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Sportzentrum am Otterfinger Nordring

Der letzte Versuch

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Otterfing - Der Auftrag ist klar. Ein Bürgerentscheid verpflichtet die Gemeinde, ein neues Sportzentrum am alten Standort zu entwickeln. Doch die Hürden werden immer höher, der Lärmschutz engt alle Optionen ein. Die vorberatende Sportkommission will trotzdem einen neuen Anlauf nehmen. Es dürfte der letzte Versuch sein.

Den Durchblick zu behalten, ist in Sachen Sportzentrum Otterfing schwer geworden. Ein aktuelles Lärmgutachten, das kurz vor Weihnachten im Gemeinderat präsentiert wurde, listet auf, was viele befürchtet haben (wir berichteten): Das Sportzentrum am Nordring liegt so nah an der Wohnbebauung, dass monströse Schutzwände nötig wären. Schon der bisherige Betrieb steht in Frage, ist aber wohl über Bestandsschutz halbwegs abgesichert. 

Das Gutachten spielt eine wichtige Rolle bei den weiteren Planungen der Gemeinde. Denn es gilt, für einen Architekten-Wettbewerb die Möglichkeiten abzustecken. Die Planer müssen wissen, welche Flächen für ein neues Sportzentrum am Nordring zur Verfügung stehen und welche Sportarten unterzubringen sind. Ein Testentwurf des Planungsbüros Eberhard von Angerer, im Dezember vorgestellt von dessen Mitarbeiter Till Fischer, zeigte auf, dass für Stockschützen und Beachvolleyballer wohl kein Platz mehr ist. 

Die neuen Erkenntnisse – sprich: Lärmgutachten und Testentwurf – müssen jetzt die politischen Gremien durchlaufen: Sportkommission, Sportausschuss und Gemeinderat. Den Beginn machte jetzt die nichtöffentlich tagende Sportkommission. Unter dem Vorsitz der Zweiten Bürgermeisterin Ulrike Stockmeier (FWG) beraten in der Kommission Vertreter der Gemeinderats-Fraktionen, der Bürgerinitiative und des TSV. 

Zwei Stunden lang, so berichtet die Vorsitzende, wurde mit Planer Till Fischer die Sachlage erörtert. „Wir müssen weiter abspecken“, sagt Stockmeier, „wir können nicht mehr alle Sportarten bedienen.“ Für die Beachvolleyballer und die Stockschützen seien bereits alternative Standorte im Gespräch. 

Ob es Sinn macht, womöglich sogar die Fußballer auszulagern, „darüber muss man mit dem TSV sprechen“. Der Verein müsse sich auch Gedanken machen, wie er sich an einer Finanzierung beteiligen kann. Denkbar ist laut Stockmeier, dass der TSV sich entweder am Bau beteiligt oder künftig Pacht bezahlt. „Zum Nulltarif, wie seit 40 Jahren praktiziert, wird die Gemeinde die Sportanlagen sicher nicht mehr zur Verfügung stellen“, sagt die Zweite Bürgermeisterin. TSV-Vorsitzender Wolfgang Troidl wollte sich weder zu möglichen Angebots-Abstrichen noch zur Finanzierung äußern: „Da ist noch nichts spruchreif.“ 

Um am Nordring mehr Spielraum zu bekommen, denkt die Gemeinde über Grundstückszukäufe nach. Das könnte ein Eigentor werden, befürchtet Stockmeier: „Wenn wir erweitern, ist wohl der Bestandsschutz verwirkt.“ Angesichts des heiklen Lärmschutzes gelte es, diesen Bonus auf jeden Fall zu halten: „Das ist mit dem Landratsamt abzuklären.“

Rückt damit – trotz anderslautenden Bürgerentscheids – doch wieder der Standort an der Kreuzstraße in den Fokus, wo die Gemeinde ausreichend Grund besitzt? „Noch hoffe ich, dass es am Altstandort funktioniert“, sagt Stockmeier. Eine komplette Auslagerung wäre mit einer Wohnbau-Vermarktung des Altstandorts am Nordring verbunden. 40 bis 50 Wohneinheiten seien zu erwarten, sagt die Kommissions-Vorsitzende. Die Gemeinde müsste dann für viel Geld ihre Infrastruktur wie Kitas und Schulen nachrüsten, „es wäre eine Veränderung unseres Orts“. Zudem gebe es an der Kreuzstraße Probleme mit der Verkehrsanbindung, die am Nordring hervorragend sei.

Andererseits reißt auch bei Stockmeier langsam der Geduldsfaden. „Wir müssen auf die Tube drücken, wir brauchen heuer klare Entscheidungen.“ Die Empfehlungen der Kommission wird jetzt zunächst der Sportausschuss des Gemeinderats und schließlich der ganze Rat behandeln. „Es ist der letzte Versuch, den Altstandort zu retten“, glaubt Stockmeier.

Von Andreas Höger

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