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Bisher unterversorgt: Um in Wettlkam (hier ein Bild in Richtung Westen) das Mobilfunknetz nachzurüsten, plant die Telekom eine Sendeanlage im Ort. Bei der Standortsuche kann die Gemeinde Otterfing einen Vorschlag machen.

5G-Ausbau

Otterfing: Wettlkam bekommt Telekom-Sender

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Die Frage ist nicht ob, sondern wo. Die Telekom wird in Wettlkam einen Mobilfunkmasten aufstellen – inklusive 5 G. Bis Anfang August kann die Gemeinde einen Standortvorschlag machen.

Otterfing– Das Smartphone könnte so viel, wären da nicht allenthalben die lästigen Funklöcher. Surft man via Handy im Internet oder lädt gar ein größeres Datenpaket, stoßen alte Sendeanlagen schnell an ihre Grenzen. Zuletzt hat die Corona-Krise den Digitalisierungs-Druck auch im Bereich der Netzabdeckung für mobile Endgeräte noch einmal verstärkt. Die Telekom hat angekündigt, Versorgungslücken auf breiter Front zu schließen und will deswegen jetzt auch im Bereich Wettlkam (Gemeinde Otterfing) nachrüsten – auch bereits für den leistungsstarken, aber umstrittenen 5 G-Standard.

Wie Rathaus-Geschäftsführer Markus Stark in der jüngsten Gemeinderats-Sitzung bekannt gab, habe die Telekom mitgeteilt, in Wettlkam eine Sendeanlage errichten zu wollen. Gemäß dem bayerischen „Mobilfunkpakt“ übermittelte das Unternehmen einen Suchkreis, der ein Gebiet abgrenzt, in dem ein Standort technisch machbar ist. „Der Suchkreis umfasst den ganzen Ort“, sagte Stark auf Anfrage.

Die Gemeinde hat jetzt Zeit bis Anfang August, eventuell einen eigenen Standort vorzuschlagen. „Es geht nicht darum, ob wir eine solche Sendeanlage wollen oder nicht“, stellte Bürgermeister Michael Falkenhahn (SPD) klar, „es geht nur darum, ob die Gemeinde einen eigenen Standortvorschlag macht.“ Er habe keinen Zweifel, dass das Mobilfunkunternehmen im Zweifel einen Grundstücksbesitzer finde, der ein geeignetes Areal verpachtet.

Ein Jahr nach Versteigerung der 5G-Frequenzen: Jetzt geht‘s los

„Kommt da auch schon 5 G mit drauf?“, wollte Andreas Eichhorn (SPD) wissen. Die neue Sendeanlage umfasse alle Standards, zitierte Stark aus dem Schreiben – von GSM, UMTS und LTE bis 5 G. Der neue 5 G-Standard verspricht Datenraten von bis zu 10 Gbit/s, ermöglicht Echtzeit-Übertragungen und ist wichtige Voraussetzung etwa für autonom fahrende Autos. Um solche Netze stabil zu halten, braucht es allerdings deutlich mehr Sendeanlagen in der Fläche. In Oberbayern deckt die Telekom bisher nur den Norden Münchens und Ingolstadt mit 5 G ab.

Der bisher leistungsstärkste 4 G-Standard (LTE) ist im Landkreis Miesbach auf breiter Fläche verfügbar, weist aber noch einige größere und kleinere Löcher auf. Dazu gehört in der Gemeinde Otterfing, neben Palnkam und Teilen der Ortsmitte sowie Holzhams auch der Ortsteil Wettlkam ganz im Nordwesten des Landkreises.

Während der 4 G-Ausbau weitgehend geräuschlos vonstatten ging und geht, formiert sich gegen 5 G Widerstand. Kritiker weisen darauf hin, dass die neue Technik noch zu viele Gesundheitsrisiken berge. „Was weiß man da aus anderen Gemeinden?“, erkundigte sich Roberto Sottanelli (SPD) bei der Verwaltung. Bauamtsleiter Heinz Hirz wusste zu berichten, dass die 5 G-Ausbaupläne etwa im Isarwinkel auf beträchtlichen Widerstand stoßen. Zuletzt hatte auch die Miesbacher Kreisbäuerin Marlene Hupfauer ihre Bedenken geäußert.

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