. 

Das Gremium schickte den Bebauungsplanentwurf mit 14:0 Stimmen ins Verfahren. Im nächsten Schritt können Behörden, Organisationen und Bürger dazu Stellung nehmen.

Von Katrin Hager

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