Preimesser Areal in Otterfing soll bald bebaut werden
+
Auf dem Preimesser-Areal sollen 36 Reihenhäuser und damit ein neues Wohnquartier entstehen.

Größerer Schaden blieb bislang aus

Otterfing in Coronazeiten: Klausur soll neue Weichen stellen

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
    schließen

Ein Lieblingsprojekt des Bürgermeisters musste in die Warteschleife. Zwei größere Straßensanierungen wurden verschoben. Corona bremste auch in Otterfing einiges aus.

Otterfing – Im Wahlkampf sammelte Michael Falkenhahn (SPD) mit einem Thema wichtige Punkte für seinen Wahlsieg vor neun Monaten: Der jetzige Bürgermeister betonte damals, die eingerostete Bürgerbeteiligung beleben zu wollen. „Ohne sich dafür leibhaftig an einem Tisch setzen zu können, funktioniert das aber nicht“, sagt Falkenhahn; gerne hätte er die Bürgerbeteiligung gleich in seinem ersten Jahr neu aufgesetzt. „Leider ist das den Corona-Restriktionen zum Opfer gefallen.“

Die Enttäuschung hält sich jedoch in Grenzen. Die Pandemie hat zwar einige Vorhaben in Warteschleifen gezwungen, traf die Gemeinde aber weniger hart als befürchtet. In Sachen Bürgerbeteiligung hat es immerhin Vorgespräche gegeben. Ein Treffen zwischen Vertretern der alten Agenda-Arbeitskreise und des neuen Gemeinderats soll stattfinden, sobald es die Corona-Lage zulässt.

Finanziell musste die Gemeinde kaum Federn lassen. Die Einbrüche bei der Gewerbesteuer entschädigte der Freistaat großzügig mit einer Corona-Soforthilfe von 580 000 Euro. Sicherheitshalber legte der Gemeinderat die beiden angedachten Straßenausbau-Projekte in der Schulstraße und in der Nordsiedlung mit einem Kostenvolumen von gut 500 000 Euro auf Eis. „Das wäre aber zu finanzieren gewesen“, stellte Falkenhahn klar. Besonders bei der Nordsiedlung war der Aufschub nicht nur der Corona-Sorge geschuldet, sondern sollte den Anliegern Zeit verschaffen, sich über die gewünschte Ausbau-Variante Gedanken zu machen.

Ob die beiden Projekte 2021 angepackt werden, ist nicht ausgemacht. Der Gemeinderat hat die Verwaltung aufgefordert, eine Straßenbau-Prioritätenliste vorzulegen, die dann im Gremium diskutiert werden soll. Auch die Anliegerstraße Nordring und der Dauerbrenner Wettlkamer Straße könnten darin auftauchen. „Ein bis zwei Straßen werden es 2021 wohl werden“, vermutet Falkenhahn, „wir sollten da schon jedes Jahr was machen, sonst kommt irgendwann alles auf einmal.“

Eine Corona-Zwangspause erlebte heuer das – vor allem von älteren Mitbürgern – ersehnte Projekt „Mehrgenerationen-Wohnen“. Es soll jungen und alten Otterfingern eine neue Heimat werden und vielleicht auf der Thoma-Wiese Platz finden. Als nächster Schritt ist eine Präsenz-Veranstaltung mit „Thementischen“ geplant.

Otterfing bekommt 2021 womöglich schon ein neues Wohnquartier: Auf dem Preimesser-Areal entstehen 36 Reihenhäuser. „Noch ist die Bauleitplanung nicht abgeschlossen“, sagt Falkenhahn. Auch eine Hofstelle in Holzham, deren Betrieb in Richtung Gleise aussiedelt, wird wohl mit Wohnhäusern überplant. „Mit dem Besitzer werden wir eine Lösung finden“, sagt der Bürgermeister.

Wie in den Vorjahren steht 2021 der Bau des Teufelsgraben-Radwegs entlang der Bahntrasse auf der Liste. „Es fehlt nach wie vor der Gestattungsvertrag der Bahn“, sagt Falkenhahn. In Sachen Windenergie spricht viel dafür, dass sich die Gemeinde als Teil der Arge Hofoldinger Forst nächstes Jahr für die Errichtung eines „Bürgerwindrads“ entscheidet.

Um die großen Linien abzustecken, will der neue Gemeinderat bei einer zweitägigen Ortsentwicklungs-Klausur im April die Köpfe rauchen lassen. „Der Ansatz ist ein ganzheitlicher“, sagt Falkenhahn, „wir wollen uns einen Überblick verschaffen.“ Im besten Fall werden neue Weichen gestellt für das „Mehrgenerationen-Wohnen“, für künftige Sportstätten – und nicht zuletzt für die baulichen Erfordernisse, die der Rechtsanspruch auf eine Ganztagesbetreuung für Grundschüler ab dem Jahr 2025 bringen könnte.

Der Jahreswechsel

ist Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und nach vorne zu schauen. Was war trotz Corona möglich, was musste warten und wird nachgeholt? Wir haben uns in den Rathäusern umgehört.

Auch interessant

Kommentare