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Am Ortseingang von Otterfing

CSU-Plakat mit seltsamer Parole beschmiert

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Wieder sind Wahlplakate in der Region beschmiert oder abgerissen worden. In der Nacht auf Samstag erwischte es eine großformatige Werbefläche der Otterfinger CSU.

Otterfing / Holzkirchen – Laut Polizei beschmierten Unbekannte das Plakat, das bei Holzham östlich der Tegernseer Straße am Ortseingang platziert war, mit der sonderbaren Wortkombination „Pädos, Wahlbetrug, Neger“. Verwendet wurde gelbe Lackfarbe. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 200 Euro.

Die Schmiererei in Otterfing war nach Ermittlungen der Polizei kein Einzelfall, sondern Teil einer größeren Sabotage-Kampagne, die sich der gleichen Masche bediente. Ähnliche Schmierereien gab es, ebenfalls auf CSU-Wahlplakaten, in Agatharied, Sachsenkam und im Wolfratshauser Raum. In Otterfing beklagte auch die SPD, dass ihre Plakate sabotiert werden (wir berichteten).

Als Opfer von Plakat-Guerilleros sieht sich speziell die AfD. Der AfD-Kreisverband Oberbayern Süd meldete per Pressemitteilung die Zerstörung und den Diebstahl von Plakaten in den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen. Insbesondere nach einer Protestaktion gegen eine AfD-Veranstaltung in Schliersee sei die Plakatierung in Schliersee und Hausham „flächendeckend vernichtet“ worden. „Diese Umtriebe werden den Einzug der AfD in den Bundestag nicht verhindern“, sagt dazu der AfD-Bundestagskandidat Constantin Prinz von Anhalt.

Die AfD überklebt zerstörte Plakate mittlerweile publikumswirksam mit dem Hinweis auf eine Belohnung für Hinweise, die zur Identifizierung der Verantwortlichen führen. Wie es weiter in der Pressemitteilung heißt, seien diese „Wahlkampfbehinderungen“ sogar ein Zeichen dafür, dass angeblich die demokratische Grundstruktur Deutschlands in Frage stehe.

Die AfD will die Plakat-Vorfälle den Wahlbeobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) melden. Tatsächlich entsendet diese drei bis fünf Experten nach Deutschland, die prüfen sollen, ob die Bundestagswahl fair abläuft. Es geht unter anderem um Chancengleichheit im Wahlkampf.

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