Lädt zum virtuellen Rundgang ein: Der Otterfinger Fotograf Thomas Rychly hat die Ausstellung „Die Berge und wir“ im Alpinmuseum des Deutschen Alpenvereins (DAV) in München digitalisiert.
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Lädt zum virtuellen Rundgang ein: Der Otterfinger Fotograf Thomas Rychly hat die Ausstellung „Die Berge und wir“ im Alpinmuseum des Deutschen Alpenvereins (DAV) in München digitalisiert.

Wegen Renovierungsarbeiten

Alpinmuseum online erleben: Otterfinger hat Ausstellung des DAV in München digitalisiert

Der Otterfinger Fotograf Thomas Rychly hat das Alpinmuseum des Deutschen Alpenvereins (DAV) in München digitalisiert. Warum, erklärt er im Interview.

Herr Rychly, Sie haben jüngst das Alpinmuseum des DAV in München digitalisiert. Wie sind Sie an den Job gekommen?

Thomas Rychly: Durch meine Arbeit: das Fotografieren. Ich habe mich auf den Job beworben und ihn dann auch bekommen. Wahrscheinlich hatte ich einen kleinen Wettbewerbsvorteil, weil ich mich ja für die DAV-Sektion Otterfing engagiere und somit klar war, dass mir die Werte und Inhalte des Deutschen Alpenvereins selbst am Herzen liegen.

Was ist Ihre Aufgabe bei der Sektion Otterfing?

Thomas Rychly: Ich bin damals wegen des Turnangebots zum Deutschen Alpenverein gekommen. Mittlerweile engagiere ich mich auch ehrenamtlich für die Sektion Otterfing und bin dort Schriftführer. Da bin ich quasi hineingestolpert. So nach dem Motto: Wer gefragt wird und nicht schnell genug mit einer guten Ausrede aufwartet, der wird gewählt. Aber natürlich hänge ich an den Themen: Der Schutz der Alpen, die ganze Kultur – das ist mir wichtig.

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In München haben Sie nun Ausstellung „Die Berge und wir“ digitalisiert. Aber wie genau kann man sich das vorstellen: ein digitales Alpinmuseum?

Thomas Rychly: Das Ziel des digitalen Alpinmuseums ist ganz klar: Während das Museum umgebaut wird, soll das Angebot trotzdem für Interessierte zugänglich sein. Ich habe die Ausstellungsräume abfotografiert und die Bilder dann entsprechend aufbereitet. Man kann sich jetzt ganz bequem vom Sofa aus durch die Räumlichkeiten und Ausstellungsstücke des Münchner Alpinmuseums klicken. In der Ausstellung „Die Berge und wir“ geht es um die Geschichte des Bergsports. Was ich daran besonders spannend finde, ist, wie sich die Einstellung der Menschen zu den Bergen im Lauf der Zeit verändert hat.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Thomas Rychly: Wenn man sich die Bilder und Berichte von Bergsteigern in der Nachkriegszeit anschaut, dann hat das Bergsteigen einen heldenhaften Anstrich. Da war das Motto: Überwinden und Erobern. Wenn ich heute in die Berge gehe, dann schau ich’s mir an, find’s schön und genieße es natürlich auch. Aber ich überwinde nichts und erobern tu’ ich auch nichts.

Wie hat sich denn die Perspektive auf die Alpinkultur im Lauf der Geschichte verändert?

Thomas Rychly: Wenn Sie das wissen wollen, empfehle ich, dass Sie sich einfach mal durch das Museum klicken (lacht). Jede Zeit hat ihren eigenen Zugang zu den Bergen und dem Bergsport. Das merkt man einfach sehr deutlich, wenn man sich beispielsweise die Tagebucheinträge durchliest oder die Bilder von damals mit denen von heute vergleicht. Ich fände es auch wirklich spannend, mal hinzugehen und die Fotos von damals nachzustellen – aus heutiger Perspektive. Die gleichen Wanderwege und Strecken, aber durch neue Augen. Dann würde man es ganz deutlich sehen können: Wie sehr die Art, wie wir die Berge sehen, von der Zeit abhängig ist, in der wir leben.

Moritz Hackl

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